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Fotografien von Sergej Prokudin-Gorskijs – Historische Aufnahmen aus Zentralasien um 1910

Buchara - Alim Khan, der letzte Emir von Buchara; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij
Viele Kulturstätten in Usbekistan überstanden die Jahrhunderte im Märchenschlaf, waren jedoch vom Zahn der Zeit vom Zerfall bedroht. Insbesondere mit der Unabhängigkeit Usbekistan erinnerte man sich der für die Weltgemeinschaft bedeutenden kulturellen Wurzeln wieder, viele Bauwerke wurden restauriert und zu neuem Leben erweckt. Heute erstrahlen die historisch bedeutsamen Bauwerke im neuen Glanz und vermitteln einen Charme aus der Blütezeit vergangener Jahrhunderte.


Der russische Farbfotografie-Pionier Sergej Prokudin-Gorskij besuchte auf seinen dokumentarischen Fotoreisen durch das Zarenreich auch die damalige Provinz Turkestan. Wie das Leben und die Architektur in Samarkand und Buchara vor über 100 Jahren war, zeigen die historischen Aufnahmen des berühmten Fotografen.

Sergej Prokudin-Gorskij, 1863 als Spross russischer Landadliger geboren, zählt zu den bedeutendsten Pionieren der Farbfotografie. Berühmtheit erlangte er vor allem durch seine dokumentarischen Bilder, die das Leben im Russischen Reich am Anfang des 20. Jahrhunderts porträtieren.

Ein besonderes Verfahren
Prokudin-Gorskij, der sich bereits als junger Erwachsener für das neue Medium der Fotografie interessierte, eröffnete 1901 sein eigenes Fotostudio in der damaligen russischen Hauptstadt St. Petersburg. Insbesondere die Farbfotografie weckte sein Interesse und so reiste er im Jahr darauf nach Berlin, um Adolf Miethe, einen der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Farbfotografie, zu treffen.

Das Dreifarben-Separationsverfahren, bei dem in kurzer Zeit hintereinander drei Fotografien jeweils mit einem roten, blauen und grünen Farbfilter erstellt und dann übereinandergelegt werden, geht auf die Erkenntnisse des schottischen Physikers James Maxwell zurück. Miethe entwickelte diese Technik weiter und stellte auch 1903 die Wechselschlittenkamera vor, mit der Prokudin-Gorskij später seine Aufnahmen machen und so dieses Verfahren zu einem Höhepunkt führen sollte.

Im Dienst der Dokumentation
Während seine erste Fotoreise noch ins Petersburger Umland führte, ermunterte der Erfolg von anschließenden Diavorträgen Prokudin-Gorskij dazu, immer weitere Reisen zu unternehmen. So fuhr er im Winter 1906/07 erstmals in die damalige Provinz Turkestan, wo er als Mitglied einer Expedition der Kaiserlich-Russischen Geografischen Gesellschaft die Sonnenfinsternis fotografieren sollte. Dieses Vorhaben scheiterte an den Wetterbedingungen. Stattdessen erstellte Prokudin-Gorskij Fotografien der berühmtesten Baudenkmäler von Samarkand und Buchara. Ein heftiges Erdbeben im Oktober 1907 zerstörte einige dieser Bauwerke, was den Fotografen vermutlich darin bestärkte, seine Arbeit in den Dienst der Dokumentation zu stellen.

Nachdem Prokudin-Gorskij und seine Arbeit in den höheren Gesellschaftskreisen des Zarenreiches Bekanntheit erlangt hatten, kam es im Mai 1909 sogar zu einem Treffen mit Zar Nikolaus II. Prokudin-Gorskij konnte den Herrscher von seiner Idee überzeugen, das gesamte Reich mit Farbfotografien zu dokumentieren. Der Fotograf erhielt kurzerhand die erforderlichen Genehmigungen und die notwendige Finanzierung.

Eine zweite Reise nach Turkestan führte Prokudin-Gorskij 1910/11 in die Hungersteppe sowie erneut nach Samarkand und Buchara. Seinem dokumentarischen Ansatz zur Folge entstanden Fotografien unterschiedlicher Motive, die sowohl Gebäude als auch Straßenszenen enthielt. Darüber hinaus entstanden Porträts von einfachen Leuten, aber auch von höhergestellten Persönlichkeiten bis hin zu Alim Khan, dem letzten Emir von Buchara.

Eine einzigartige Sammlung
Nach der Oktoberrevolution verließ Prokudin-Gorskij Russland. Über Norwegen und England zog es ihn letztendlich nach Paris, wo er 1944 starb. Seine Fotokollektion konnte er mit ins Ausland nehmen. Vier Jahre nach seinem Tod verkauften seine Söhne diese an die Library of Congress, die bis heute im Besitz der Fotografien ist.

2004 beauftragte sie die Digitalisierung der 1902 Negative, sodass heute die Sammlung online öffentlich zugänglich ist. Von hier stammen auch die folgenden Aufnahmen, mit denen Prokudin-Gorskij bis heute einzigartige Einblicke in das Zentralasien um 1910 gewährt.

Samarkand - Shohizinda; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij
USBEKISTAN-GALERIE - Samarkand - Marakanda

Samarkand - Moschee in Shohizinda; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorski

Samarkand - Registan; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij
USBEKISTAN-GALERIE - REGISTAN

Samarkand - Polizist; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij

Samarkand - Obsthändler; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij

Samarkand - Junge; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij 

Samarkand - Brotverkäufer; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij

Samarkand - Frau im Tschador; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij

Samarkand - Schaschlik-Stand; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij

Samarkand - Händler am Registan; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij

Samarkand - Jüdische Kinder mit ihrem Lehrer; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij 

 Samarkand - Zimmermann; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij

Buchara - Ark; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij
USBEKISTAN-GALERIE - Buchara ARK

Buchara - Duan-Beggi Medrese (in Labikhauz); Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij
USBEKISTAN-GALERIE - Labi HausNadir Divan Beg Chanaka

Buchara - Palast von Emir Shir-Budun in einem Landhaus; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij
USBEKISTAN-GALERIE • Sommerpalast

Buchara - Alim Khan, der letzte Emir von Buchara; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij

Buchara - Bucharischer Beamte; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij

Buchara - Innenminister Kush-Beggi; Foto: loc.gov, Prokudin-Gorskij 

Alle Bilder gehören der Library of Congress, ihre öffentliche Verbreitung unterliegt keinen Restriktionen. Der Artikel basiert auf Angaben aus Philipp Ewers Vorwort zum Buch „Russland um 1900. Fotografien von Sergej Prokudin-Gorskij, Bild und Heimat, Berlin 2016".

Quelle: Robin Roth, Redakteur für Novastan


Empfohlene LINKS:
USBEKISTAN-ONLINEMEDIATHEK | TURKESTAN

Literatur: Russland um 1900: Fotografien von Sergej Prokudin-Gorski
Herausgeber‏: ‎ Bild und Heimat Verlag; 1. Edition (19. September 2016)
Sprache: ‎ Deutsch
Gebundene Ausgabe: ‎ 160 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3959580489

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Arbeitsmigration – „gute Leute aus Kirgistan und Usbekistan“

Europa-Park Haupteingang; Foto: WIKIPEDIA - Ice Boy Tell
Europa-Park-Geschäftsführer Roland Mack kämpft derzeit mit Schwierigkeiten bei der Personalbeschaffung, wettert gegen Ansprüche junger Menschen. Europa-Park: Roland Mack kritisiert fehlende Wertschätzung seitens der Politik für Freizeitparks.

Der Europa-Park hat derzeit Schwierigkeiten, neues Personal zu finden. Als Grund nennt Geschäftsführer Roland Mack unter anderem die zu hohe Anspruchshaltung der Bewerber.

Rust - Während in den vergangenen 45 Jahren ein Personalengpass für Europa-Park-Chef Roland Mack nicht vorstellbar war, hat er heute große Schwierigkeiten, neue Mitarbeiter zu finden. Insbesondere seit der Pandemie habe sich die Personalsituation verschlechtert, so Mack gegenüber der Basler Zeitung. Er traue sich derzeit nicht einmal, ein neues Hotel zu bauen – aus Sorge, dass die Anzahl der verfügbaren Mitarbeiter nicht reicht, berichtet BW24. Der Zustand mache ihm „wirklich enorm zu schaffen“.

Der Park-Chef fragt sich laufend: „Wo sind denn all diese Leute, die es vor der Pandemie gegeben hat?" Eine Antwort darauf habe man im Europa-Park noch nicht gefunden. Inzwischen werbe man deshalb Mitarbeiter aus Zentralasien an.

Wir suchen – und finden zum Glück – mittlerweile gute Leute aus Kirgistan und Usbekistan

Europa-Park-Chef Roland Mack

Auch 30 ukrainische Flüchtlinge haben bereits einen Job im Europa-Park gefunden. 

Panorama Poseidon, im Hintergrund Silver Star, Eurosat, Euro-Tower und Matterhorn-Blitz, außerdem die Schiene des EP-Express (2003); Foto: WIKIPEDIA 

Europa-Park-Chef Roland Mack: „Da kommen 25-Jährige und wollen nur drei Tage arbeiten"
Ein Problem in Sachen Personalbeschaffung sieht Mack vor allem darin, dass jüngere Bewerber heutzutage zu hohe Ansprüche hätten. Das Wort „Work-Life-Balance" bereite ihm Sorgen. „Da kommen 25-Jährige und wollen nur drei Tage arbeiten - dabei haben die das ganze Leben noch vor sich, könnten hier etwas werden, Verantwortung übernehmen, Karriere machen.“ Als „riesiges Problem" sieht Mack auch das Thema Homeoffice. „Nicht strukturell, das wäre für viele möglich, aber wenn ich an die Gleichbehandlung denke: Das geht einfach nicht.“

Auf die Forderung nach Work-Life-Balance und Homeoffice habe der Europa-Park bereits mit Erhöhungen der Löhne reagiert, so Mack. Doch auch das sei nicht einfach. „Wir zahlen ja schon weit über dem Mindestlohn, haben die Löhne nun nochmals angehoben. Aber das hilft nicht, wenn die erste Frage ist: „Muss ich am Wochenende arbeiten?“ Mack betont, dass auch er selbst am Wochenende arbeite und seinen Angestellten das vorlebe, was er von ihnen erwarte. „Wenn unsere stärksten Tage im Park die Wochenenden sind, kann ich nicht schön in die Ferien fahren, wenn meine Mitarbeiter hart arbeiten. Ich muss genauso vor Ort sein.“ Er geht jedoch noch weiter: Der Park sei für ihn „auch eine halbe Droge.“ So habe er sein ganzes Leben lang keine Hobbys aufgebaut, weil sein Hobby seine Arbeit sei.

Quelle: 24rhein.de; Sina Alonso Garcia; Fotos: WIKIPEDIA

Kontakt:
Europa-Park GmbH & Co Mack KG
Europa-Park-Straße 2
77977 Rust
Deutschland
https://www.europapark.de/de
Tel: 07822 77-6688
info(at)europapark.de

Infomaterial | Anreise
Beratung in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch.

Empfohlene LINKS:
WIKIPEDIA - Europa-Park

Beiträge USBEKISTAN-ONLINE
Usbekische Migranten zur Unterstützung der deutschen Wirtschaft   

Werbung für den Europa-Park; Zeppelin NT n07 Friedrichshafen; Foto: Olga Ernst WIKIPEDIA 

YOUTUBE: Ferien im Freizeitpark: Europa-Park | SWR Treffpunkt 

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Ursprung der mittelalterlichen Pest-Pandemie

issyk_kul_jurtencamp; Quelle: WIKIPEDIA
Die größte Pandemie in der Menschheitsgeschichte, ist nach neuesten Erkenntnissen im 14. Jahrhundert von Zentralasien ausgegangen.
Forschende haben den Ursprung des Schwarzen Todes identifiziert. Die Spur führt in das Tian Shan-Gebirge in Kirgisistan.


Neue Erkenntnisse: Woher die Pest kam
Der Ursprung der mittelalterlichen Pestpandemie (1346–1353 n. Chr.) war aufgrund der weitreichenden demografischen und gesellschaftlichen Auswirkungen und lang anhaltenden Folgen der Pandemie Gegenstand kontinuierlicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Nun berichten Forschende, wo die Quelle der damaligen Seuche war.

Der sogenannte „Schwarze Tod", die größte Pandemie in der Menschheitsgeschichte, wurde durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht. Zwischen 1346 und 1353 raffte der Pesterreger einen Großteil der Bevölkerung dahin. Die Quelle der Seuche ist seit langem ein Rätsel. Forschenden ist es nun gelungen, den Ursprung der damaligen Pestpandemie in Zentralasien zu verorten. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Bis zu 60 Prozent der Bevölkerung gestorben
Wie in einer Mitteilung der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) erklärt wird, gelangte die Pest im Jahre 1347 erstmals über Handelsschiffe aus dem Schwarzen Meer aus den Siedlungsgebieten der „Goldenen Horde“, einem Teil des Mongolenreichs, in den Mittelmeerraum.

Die Infektionskrankheit breitete sich rasch über Europa, den Nahen Osten und Nordafrika aus und raffte in einem einzigen großen Ausbruch, der als Schwarzer Tod bekannt wurde, bis zu 60 Prozent der Bevölkerung dahin.

Diese erste Infektionswelle weitete sich zu einer 500 Jahre andauernden Pandemie aus, der sogenannten Zweiten Pestpandemie, die bis in das frühe 19. Jahrhundert andauerte.

Kolorierter Kupferstich eines Pestdoktors von Paul Fürst, Der Doctor Schnabel von Rom, ca. 1656; Quelle: WIKIPEDIA 
Theorien über Ursprünge
Seit langem werden die Ursprünge der Zweiten Pestpandemie in Fachkreisen debattiert. Eine der populärsten Theorien besagt, dass sie womöglich in Ostasien, speziell in China, ihren Ursprung hatte.

Dieser Theorie stehen aber archäologische Funde aus Zentralasien entgegen, die aus einem Gebiet nahe des Yssykköl-Sees im heutigen Kirgisistan stammen, in den Ausläufern des Tian Shan-Gebirges. Diese belegen einen Pestausbruch innerhalb einer lokalen Handelsgemeinschaft in den Jahren 1338 und 1339.
Den Angaben zufolge wurden bei Ausgrabungen vor fast 140 Jahren Grabsteine gefunden, deren Inschriften darauf hindeuten, dass diese Menschen einer unbekannten Epedemie zum Opfer gefallen sind. Seit ihrer Entdeckung sorgten die in Syrisch-Aramäischer Sprache beschrifteten Grabsteine hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Schwarzen Tod in Europa bei Fachleuten für Kontroverse.

Pestbakterium Yersinia pestis nachgewiesen
In der vorliegenden Studie analysierte ein internationales Forschungsteam, darunter Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, der Universität Tübingen und der University of Stirling in Großbritannien, alte DNA aus menschlichen Überresten sowie historische und archäologische Daten zweier Fundstätten, an denen Pest-Inschriften gefunden wurden.

Bereits die ersten Ergebnisse waren ermutigend: So ist es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gelungen, bei Personen, die laut Grabsteininschrift im Jahre 1338 verstorben sind, DNA des Pestbakteriums Yersinia pestis nachzuweisen.

Yersinia pestis, Kolonie. Raster-Elektronenmikroskopie. Maßstab = 500 nm

Quelle: Muhsin Özel, Gudrun Holland, Rolf Reissbrodt/ RKI 

„Wir konnten endlich nachweisen, dass die auf den Grabsteinen erwähnte Epidemie tatsächlich durch die Pest verursacht wurde“, erläutert Phil Slavin, einer der Hauptautoren der Studie und Historiker an der University of Sterling.

Ursprungsstamm und genauen Ausbruchszeitpunkt bestimmt

Könnten die Forscherinnen und Forscher den Ursprüngen des Schwarzen Todes auf die Spur gekommen sein? Bisher wurde der Ausbruch des Schwarzen Todes mit einer massiven Diversifizierung der Peststämme in Verbindung gebracht, einem sogenannten „Urknall der Pestdiversität“.

Der Zeitpunkt dieses Ereignisses konnte aber nicht genau bestimmt werden – bisher wurde er zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert eingeordnet. Die Forschenden haben jetzt vollständige alte Pestgenome aus den Fundorten in Kirgisistan zusammengesetzt und untersucht, wie sie mit diesem Urknall-Ereignis zusammenhängen könnten.

„Wir fanden heraus, dass sich die alten Stämme aus Kirgisistan genau am Knotenpunkt dieses massiven Diversifizierungsereignisses befinden. Es ist uns also tatsächlich gelungen, den Ursprungsstamm des Schwarzen Todes und seinen genauen Ausbruchszeitpunkt – das Jahr 1338 – zu bestimmen“, erklärt Maria Spyrou, Erstautorin und Forscherin an der Universität Tübingen.

Vorfahre in Zentralasien entstanden

Aber woher kam dieser Stamm? Hat er sich lokal entwickelt oder wurde er in die Region eingeschleppt und breitete sich dann aus? Es ist bekannt, dass die Pest keine Krankheit ist, die im Menschen ihren Ursprung hat; das Bakterium Y. pestis überlebt in wilden Nagetierpopulationen auf der ganzen Welt – in sogenannten Pestreservoirs.

Der alte zentralasiatische Stamm, der die Epidemie von 1338 bis 1339 am Yssykköl-See verursachte, muss laut den Fachleuten also aus einem solchen Reservoir stammen.

„Moderne, mit dem alten Stamm am engsten verwandte Stämme finden wir heute in Pestreservoirs rund um das Tian Shan-Gebirge, also ganz in der Nähe des Fundortes dieses alten Stammes. Der Vorfahre des Schwarzen Todes scheint also in Zentralasien entstanden zu sein“, so Johannes Krause, Hauptautor der Studie und Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen: Gesundheits-News; Autor: Alfred Domke

Quellen:

  • Max-Planck-Gesellschaft: Ursprung des Schwarzen Todes identifiziert, (Abruf: 19.06.2022), Max-Planck-Gesellschaft
  • Maria A. Spyrou, Lyazzat Musralina, Guido A. Gnecchi Ruscone, Arthur Kocher, Pier-Giorgio Borbone, Valeri I. Khartanovich, Alexandra Buzhilova, Leyla Djansugurova, Kirsten I. Bos, Denise Kühnert, Wolfgang Haak, Philip Slavin, Johannes Krause: The source of the Black Death in fourteenth-century central Eurasia; in: Nature, (veröffentlicht: 15.06.2022), Nature

Die Pest wütete in ganz Deutschland, in Bayern: Kirchenchronik Stift Reichenberg 1649, Aufzeichnung Sterbeliste ganzer Familien; Foto: G. Birkl

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Ökonom warnt vor möglichen Folgen des Krieges in Zentralasien

Foto: AP Photo/Vadim Ghirda

Millionen von Arbeitsmigranten in Russland sind mit einem Rückgang der Reallöhne und dem Ende der Schaffung von Arbeitsplätzen konfrontiert. Darüber hinaus könnten die Lebensmittel- und Energiepreise in Zentralasien steigen. Der Wirtschaftswissenschaftler Behzod Khoshimov lieferte seine Prognose.

Der Wirtschaftswissenschaftler Behzod Khoshimov kommentierte auf seiner Twitter-Seite, wie sich Russlands Angriff auf die Ukraine und die Sanktionen auf die zentralasiatische Wirtschaft auswirken werden.

Geldtransfers
Erstens sind Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan stark von Überweisungen aus Russland abhängig.
Usbekistan ist mit einem Budget von etwa 50 % das am wenigsten von Überweisungen abhängige Land in Zentralasien.

Noch schlimmer ist die Situation in Kirgisistan und Tadschikistan – die Rücküberweisungen liegen im zweistelligen Bereich im Verhältnis zum BIP. Wenn die Rücküberweisungen um 50 % sinken, ist in diesem Jahr mit einer schweren Rezession zu rechnen.

Überweisungen in Tadschikistan machen 30 % des BIP aus, und eine Verdoppelung ist ein ernstes Problem. Der COVID-Schock war nur von kurzer Dauer, aber das ist hier nicht der Fall.

Obwohl Kasachstan Teil eines Wirtschaftsbündnisses mit Russland ist, ist es wahrscheinlich das widerstandsfähigste Land gegenüber einem Kriegsschock.

Selbst wenn das Volumen der Überweisungen in Rubel gleich bleibt (dies ist eine optimistische Annahme), werden Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan aufgrund der Abwertung mit einem starken Rückgang der Überweisungen konfrontiert sein.

Arbeitsmarkt
Ein weiterer Schlag wird mit dem Arbeitsmarkt zusammenhängen: Schlechte Wirtschaftsbedingungen werden zu einem Rückgang der Arbeitskräftenachfrage und der Löhne führen. Vor allem werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen.

Was mich am meisten beunruhigt, ist der Arbeitsfluss, nicht die Lagerbestände. Mit anderen Worten, jedes Jahr machen in Usbekistan mehr als 450.000 Schüler die High School, und weniger als 10 % von ihnen nehmen an einer höheren Ausbildung teil. Die Zahl der Stellenangebote im Land ist begrenzt.

Wohin also gehen die jungen Leute?
Arbeitslose Jugendliche gehen auf der Suche nach Arbeit oft nach Russland und Kasachstan. Kommt es in Russland zu wirtschaftlichen Problemen, werden hunderttausende usbekische Schulabgänger im Herbst nirgendwo hinkommen. Dies ist ein sehr ernstes und beispielloses Problem.

Eine ähnliche Tendenz gibt es in Tadschikistan, wo das Problem der „Arbeitslosigkeit“ wichtiger ist als das Problem der Lagerbestände. Obwohl mehr als 20 % der Erwerbsbevölkerung offiziell in Russland beschäftigt sind, könnten eine rückläufige Beschäftigung und Nachfrage nach Arbeitskräften eine Reihe negativer externer Effekte haben.

Transaktionskosten
Wenn Russland nun die Kontrolle über das Kapital ausübt oder dem Bankensektor des Landes umfassende Sanktionen auferlegt, werden die Transaktionskosten für Überweisungen an zentralasiatische Länder erheblich steigen.

Dies mag viele überraschen, aber es ist die gebräuchlichste Methode, Geld mit offiziellen Überweisungen wie Western Union (oder seinen russischen Analoga) und Banken nach Hause zu schicken.

Wenn es in Russland einen „offiziellen“ und einen inoffiziellen Dollarkurs gibt, wird es noch tragischer. Da waren schon 10% Unterschied. Dadurch sinken die Realeinkommen der Arbeitsmigranten und die Transaktionskosten für den Geldversand in die Heimat steigen.

Das Hauptproblem wird der Rückgang der Nachfrage nach Arbeitskräften für Migranten und die begrenzten Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sein.

Zwei unterschiedliche Effekte: Makrostabilität und Haushaltsebene
In Bezug auf die makroökonomische Stabilität schneidet Usbekistan besser ab als Kirgisistan und Tadschikistan, daher werde ich Usbekistan kommentieren. Usbekistan hat Schulden in Dollar, und der Rückgang der Deviseneinnahmen wird Druck auf seine Währung (Soum) ausüben.

Trotz der Tatsache, dass Usbekistan über wertvolle Exportgüter verfügt, die die Verluste decken können – Gas und Gold – ist es schwierig, das Ausmaß der Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschaft des Landes vorherzusagen. Aber es ist klar, dass ernsthafte Probleme fьr die makroökonomische Stabilität entstehen werden.

Auf Haushaltsebene ist die Situation nicht optimistisch, insbesondere angesichts der Besorgnis über die Inflation der Lebensmittelpreise und die Bodenerosion.

Der „Kriegsschock“ betrifft die schwächsten Bevölkerungsgruppen – Frauen, Kinder und Eltern von Wanderarbeitern.

Lebensmittelproblem
Sowohl Russland als auch die Ukraine beliefern Zentralasien mit einer breiten Palette an Grundnahrungsmitteln. Zucker, Getreide, Weizen, Öl, Samen, Mehl, Fleisch usw. stammen aus Russland, der Europäischen Union, Kasachstan und Weißrussland.

Kriege und Sanktionen verringern die Produktionskapazitäten und Lieferkürzungen erhöhen überall die Preise.

Lebensmittelausgaben für die Armen in Zentralasien machen einen großen Teil der monatlichen Ausgaben aus. Mehr als 10 % der Usbeken leiden unter Nahrungsmittelknappheit. Das Ernährungsproblem ist vergleichbar mit Kirgisistan, aber die Situation in Usbekistan ist besser als in Tadschikistan.

Können zentralasiatische Länder die Nahrungsmittelproduktion steigern? Höchstwahrscheinlich nimmt der Zufluss von Direktinvestitionen in die Landwirtschaft nicht zu, und die private Verschuldung hat bereits zugenommen. Regionale Geschäftsrisiken nehmen wieder zu. Die Situation mit Wasser hat sich auch verschlechtert.

Energiepreise
In Zentralasien gewähren die Regierungen erhebliche Subventionen für Energieressourcen. Unter den anderen zentralasiatischen Staaten haben die Regierungen von Usbekistan und Kasachstan die höchsten Energiesubventionen, Kirgistan die niedrigsten.

Steigende Energiepreise werden eine enorme finanzielle Belastung darstellen. Subventionen zu streichen oder Preise zu erhöhen, wäre politisch teuer.

Die Energiepreise sind ein großes Problem, das die Regierungen berücksichtigen müssen. Russland hat einen erheblichen Einfluss auf die Energieversorgung der zentralasiatischen Länder.

Die staatlichen Verpflichtungen werden zunehmen
Die fiskalischen Verpflichtungen für die Regierung werden aufgrund der Nahrungsmittel- und Energieinflation und sinkender Überweisungen weiter zunehmen. Durch die angespannte politische Lage sind Sparreformen wie der Abbau von Energiesubventionen unerträglich teuer geworden. Die CA-Staaten wiederum benötigen externe Kredite, aber dies wird auch die Staatsverschuldung erhöhen.

Zur Umsetzung von Reformen ist ein starker politischer Wille erforderlich. Politiker haben nicht viele gute Optionen – der Schlüssel liegt darin, ökonomische Fehler wie Preiskontrollen oder den Aufstieg der Autokratie zu vermeiden.

Kurz gesagt, dies mag überraschen, aber schwere wirtschaftliche Rezessionen in Russland werden enorme Auswirkungen auf die zentralasiatischen Länder haben, die noch kein Bündnis mit Russland eingegangen sind.

Ich bin besorgt über Lebensmittel, Stromausfälle, sinkende Deviseneinnahmen und steigende Gaspreise, die die Armen in Zentralasien überproportional treffen.

Der Rückgang der offenen Stellen infolge der Rezession in Russland wird die heimischen Arbeitsmärkte stark belasten.

Quelle/Foto/Abbildung: kun.uz; Wirtschaftswissenschaftler Behzod Khoshimov

Empfohlene LINKS:
IW - Institut der Deutschen WirtschaftRusslands Krieg in der Ukraine belastet deutsche Unternehmen
Wirtschaftswoche  - „Europa rutscht in die Rezession, die USA kommen besser davon"
ifo Institutifo Standpunkt 234: Wirtschaftliche Folgen des russischen Überfalls auf die Ukraine
mdr - Landwirtschaft und Autoindustrie am stärksten von Krieg in Ukraine betroffen



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Die Gletscher des Tian Shan im Rückgang

Tian Shan - Foto: Chen Zhao - flickr

ZENTRALASIATISCHE FORSCHUNGSREVUE – Mithilfe von Bildern des US-Geheimdienstes konnten Forscher:innen einen Rückzug der zentralasiatischen Gletscher beobachten. Parallel dazu wurden die Überreste von Menschen aus der Eisenzeit, die aus dem Gebiet des heutigen Usbekistan stammen, auf ihren gemeinsamen Ursprung hin untersucht.

Zahlreiche Forschungsarbeiten von Instituten und Universitäten vor Ort oder anderswo auf der Welt werfen Licht auf Zentralasien. Die französische Redaktion von Novastan hat eine Artikelserie eröffnet, um eine Auswahl neuerer Studien über die Region zu beleuchten. Hier unsere aktuellen wissenschaftlichen Rezensionen.

Die Gletscher des Tian Shan gehen seit den 1960er Jahren stetig zurück
Im Zuge der globalen Erwärmung dürfte das Abschmelzen der Gletscher in Asien Auswirkungen auf den Zugang der Menschen zu Wasser haben, insbesondere in Zentralasien. Die Untersuchung ihrer Entwicklung ist von größter Bedeutung, um diese Folgen vorherzusehen. Schätzungen des Gletschervolumens, die durch Satellitenbeobachtungen vorgenommen werden, sind jedoch relativ neu und reichen in der Regel nicht weiter als 30 Jahre zurück.
Um die Entwicklung darüber hinaus zu rekonstruieren, nutzte ein internationales Team, dem unter anderem Forscher:innen des Geographischen Instituts in Almaty im Süden Kasachstans angehören, eine unerwartete Datenquelle: den US-Geheimdienst.

In ihrer am 5. Juli 2021 in Nature Communications veröffentlichten Studie erklären die Wissenschaftler:innen, dass sie Satellitenbilder des amerikanischen Keyhole-Programms, das ab 1959 operierte, verwendet haben. In dessen Rahmen setzten die Vereinigten Staaten Spionagesatelliten ein, um die Sowjetunion zu überwachen. Die entstandenen Bilder haben eine Auflösung von zwei Metern. Durch die Verwendung von Bildern der CORONA-Satelliten KH-4 und KH-9, auf denen die asiatischen Gletscher abgebildet sind, konnten diese Forscher:innen die Schätzung des Volumens der asiatischen Gletscher bis in die frühen 1960er Jahre ausdehnen.

Die Ergebnisse ihrer Studie zeigen, dass alle sieben untersuchten Regionen in diesem Zeitraum an Eismasse verloren haben, am stärksten die Gletscher in der nördlichen Region des Tienschan. Sie zeigen auch, dass der Massenverlust stark mit der Temperatur im Sommer zusammenhängt. Schließlich beschreiben sie, dass z.B. im Tienschan einige Gletscher dauerhaft schrumpften, während andere, die stabil schienen, erst später begannen, die Folgen der globalen Erwärmung zu spüren.
Diese Studie wirft ein Schlaglicht auf die langfristige Entwicklung von Gletschern, insbesondere in Zentralasien. Sie könnte auch dazu beitragen, die mit der globalen Erwärmung verbundenen Phänomene der Gletscherschmelze besser zu verstehen und die Folgen für die Ökosysteme und die Bevölkerung in Zentralasien vorherzusehen.

Die genetischen Ursprünge der eisenzeitlichen Usbeken
Die verschiedenen Völker und Ethnien Zentralasiens haben einen komplexen Ursprung, den Forscher:innen durch Fortschritte in der Gensequenzierung zu entschlüsseln versuchen. Eine am 28. Juli 2021 in Molecular Biology and Evolution veröffentlichte Studie untersucht die eisenzeitlichen Völker des heutigen Usbekistan, um ihre Herkunft zu bestimmen. Mithilfe genetischer Marker untersuchten die Wissenschaftler:innen das extrahierte Genom von 27 Individuen, deren Überreste aus der Eisenzeit (vor 2.100 bis 1.500 Jahren) stammten und die im Süden des heutigen Usbekistan gefunden wurden.

Indem sie sich auf die Variationen einzelner Basenpaare in der DNA konzentrierten, konnten die Forscher eine Kontinuität zwischen den Bevölkerungen der Bronzezeit, die von iranischen und anatolischen Vorfahren abstammten, und denen der Eisenzeit feststellen. Ihre Arbeit zeigt jedoch, dass die Vermischung mit anderen Steppenpopulationen in dieser letzten Periode zugenommen hat.
Diese Ergebnisse ermöglichen es, die kulturelle Vielfalt der Populationen dieser Region während der Eisenzeit besser zu verstehen, indem die in ihnen vorhandenen genetischen Unterschiede identifiziert werden.

Der Sonderfall der Fischvielfalt in Usbekistan
Ebenfalls mit Usbekistan befasst sich eine Studie, die am 19. August 2021 in Scientific Reports veröffentlicht wurde, mit der genetischen Vielfalt von Fischen in diesem Land. Die geografische Lage ist dort besonders, denn Usbekistan ist eines der beiden einzigen endorheischen Länder der Welt, d. h. keiner seiner Flüsse mündet in Meere oder Ozeane. Diese Konfiguration macht es zu einem geschlossenen Flusssystem, das die biologische Vielfalt der Fische beeinträchtigt. Baxtiyor Sheraliev von der Fakultät für Biowissenschaften an der Staatlichen Universität Farg'ona und sein Co-Autor Zuogang Peng wollten daher die Fischvielfalt in diesem besonderen System erfassen. Zu diesem Zweck entnahmen sie 666 Fischexemplare aus verschiedenen Flüssen und Seen. Diese gehörten zu insgesamt 59 verschiedenen Fischarten.

Um diese Identifizierung durchzuführen, kombinierten die beiden Forscher morphometrische Messungen mit der Identifizierung durch genetische Marker und konnten so jede Art unterscheiden. Die Ergebnisse ihrer Studie zeigen, dass die ohnehin geringe Fischvielfalt in usbekischen Gewässern in den letzten Jahren weiter abgenommen hat. Von den identifizierten Arten werden eine Handvoll von der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur als vom Aussterben bedroht eingestuft.

Diese Studie belegt die Möglichkeit, mithilfe eines genetischen Identifikationsansatzes Fischpopulationen schneller und genauer als mit herkömmlichen Methoden zu erfassen. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse die Details der aktuellen Vielfalt in Usbekistan, was zu einem besseren Schutz der bedrohten Arten und ihrer Ökosysteme führen kann.

Quelle: NOVASTAN.org; Anthony Vial
Redakteur für Novastan
Aus dem Französischen von Florian Coppenrath; Titelbild: Tian Shan - Chen Zhao - flickr

Empfohlene LINKS:
NOVASTAN - Gletscherschmelze im Tian-Shan eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien
WIKIPEDIA - Tian Shan (Tienschan) | Fargʻona (Ferghana)
Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature)
Nature Communications - High Mountain Asian glacier response to climate revealed by multi-temporal satellite observations since the 1960s
Oxford Academic - Genetic Continuity of Bronze Age Ancestry with Increased Steppe-Related Ancestry in Late Iron Age Uzbekistan 
Scientific Reports - Molecular diversity of Uzbekistan's fishes assessed with DNA barcoding

Empfohlene Literatur:

Vegetation of Central Asia and Environs
Reiseführer ZENTRALASIEN
Reiseführer USBEKISTAN

 YOUTUBE: Christian Biemann

"Magisches Zentralasien" - Kirgistan | Usbekistan | Tadschikistan - 3 Monate in Zentralasien
https://www.biemann-photography.at
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Groundswell-Bericht: Der Klimawandel könnte bis 2050 216 Millionen Menschen dazu zwingen, innerhalb ihres eigenen Landes abzuwandern

groundswell-report; Grafik: Weltbank
In Usbekistan wurden das Ferghana-Tal, die Gegend um Taschkent, im Süden Usbekistans entlang des Flusses Amu Darya - als Hotspots der Abwanderung aufgrund des Klimas prognostiziert. 

Der veröffentlichte aktualisierte Groundswell-Bericht der Weltbank stellt fest, dass der Klimawandel, ein zunehmend stärkerer Migrationstreiber ist. Bis 2050 werden voraussichtlich 216 Millionen Menschen in sechs Weltregionen dazu gezwungen werden innerhalb ihrer Länder umzuziehen.

Brennpunkte der internen Klimamigration könnten bereits 2030 entstehen und sich bis 2050 weiter ausbreiten und intensivieren. Der Bericht stellt auch fest, dass sofortige und konzertierte Maßnahmen zur Reduzierung der globalen Emissionen und zur Unterstützung einer grünen, integrativen und widerstandsfähigen Entwicklung das Ausmaß des Klimawandels verringern könnten. Die Migration könnte um bis zu 80 Prozent reduziert werden.

Der Klimawandel ist aufgrund seiner Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen der Menschen und des Verlusts der Lebensqualität an stark exponierten Standorten ein starker Treiber der Binnenmigration. Bis 2050 könnte Subsahara-Afrika bis zu 86 Millionen Binnenklimamigranten sehen; Ostasien und Pazifik, 49 Millionen; Südasien, 40 Millionen; Nordafrika, 19 Millionen; Lateinamerika, 17 Millionen; und Osteuropa und Zentralasien, 5 Millionen.

„Der Groundswell-Bericht ist eine eindrückliche Erinnerung an den menschlichen Tribut des Klimawandels, insbesondere für die Ärmsten der Welt – diejenigen, die am wenigsten zu seinen Ursachen beitragen. Es zeigt auch klar einen Weg für die Länder auf, um einige der Schlüsselfaktoren anzugehen, die klimabedingte Migration verursachen“, sagte Jürgen Voegele, Vizepräsident für nachhaltige Entwicklung der Weltbank.     
Der aktualisierte Bericht enthält Prognosen und Analysen für drei Regionen: Ostasien und Pazifik, Nordafrika sowie Osteuropa und Zentralasien. Es baut auf dem neuartigen und bahnbrechenden Modellierungsansatz des vorherigen Groundswell-Berichts der Weltbank aus dem Jahr 2018 auf, der Afrika südlich der Sahara, Südasien und Lateinamerika abdeckte.

Durch den Einsatz eines szenariobasierten Ansatzes untersucht der Bericht potenzielle zukünftige Ergebnisse, die Entscheidungsträgern bei der Vorausplanung helfen können. Der Ansatz ermöglicht die Identifizierung interner klimatischer Zu- und Abwanderungs-Hotspots, nämlich der Gebiete, aus denen Menschen aufgrund von zunehmender Wasserknappheit, sinkender Pflanzenproduktivität und Meeresspiegelanstieg sowie städtischen und ländlichen Gebieten mit besseren Bedingungen für den Aufbau neuer Lebensgrundlagen.

Der Bericht enthält eine Reihe von politischen Empfehlungen, die dazu beitragen können, die Faktoren, die die Klimamigration vorantreiben, zu verlangsamen und sich auf die erwarteten Migrationsströme vorzubereiten, darunter:
•  Reduzierung der globalen Emissionen und Anstrengungen, um die Temperaturziele des Pariser Abkommens zu erreichen.
•  Einbettung der internen Klimamigration in eine weitsichtige grüne, widerstandsfähige und integrative Entwicklungsplanung.
•  Vorbereitung auf jede Phase der Migration, damit die Binnenklimamigration als Anpassungsstrategie zu positiven Entwicklungsergebnissen führen kann.
•  Investitionen in ein besseres Verständnis der Triebkräfte der internen Klimamigration, um gezielte Maßnahmen zu treffen.

Höhepunkte in Osteuropa und Zentralasien
• Bis 2050 könnten Osteuropa und Zentralasien am oberen Ende des pessimistischen Referenzszenarios bis zu 5,1 Millionen Klimamigranten oder 2,3 Prozent der prognostizierten Gesamtbevölkerung sehen. Davon werden bis zu 2,4 Millionen Klimamigranten in Zentralasien leben (pessimistischer Referenzszenario-Durchschnitt).

• Das Ferghana-Tal, die Gegend um Taschkent und tiefer gelegene Gebiete im Süden Tadschikistans (einschließlich Duschanbe) werden voraussichtlich zu Hotspots der Klimazuwanderung, zusammen mit dichteren Siedlungen in Nordkasachstan (Karagandy, Nur-Sultan und Kostanay). Diese spiegeln die prognostizierten Steigerungen sowohl der Wasserverfügbarkeit als auch der Pflanzenproduktivität wider.

• Entlang der südlichen Grenze Kasachstans, in Nischen rund um das Fergana-Tal in Usbekistan und Tadschikistan sowie in der Umgebung von Bischkek werden Klima-Hotspots erwartet, die den prognostizierten Rückgang der Wasserverfügbarkeit und der Ernteproduktivität widerspiegeln. Aus den gleichen Gründen werden auch kleinere Gebiete im Osten Turkmenistans und im Süden Usbekistans entlang des Flusses Amu Darya als Hotspots der Abwanderung des Klimas prognostiziert. 

Quelle: tashkenttimes.uz; Grafik: Groundswell-Report; WORLD BANK GROUP

Empfohlene LINKS:
WORLD BANK GROUP

Grafik: de.statista.com - Bevölkerung Usbekistan 1992 - 2026

Gesamtbevölkerung von Usbekistan bis 2026
Veröffentlicht von Bruno Urmersbach, 03.11.2021
Im Jahr 2020 betrug die Einwohnerzahl von Usbekistan rund 33,9 Millionen Personen. Für das Jahr 2021 wird die Gesamtbevölkerung Usbekistans auf rund 34,5 Millionen Einwohner prognostiziert. Die Statistik zeigt die Entwicklung der Gesamtbevölkerung von Usbekistan von 1992 bis 2020 und Prognosen bis zum Jahr 2026.

WIKIPEDIA Zentralasien
wiki.bildungsserver.de Klimaprojektionen Asien
Max-Planck-Gesellschaft Klima und Klimawandel
Germanwatch.org  Globale Klimakrise: Aufbruch in eine neue Zukunft (PDF)

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"Es erwartet uns eine Dürre, die bis zum Ende des Jahrhunderts andauern wird"

uz_aralsee_moynak_bodo_thoens Aralsee: Foto; Bodo Thöns

Ein Gespräch mit Professor Usman Norkulov über Wasserprobleme in Usbekistan

Usbekische Landsleute machen sich von Jahr zu Jahr mehr Sorgen über den Mangel an Trinkwasser, Wasser für die Landwirtschaft, Dürre und andere Probleme im Zusammenhang mit Wasser. Die Arbeiten zum sparsamen Umgang mit Wasser im Land gehen nur sehr langsam voran. Zum Beispiel wird bei der Bewässerung der wichtigsten landwirtschaftlichen Gebiete in Usbekistan immer noch eine Massenbewässerung verwendet, wie in den 1970er bis 1980er Jahren ...

Der Korrespondent von Kun.uz organisierte ein Interview mit dem Doktor der Agrarwissenschaften, Professor Usman Norkulov, über die Schwierigkeiten, die das Land erwarten, über die Gewinnung neuer Technologien in diesem Bereich und im Allgemeinen über die Anpassungsprozesse an die Wasserprobleme.

Wissenschaftler stellen fest, dass in Zentralasien, einschließlich Usbekistan, in den letzten Jahrzehnten Dürre herrschte. Ist das in unserer Region üblich? Wie lange kann eine solche Dürre dauern, wenn wir uns der Geschichte zuwenden?

- Tatsächlich gibt es Trockenzonen auf der Erde. Der zentralasiatische Raum ist ein solches Gebiet. Dürre wiederholt sich hier regelmäßig. Es gibt Jahre in unserer Geschichte, in denen die Dürre sehr stark war.

Ich analysierte die Daten zu atmosphärischen Niederschlägen der letzten hundert Jahre und fand heraus, dass in diesen hundert Jahren nur sieben Jahre lang genug Niederschlag für die Landwirtschaft und im Allgemeinen für den Wasserbedarf vorhanden war. Das sind 7 von 100 Prozent. Gleichzeitig gab es in diesem Zeitraum während 8 Jahren Perioden mit sehr starker Dürre. In diesen Jahren sank die Wasserversorgung auf 40 Prozent.

In den letzten 100 Jahren ereignete sich 1917 die schlimmste Dürre in unserer Region. Menschen, Flora und Fauna waren stark betroffen.
Bis in die 1960er Jahre gab es praktisch keine Dürre. Beobachtungen zeigen, dass die Dürre nach diesen Jahren alle 7-8 Jahre wiederkehrte. Nach den 2000er Jahren hat sich dieser Zeitraum noch mehr verkürzt.

Ein weiterer Punkt: In den letzten hundert Jahren wurde die Überschreitung der Norm des atmosphärischen Niederschlags nur einmal beobachtet. Das war 1969.

Was bedeutet das? Diese Situation wird hauptsächlich mit der globalen Erwärmung in Verbindung gebracht. Jetzt führen alle Wissenschaftler der Welt sowie die UNO ernsthafte Forschungen zu diesem Problem durch.

In den letzten 10-15 Jahren hat der Schneefall stark abgenommen. Es regnet ganz kurz. Jetzt gibt es praktisch keine intensiven Regenfälle, die 2-3 Tage dauern. Aber gerade solche Regenfälle sind für die Landwirtschaft nützlich, sie werden gut in den Boden aufgenommen. Wenn der Regen leicht ist oder sehr schnell aufhört, zieht er nicht in den Boden ein und die Verdunstung nimmt zu.

Die Verringerung der Niederschlagsmenge hat einen äußerst negativen Einfluss auf die Pflanzenproduktivität und die Bodenfruchtbarkeit. Die Zahl der Krankheiten nimmt zu. Dies führt auch zur aktiven Vermehrung einiger Mikroorganismen und Insekten.

Auch in Zukunft werden uns schwierige klimatische Jahre bevorstehen. Wissenschaftlern zufolge wird diese Dürre in unserem Land bis zum Ende des Jahrhunderts andauern.

Ist es möglich, dass uns eine so schwierige Zukunft erwartet?

- Jawohl. Zuvor sagte ich, dass in den schlimmsten Dürrejahren die Niederschlagsmenge auf 40 Prozent gesunken ist, und jetzt wird erwartet, dass sie auf 25 Prozent zurückgeht. Diese Veränderungen in unserer Umwelt sind sehr dramatisch und 25 Prozent der Niederschläge werden auch nicht viel nützen.

Unsere Region, die bereits ein stark kontinentales Klima hat, wird sich noch stärkeren Veränderungen gegenübersehen. Dafür müssen wir bereit sein. In erster Linie sollten Wissenschaftler ihre Forschung intensivieren.

Wir müssen die Verluste der Landwirtschaft, die Folgen von Wasserknappheit oder Staubstürmen vorhersagen. Die wissenschaftliche Vorhersage sollte gestärkt werden. Bei der Vorhersage des Klimawandels ist eine Genauigkeit von 60-70 Prozent erforderlich.

- Sie sprechen von der Fähigkeit, Wasser im Boden für die Wirksamkeit der Landwirtschaft zu erhalten, d.h. es muss eine gute Zusammensetzung haben. Natürlich ist es sehr wichtig, dass die Bodenzusammensetzung reich an organischer Substanz ist. 

Wie ist der aktuelle Zustand der Böden in Usbekistan, die mit Gold verglichen werden?

Professor Usman Norkulov, Doktor der Agrarwissenschaften
- Unsere Leute sagen richtig, dass die Erde mit Gold verwandt ist. Ich würde sagen, dass Land wertvoller ist als Gold. Die Erde produziert ununterbrochen Getreide und ernährt Lebewesen. Wir müssen die Eigenschaften des Bodens schützen.

Was ist Bodenfruchtbarkeit? Dies ist die Fähigkeit des Landes, Getreide zu produzieren. Und diese Fähigkeit sollte nicht reduziert werden. Unsere Bevölkerung wächst von Jahr zu Jahr und auch der Bedarf an Land und Nahrung wächst. Wie kann man ihn befriedigen? Wir haben neue Länder. Es gibt Möglichkeiten, sie zu meistern. In Usbekistan gibt es genügend wirtschaftliche Möglichkeiten und wissenschaftliche Unterstützung. Das Problem hat noch eine andere Seite. Es ist notwendig, die Fruchtbarkeit unseres Landes auf einer Fläche von 4 Millionen 300.000 Hektar auf einem hohen Niveau zu halten.

Vergleicht man den Zustand der Agrarflächen in den letzten 20-30 Jahren, so ist die Fertilität in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Wenn beispielsweise in den 1960-70er Jahren die Humusschicht im Boden 1,4-1,5% betrug, ist sie heute auf 1-1,1% gesunken. Wir haben auch hellgrau-braune braune Böden mit geringer Fruchtbarkeit. Ihre Fruchtbarkeit nimmt noch mehr ab.

Wir müssen neue Technologien entwickeln, um die Bodenfruchtbarkeit auf großen Flächen zu erhalten. So wurde zum Beispiel schon während des Baumwollmonopols in der Sowjetunion Klee auf den Feldern angebaut. Die Fruchtfolge war gut etabliert. Aber später, in den 1980er und 90er Jahren, verschwand die Praxis des Kleepflanzens praktisch. Stattdessen haben wir Weizen eingeführt. Weil es für das Land notwendig war. Bei Baumwolle und Weizen haben wir auf eine Fruchtfolge umgestellt. Aber diese Pflanzen benötigen viele Nährstoffe vom Land. Wir ernten nicht nur Weizen vollständig, sondern auch Stroh, nicht nur Baumwolle, sondern auch deren Stängel.

„Wir geben dem Boden nichts außer Dünger?.“

- Ja, wir geben dem Boden nichts, wir nehmen es nur davon. Sammelt man beispielsweise 25-30 Zentner Baumwolle pro Hektar, weitere 6-7 Tonnen Weizen und die gleiche Menge Stroh, bleibt nichts für den Boden übrig. Nach der Ernte im Herbst müssen sie Gründünger anpflanzen, die grüne Masse ergeben. Auch nach Weizen sollten mindestens 50 Prozent des Strohs auf dem Boden bleiben.

Mähdrescher mähen jetzt Stroh in einer Höhe von 10-12 cm über dem Boden. Und es zu verbrennen ist sehr schädlich. Wenn Landwirte je 40-45 cm von 70-90 cm Weizen belassen, ist dies sehr vorteilhaft für das Land. Das bedeutet, dass mindestens 4-4,5 Tonnen Nahrung im Boden verbleiben. Wir können der Erde nicht ständig so viel Nahrung geben. Mineraldünger sind knapp und sehr teuer.

Wenn wir unsere Probleme mit der Viehfütterung lösen und das Stroh behalten können, wird das sehr hilfreich sein. Ich denke, dass es immer noch notwendig ist, auf ein solches Regime umzusteigen. Auf Böden mit sehr geringer Fruchtbarkeit muss auf neue Technologien umgestellt werden, beispielsweise die Aussaat mit Hydrokultur. Solche Pflanzen sollten in Wüsten gesät werden, an Orten, an denen es unmöglich ist, auf natürliche Weise Pflanzen anzubauen.

- Experten zufolge sind in Usbekistan heute mehr als 60 Prozent der Landflächen mehr oder weniger salzhaltig. Schauen wir uns dieses Thema genauer an.

Was ist Salzgehalt? Warum passiert es? Welche Maßnahmen gegen Versalzung werden in Usbekistan wirksam sein?

Tatsächlich waren im Jahr 2000 60-65 Prozent der bewässerten Gebiete in Usbekistan versalzen. 

Warum ist der Boden versalzt? Dieses Phänomen tritt vor allem in den Ebenen und in neu entwickelten Regionen auf. Tatsächlich traten dort sogar zum Zeitpunkt des Auftretens von Boden Salze auf. Dies ist der erste Grund. Zweitens haben wir vier hydrogeologische Zonen: bergige Zonen, Vorgebirge, Hügel und Ebenen. An Orten mit hohem Relief gibt es viel Niederschlag. Sie werden natürlich in den Boden aufgenommen und fließen mit dem Grundwasser in die Ebenen. Die Zusammensetzung des Grundwassers enthält bereits mindestens 1,5-2 Gramm Salz pro Liter und maximal 15-20 Gramm pro Liter. Diese Salze verdampfen durch Verdunstung am Entstehungsort wieder an der Erdoberfläche.

Die dritte Quelle des Salzgehalts sind Salze, die mit der Bewässerung kommen. Nehmen wir zum Beispiel den Fluss Chirchik. Sein Wasser enthält 0,5-0,7 Gramm Salz pro Liter. Der zu uns kommende Teil des Syr Darya enthält 0,5-1 Gramm Salz pro Liter.

Für einen Hektar geben wir mindestens 2,5 oder sogar bis zu 7-8 Tausend Kubikmeter Wasser. Dieses Wasser hebt das Salz aus dem Boden. 1 Gramm Salz pro Liter Wasser ist viel. Das bedeutet, dass Salz zusammen mit Wasser auch in salzhaltige Länder gelangt.

Es gibt auch eine vierte Salzquelle. Dies ist die Austrocknung des Aralsees. Heute umfasst der ausgetrocknete Teil des Aralsees mehr als 5 Millionen Hektar. Durch die Wasserentnahme und Verdunstung war nur noch Salz übrig. Diese Salze werden durch Winde und Wirbelstürme tonnenweise durch die umliegenden Gebiete getragen.

ARALSEE; Foto: Bodo Thöns

Nach Berechnungen nahmen in den 1960-70er Jahren Hurrikane in diesen Gebieten etwa 15-17 mal im Jahr zu. Jetzt kommen sie in 30-40 und in einigen Jahren - bis zu 50 mal im Jahr.

Salze des Aralsees finden sich auf den Gletschern des Pamir, Tien Shan, außerdem in den tropischen Zonen und Wäldern Indiens. Die Zugehörigkeit zum Aralsee bestätigt die Zusammensetzung des Salzes.

Woher kommt so viel Salz im Aralsee?
Während der Sowjetzeit wurden Abwässer, Herbizide, Entlaubungsmittel, Trockenmittel, Rückstände von Mineraldüngern und anderen Substanzen in die Flüsse Amu Darya und Syr Darya gegossen, die mit dem Wasser der Flüsse in den Aralsee fielen und sich auf seinem Grund absetzten.

Das vollständige Interview ist als Video auf YOUTUBE verfügbar.

KUN.uz; Interview Sherzod Egamberdiev mit Ilyas Safarov; Professor Usman Norkulov

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YOUTUBE: Interview mit Professor Usman Norkulov über Wasserprobleme in Usbekistan

ARALSEE - Foto: Bodo Thöns

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Streaming in Zentralasien: Die Musik-Revolution

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Im vergangenen Jahr sorgte Musikstreaming-Marktführer Spotify für Furore, als er die Expansion in zahlreiche neue Länder ankündigte. Inzwischen ist das Unternehmen auch in Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan aktiv. Doch auf dem zentralasiatischen Markt tummeln sich auch noch andere Player, die zum Teil vorrangig heimische Künstler voranbringen.

Das Jahr 2020 stellt in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes dar. Wegen der Corona-Pandemie mussten viele Selbständige, Unternehmen und ganze Industrien, sich notgedrungen neu orientieren. In der Musikbranche wurde dabei der Konzertbereich besonders hart getroffen, da ein Großteil der geplanten Veranstaltungen und Festivals ausfiel. Viele Musiker und ihre Labels griffen daher auf den Verkauf von Musikträgern zurück. Das vergangene Jahr markiert aber auch einen Wendepunkt in der Musikgeschichte, denn es war das erste Jahr seit 1987, in welchem global mehr Langspielplatten (LPs) als CDs verkauft wurden. Trotz der Renaissance der LPs hat im Musikgeschäft jedoch bereits ein anderer Bereich die Führung übernommen: das Streaming.

Während sich Musikgruppen wie die Rolling Stones, Eagles oder AC/DC jahrzehntelanger Beliebtheit erfreuten, änderten sich die Speichermedien ihrer Fans grundsätzlich. Zunächst dominierten Langspielplatten und Kassetten, die später von CDs abgelöst wurden. Mit der Entwicklung des Internets ergaben sich neue Möglichkeiten, Musik durch Downloads mobil auf iPods und MP3-Playern zu konsumieren. Die Nostalgie mancher Musikfans, die heute für die hohe Nachfrage nach LPs verantwortlich ist, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass nun mit dem Streaming die fünfte Revolution in der Musikbranche begonnen hat.

Spotify steigt beim Streaming in Zentralasien ein

Über Smartphones und Tablets können Musikfans auf der ganzen Welt auf die Portale der großen Anbieter zugreifen. Diese verkaufen somit keine Datenträger, sondern vermieten einen befristeten Zugang zu gigantischen Titelsammlungen, die sowohl Musik als auch immer häufiger Hörbücher und Podcasts beinhalten. Neben den kostenpflichtigen Abonnements bieten viele Dienste auch kostenlose Varianten an, die durch Werbung finanziert werden. Streaming stellt dabei mit steigender Tendenz bereits über 68 Prozent des gesamten Umsatzes (13,4 Mrd. US-Dollar) dar, während alle anderen analogen Tonträger auf 19,5 Prozent (4,2 Mrd.) kommen. Trotz der Pandemie generierte die Musikindustrie einen globalen Zuwachs von 7,4 Prozent, wobei Asien (9,5 Prozent) und Lateinamerika (15,9 Prozent) das größte Wachstum verzeichneten. Obwohl die wichtigsten Märkte weiterhin in Europa, Nordamerika und Ostasien liegen, gewinnen die Schwellenländer stetig an Bedeutung.

Im vergangenen Jahr erweiterte der Streaming-Marktführer Spotify, der etwa 36 Prozent der Marktanteile (108 Millionen Abonnenten) hält, sein Geschäft um gleich zehn Staaten in Europa und Zentralasien, inklusive Russland und Kasachstan. Vizepräsident Gustav Gyllenhammar erklärte diesen Schritt als elementaren Teil einer globalen Marketingstrategie, die sowohl eine Verbindung zur globalen Musikkultur als auch Raum für die Förderung lokaler Gruppen schaffen solle. Als Folge einer weiteren Expansionswelle im Februar 2021 verkündete der Konzern den Markteintritt in 80 Staaten weltweit, wozu auch Kirgisistan und Usbekistan gehören.

Hip-Hop besonders beliebt
Gerade die zentralasiatischen Länder sind für Streaming-Anbieter sehr interessant, da sie über eine junge, urbane und internetaffine Generation verfügen. Aufgrund dieser Musikkonsumenten stellt Hip-Hop laut Spotify weltweit das beliebteste Musik-Genre dar. Gerade in Kasachstan werden nicht nur internationale Größen der Szene, sondern auch lokale Stars gehört. Auf der Plattform gehört der kasachische Rapper „Skriptonit" mit 1,3 Millionen monatlichen Hörern zu den lokalen Superstars. Zu den bekannten Künstlern des Hip-Hops in der Region zählen zudem „Begish" und „7gen" aus Kirgisistan sowie „Shoxrux" und „Konsta" aus Usbekistan. Auch andere Genres wie etwa Pop, Alternative Rock, Electronic und Heavy Metal werden in Zentralasien gerne gehört, doch die lokalen Künstler sind selten über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

YOUTUBE: UZBEKISTAN 🇺🇿 TOP 100 SONGS - MUSIC CHART 2021 (Popnable Uzbekistan)

Mit der steigenden Marktmacht von Spotify gegenüber anderen Streamingdiensten häufte sich zuletzt die Kritik am schwedischen Konzern: Dieser gehe mit den Daten seiner Nutzer häufig unsensibel um und zeige zu wenig Unterstützung für die kleineren Künstler. Speziell in Kasachstan sorgte zudem die Preissetzung für Unmut, da ein einfaches Abonnement mit circa 2.100 Tenge (4 Euro) doppelt so teuer wie in Russland ist. Darüber regte sich ein Nutzer auf der Spotify-Website auf, indem er auf das geringe Durchschnittseinkommen von etwa 400 Euro verwies. Der Konzern unterstrich hingegen die länderspezifischen Unterschiede innerhalb der Lizensierungsverfahren.

Streaming in Zentralasien keine Einbahnstraße
Spotify verfügt nicht nur über Millionen Musiktitel, sondern ist ebenso bekannt für eine große Auswahl von Podcasts. Diese stellen ein breites Potpourri aus verschiedensten Wissenssendungen, Comedy, Nachrichten und themenbezogenen Gesprächen dar. Wie verhält es sich also mit dem Angebot von Spotify in Ländern, die regelmäßig die unteren Plätze in den Rankings zur Pressefreiheit einnehmen? Gespannt wurde das Erscheinen der ersten zentralasiatischen Podcasts und die Reaktion der staatlichen Behörden erwartet. Doch Spotify erhielt bisher keine Lizenz, um Podcasts in Zentralasien zu veröffentlichen. Ob dies eine reine Formalie sein wird oder als Vorsichtsmaßnahme der Staaten verstanden werden muss, wird sich zeigen.

YOUTUBE: Shahzoda va Dj Piligrim - Layli va Majnun - 7.715.297 Aufrufe

Neben dem Marktführer Spotify haben sich zahlreiche weitere Anbieter auf dem russischen und zentralasiatischen Markt angesiedelt. Dazu gehören unter anderem Deezer und Apple Music sowie einige nationale Unternehmen. Ein Beispiel dafür ist etwa die von Kazakhtelekom entwickelte Streaming-App „MUSIC NUR". Der nationale Streamingdienst bietet ebenso eine große Auswahl mit dem klaren Fokus auf kasachische Künstler und kostet außerdem nur etwa 840 Tenge (1,60 Euro). Die beliebtesten Musiker auf der Plattform sind Kairat Nurtas, Toregali Toreali, Jah Khalib und Ernar Aidar.

Obwohl derzeit die Musikbranche unter den coronabedingten Einschränkungen leidet, konnte der Musikmarkt im Streaming rapide wachsen. Damit steigt seine Bedeutung im globalen Musikgeschäft. Der Markteinstieg in Zentralasien ist aber keineswegs eine Einbahnstraße für die Verbreitung westlicher Musik, sondern hat das Potenzial, eine Brücke zwischen den Kulturen zu entwickeln, um auch zentralasiatische Künstler in Europa und Amerika bekannter zu machen.

Quelle/ Titelbild: DAZ.asia; Jonas Prien

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BRI - Wasserzukunft für Zentralasien?

duschanbe_foto_david_trilling Strassenreinigung

Die Belt and Road Initiative (BRI) könnte die Wasserspannungen in Zentralasien verschärfen, argumentiert eine neue Studie, und Peking scheint wenig über die Risiken nachgedacht zu haben.

Für Zentralasien ist Chinas Belt and Road Initiative der größte Infrastrukturantrieb seit Generationen. Und wie die sowjetischen Megadämme, Minen und die verheerende Baumwollmonokultur, die ihr vorausgingen, ist das BRI bereit, Probleme der Wasserverteilung und der Umweltverschmutzung für kommende Generationen zu schüren.

In einem neuen Papier werden Fragen aufgeworfen, wie sich das BRI - eine formlose und sich wandelnde Gruppe von Projekten, die von Peking finanziert werden, oft in extrem korrupten Ländern - auf die prekäre Wasserversorgung in Zentralasien auswirkt. Fragen, die die Regionalregierungen und ihre chinesischen Partner nicht beantwortet haben.

Wasser ist „möglicherweise das schwerwiegendste Problem auf dem Weg des [BRI]“, schreiben Melinda Davies von der University of Queensland und Nathanial Matthews vom King's College London im International Journal of Water Resources Development. Und es ist unklar, „ob die durch das BRI vorgeschlagene Entwicklung und die damit verbundene rasche wirtschaftliche Belebung ein bereits unzusammenhängendes und funktionsgestörtes Wassermanagementsystem zu stark belasten werden“.

Seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991 haben sich die fünf zentralasiatischen Republiken über die einst von Moskau verwalteten gemeinsamen Ressourcen gestritten. Obwohl Usbekistans Führungswechsel im Jahr 2016 einige der schlimmsten Streitigkeiten beigelegt hat, haben die fünf Staaten nur geringe Fortschritte bei der Koordinierung zur Bewältigung anhaltender Wasserknappheit gezeigt, die durch wachsende Bevölkerung und Klimawandel verstärkt wird.

Die Autoren hoffen, dass China eine konstruktive und einigende Rolle spielen kann; es wird keinen Nutzen aus der gesellschaftspolitischen Instabilität an seiner Westflanke ziehen. Der Präzedenzfall deutet jedoch darauf hin, dass Peking nicht über die nötige Geschicklichkeit verfügt. Chinesische Unternehmen haben eine gut dokumentierte Geschichte undurchsichtiger Geschäfte in der Region. Es besteht ein anhaltender Mangel an Koordination zwischen den BRI-Auftragnehmern und chinesische Entwickler sind nicht dafür bekannt, die öffentliche Meinung zu berücksichtigen, selbst angesichts der tiefen Skepsis gegenüber ihren Motiven. (Als Zeichen der Zukunft macht sich Kasachstan bereits Sorgen darüber, dass China die Flüsse Irtysch und Ili nutzt, bevor sie über die Grenze fließen, so die Autoren)

Davies und Matthews untersuchen die vorhandene Literatur, unter anderem zum Wassermanagement bei chinesischen Investitionen in anderen Ländern, und befragen regionale Experten und Interessengruppen zu den Auswirkungen von Industrie, Wasserkraft und Landwirtschaft auf die Wasserversorgung und die Zusammenarbeit. Sie finden kaum Hinweise auf einen durchdachten Ansatz zur Bewältigung der unvermeidlichen Kompromisse, beispielsweise wenn ein vorgelagertes Land den Wasserverbrauch für die Zementproduktion erhöht und ein nachgelagertes Land dieses Wasser für den Tomatenanbau benötigt: „Die Wasserressourcen und ihre Bewirtschaftung scheinen derzeit nicht spezifisch zu sein in politischen Dokumenten oder Vorschlägen im Zusammenhang mit dem BRI verwiesen; und der Initiative sind keine grenzüberschreitenden Rahmenbedingungen für die Wasserkooperation zugeordnet."
Die Zementproduktion ist eine von vielen Branchen, die Bedenken wecken, dass China bei seinen Bemühungen um eine Ökologisierung seiner eigenen Wirtschaft seine umweltschädlichsten Industrien exportiert.

Tadschikistans Zementproduktion hat sich in den letzten fünf Jahren dank chinesischer Finanzen verzehnfacht. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 wurden fast 1 Million Tonnen exportiert. Die Regierenden Tadschikistans zeigen jedoch wenig Interesse daran, die Industrie zu regulieren oder Aktivisten der Zivilgesellschaft einen Platz am Tisch zu gewähren.

Obwohl der BRI häufig mit Straßen- und Schienennetzen in Verbindung gebracht wird, sorgt die Landwirtschaft in letzter Zeit für Aufregung. Während China zu einem der weltweit größten Lebensmittelimporteure heranwächst, sind die zentralasiatischen Regierungen an den Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen interessiert. Höhere Erträge könnten auch den Einheimischen zugute kommen. Eine Ausweitung der Landwirtschaft erhöht jedoch den Druck auf die Wasserversorgung.

Wird China Wissen darüber teilen, wie man Wasser effizient nutzt und dabei helfen, undichte sowjetische Infrastruktur zu reparieren?. Jeder, der durch das Ferghana-Tal fährt, kann sehen, wie dringend die Kanäle repariert werden müssen. Der Abfall ist monumental. Dies gilt auch für die Möglichkeiten: „Chinas Provinz Xinjiang, die über das BRI eng mit Zentralasien verbunden sein wird, verfügt über fortschrittliche Kenntnisse und Technologien zur Verbesserung der Bewässerungseffizienz und zur Bewältigung von Versalzungsproblemen."

Leider sind derzeit „spezifische [landwirtschaftliche] Projekte und Initiativen weitgehend unklar“. Und die Vorteile vor Ort können begrenzt sein, „zumal chinesische Unternehmen […] regelmäßig ihre eigenen Arbeitskräfte entsenden, was die Nachfrage nach lokaler Beschäftigung begrenzt, und es besteht auch das Risiko der Übernutzung und Verschlechterung der Wasserressourcen."
Auch hier sind Kompromisse erforderlich. Aber wer trifft die schwierigen Entscheidungen?
Das ist unklar - und mit der Austrocknung des Aralsees eine frische Erinnerung, ein Grund zur Sorge.

Ohne sorgfältige Planung und einen ausgewogenen, ganzheitlichen Ansatz für die regionale Wasserversorgung heißt es in dem Papier: „Die Geschichte des nicht integrierten Ressourcenmanagements in der Region zeigt, dass eine nicht nachhaltige Entwicklung eine begrenzte und kostspielige Lebensdauer hat.“
 
Quelle/Foto eurasianet.org; Foto von David Trilling - Straßenreinigung von Duschanbe

Research Article - Water futures along China's Belt and Road Initiative in Central Asia
eurasianet.org - Northern Aral's promise stunted by dam height, international disputes

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Sprachkurs für Urlaubs- und Geschäftsreisende • Usbekisch …Deutsch

Sprachenlernen24 Sprachkurse - sprachenlernen24.de

Sprachen wesentlich schneller als mit herkömmlichen Lernmethoden lernen“

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Über den Autor von „sprachenlernen24.de"
Udo Gollub hat Sprachenlernen24.de gegründet und ist der Geschäftsführer.
Er entwickelt laufend neue Lernkonzepte und Sprachkurse.
Udo Gollub hat Bauingenieurwesen studiert, entschied sich danach aber für seine große Leidenschaft, Sprachen und Reisen. Er reiste 36 Monate um die Welt und besuchte dabei 42 Länder. Ein Jahr davon verbrachte er in Südostasien und Indien, ein weiteres in Frankreich und Spanien. In dieser Zeit lernte er auch die Sprachen besser kennen, so spricht er neben seiner Muttersprache Deutsch noch fließend Englisch, Französisch und Spanisch, außerdem kann er sich auf Hindi verständigen.
Udo Gollub lebt in einer zweisprachigen Ehe. Beim Reisen war er auf Fremdsprachen angewiesen. In der Familie wird Französisch gesprochen - das hat dabei enorm geholfen, die Sprachkurse so zu entwickeln, dass der Wortschatz auch wirklich relevant ist.

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Beitrag: G. Birkl, Abbildungen „sprachenlernen24.de“ 

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Usbekistan: Transport- und Logistikdrehscheibe in Zentralasien

Usbekistan_Railway Usbekistan Railway - Verkehrskorridore Zentralasien

Usbekistan investiert Milliarden in die Infrastruktur und neue Technologien.

In den vergangenen Jahren hat das Land Milliarden in neue Eisenbahn- und Energieinfrastrukturen investiert. Damit schafft der Binnenstaat, der ausschließlich von Binnenstaaten umgeben ist, neue Verkehrskorridore und verwandelt sich in ein wichtiges Zentrum des internationalen Handels.

2-Milliarden-Dollar-Eisenbahnprojekt
Usbekistan baut seine Transport-Infrastruktur aus: ein weiterer Schritt auf dem Weg, eine logistische Drehscheibe Zentralasiens zu werden. Bis vor kurzem mussten Güterzüge aus dem kohlereichen Angren-Becken zwei Landesgrenzen überqueren, um zu Kunden im östlichen Ferghanatal zu gelangen. Das änderte sich mit einem neuen direkten Bahnabschnitt über einen Bergpass. Der neue Streckenverlauf beinhaltet zwei Kilometer Brücken und den längsten Tunnel in Zentralasien.

"Vor der Eröffnung der Eisenbahnlinie Angren-Pop mussten wir unsere Produkte für das Ferghanatal durch die Republik Tadschikistan verschiffen" erklärt Zaynutdin Umarov, Versorgungsleiter Usbekkumir. "Das war ein langsamer und kostspieliger Weg. Durch die Eröffnung des Kamchiq-Tunnels erhöhte sich unser Versandvolumen in das Ferghana-Tal um ein Vielfaches.

Das 2-Milliarden-Dollar-Eisenbahnprojekt wurde von der usbekischen Regierung und internationalen Darlehen finanziert. Der von der China Railway Tunnel Group gebaute Tunnel kurbelt die lokale Wirtschaft an und macht das Reisen zwischen dem Ferghanatal und dem Rest des Landes zu allen Jahreszeiten schneller, billiger und sicherer.

Verkehrskorridore durch Eurasien
In den vergangenen Jahren hat Usbekistan Milliarden in den Bau neuer Eisenbahnen und Straßen investiert. Das Ziel ist, effiziente Verkehrskorridore durch Zentralasien zu schaffen und langfristig direkte Seehafenrouten zu ermöglichen, die den Zugang zu internationalen Markten vereinfachen.

"Die wichtigste Aufgabe für Usbekistan ist natürlich, Wege zu den Seehafen mit dem wirtschaftlichsten Transportmittel zu schaffen, also mit der Bahn", so Sodiq Safoyev, erster stellvertretender Vorsitzender, Senat von Usbekistan. "Es ist kein Zufall, dass in Usbekistan in den vergangenen Jahren über 7 Milliarden US-Dollar ausgegeben und 2.500 Kilometer Eisenbahn gebaut wurden."

Als eins von weltweit zwei Binnenländern, die ausschließlich von Binnenländern umgeben sind, baute Usbekistan eine Eisenbahn nach Mazar-e-Sharif in Afghanistan und arbeitet mit anderen Ländern zusammen, um die Strecke bis zum Persischen Golf und zum Indischen Ozean zu verlängern.

Quelle/Foto; EURONEWS, Von Denis Loctier


Empfohlene LINKS:

WIKIPEDIA - Bahnstrecke Angren–Pop | Kamchiq-Tunnel
China Railyway Tunnel Group
Eisenbahn nach Mazar-e-Sharif


 YOUTUBE: EURONEWS - USBEKISTAN: Transport- und Logistikdrehscheibe in Zentralasien

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Ballsport vor 3.000 Jahren in Zentralasien

Zentralasien_Baelle_UZH Ballsport vor 3.000 Jahren in Zentralasien

In Reitergräbern im Nordwesten Chinas haben Wissenschaftler der Universität Zürich (UZH) die ältesten Bälle Eurasiens untersucht. Gemäß dem internationalen Forscherteam sollen die Lederbälle rund 3.000 Jahre alt sein. Der Fund legt nahe, dass sich die aufkommenden Reitertruppen Zentralasiens mit Ballspielen fit hielten.

Ballspiele gehören heute zu den beliebtesten Sportarten und Freizeitbeschäftigungen. Aber wer erfand überhaupt Bälle, wo und wann? Die ältesten, derzeit bekannten Bälle wurden aus Leinen vor ungefähr 4500 Jahren in Ägypten gemacht. In Mittelamerika spielte man mit Bällen seit mindestens 3700 Jahren, wie aus monumentalen Stadien und entsprechenden Darstellungen zu schliessen ist. Die dortigen ältesten Bälle waren aus Gummi. Bisher glaubte man, dass Europa und Asien erst viel später folgten: Griechenland vor rund 2500 Jahren und China etwa 300 Jahre später.

Wissenschaftler der UZH haben nun zusammen mit deutschen und chinesischen Forschenden drei Lederbälle mit Durchmessern zwischen 7,4 und 9,2 cm in Gräbern des alten Friedhofs Yanghai in der Nähe der Stadt Turfan im Nordwesten Chinas genauer untersucht. Die Auswertungen ergaben ein Alter zwischen 3200 und 2900 Jahren für diese Bälle. «Damit sind diese Bälle etwa fünf Jahrhunderte älter als die bisher bekannten antiken Bälle und Darstellungen von Ballspielen in Eurasien», sagt Erstautor Patrick Wertmann vom Asien-Orient-Institut der Universität Zürich. «Leider reichen die zugehörigen archäologischen Informationen jedoch nicht aus, um die Frage zu beantworten, wie diese Bälle genau eingesetzt wurden.»

Die frühesten Bilder aus Griechenland zeigen laufende und die aus China reitende Spieler mit Stöcken. Vergleichbare gebogene Stöcke wurden zwar auch in Yanghai gefunden, jedoch nicht in direkter Verbindung mit den Bällen. Zudem sind sie auf einen jüngeren Zeitraum datiert. «Daher erweitern die Yanghai-Lederbälle weder die Geschichte von Hockey noch von Polo, auch wenn zwei der Bälle in Gräbern von Reitern gefunden wurden», so Wertmann.
In einem der Reitergräber haben sich die Überreste eines Kompositbogens und von Hosen erhalten, die damals in der Region hergestellt wurden und zu den ältesten der Welt gehören. Beides sind Anzeichen für eine neue Ära des Reitens, des Kampfes zu Pferd und grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen, die damals mit zunehmenden Klimaveränderungen und steigender Mobilität im östlichen Zentralasien einhergingen. Die aktuelle Studie zeigt, dass Bälle und Ballspiele als eine Form der körperlichen Ertüchtigung und des militärischen Trainings von Anfang an dazugehörten. Genau wie heute war Sport aber auch zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und diente der allgemeinen Unterhaltung. Die Studienergebnisse unterstreichen einmal mehr, dass diese Region vor mehreren Jahrtausenden eines der innovativen Zentren Eurasiens war.

Diese Publikation ist Teil des Forschungsprojekts «Sino-Indo-Iranica rediviva – Early Eurasian migratory terms in Chinese and their cultural implications» des Asien-Orient-Instituts der Universität Zürich, das durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert wird, und ein Beitrag zum Projekt «Silk Road Fashion» der Aussenstelle Peking der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). Im Rahmen des Projekts «Sino-Indo-Iranica rediviva» wird anhand von sprachlichen, historischen und archäologischen Daten der früheste Austausch von materiellen Gütern zwischen Zentralasien und China untersucht. An dem Projekt beteiligt sind Wissenschaftler der Universität Zürich, des Deutschen Archäologischen Instituts, der Freien Universität Berlin, des Museums der Autonomen Region der Uiguren Xinjiang, der Academia Turfanica und der Renmin-Universität Peking.

Quelle/Foto: Archaeologie-Online;
Titelbild: Die drei Lederbälle mit Durchmessern zwischen 7,4 und 9,2 cm sind zwischen 3.200 und 2.900 Jahre alt. (Bild: UZH)


Empfohlene LINKS:
Asien-Orient-Institut Universität Zürich UZH
Deutsches Archäologisches Insitut - Freie Universität Berlin

WIKIPEDIA - Chinesische Volksuniversität
China-entdecken.com

ScienceDirect: Fachartikel: Journal of Archaeological Science: Reports, doi:10.1016/j.jasrep.2020.102576
Klassische Archäologie Uni Erlangen - Spiele und Spielzeug in der Antike

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Der Enthusiast der Wüste – Wie in Nukus eine der bedeutendsten Avantgarde-Sammlungen entstand

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Das Kunstmuseum Nukus, auch als Sawitzkij-Museum bekannt, beherbergt heute eine der bedeutendsten Sammlungen russischer Avantgarde-Kunst. Doch wie kamen die Meisterwerke in die Wüste Usbekistans? Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf The Open Asia. 

Igor Sawitzkij wurde in eine adlige Familie hineingeboren, überlebte die Revolution, machte eine Ausbildung zum Elektroinstallateur, liebte Kunst sein ganzes Leben lang, verließ seine Moskauer Wohnung und ging an einen gottverlassenen Ort um dort die größte Sammlung russischer Avantgarde-Kunst zusammenzutragen. Was wie das Drehbuch eines Films über einen fiktiven Abenteurer klingt, sind Fakten aus dem Leben des sowjetischen Künstlers und Kunsthistorikers Igor Sawitzkij. Sein Lebensprojekt war sein Museum in Nukus. Dieses ist heute ein Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt, die immer noch nicht verstehen können, wie ein begeisterter Mann mit dem Geld der sowjetischen Regierung ein Museum mit verbotenen Werken schaffen konnte.

Sawitzkij gelangte nach Zentralasien, als er eingeladen wurde bei einer archäologisch-ethnografischen Expedition in Choresm mitzuarbeiten. Seine Aufgabe war es, die Festungen und die während der Ausgrabungen gefundenen Alltagsgegenstände zu skizzieren. Während der Expedition wird Sawitzkij von der karakalpakischen Volkskunst verzaubert. Aus der Sympathie des fremden Künstlers wird ernsthafte Begeisterung.

1957 verlässt Sawitzkij seine Moskauer Wohnung am Arbat und zieht nach Karakalpakistan, nach Nukus. Er widmet sich archäologischen Forschungen und der Ethnografie der KarakalpakInnen. Während seiner Reisen durch die zahlreichen Dörfer sammelte der Künstler alles, was zum Kunstobjekt oder Kulturerbe werden konnte. Deswegen nannten ihn die Einheimischen mit einer Mischung aus Wohlwollen und Ironie „Trödler".

Später wird Sawitzkij eingeladen, als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für angewandte Kunst des Karakalpakischen Wissenschaftlichen Instituts für Wirtschaft und Kultur zu arbeiten. Währenddessen setzt er seine Beschäftigung fort und sammelt so viele Gegenstände, dass sie für eine vollständige Ausstellung ausreichen würden.

Die Eröffnung des Museums
Irgendwie schafft er es, die örtliche Verwaltung zu überzeugen, dass Nukus ein vollwertiges Museum braucht. Sawitzkij – Künstler und Kunsthistoriker in einer Person – gestaltet die Arbeit vom ersten Tag an. Die erste Ausstellung stellt er aus einer eigenen Sammlung zusammen.

Die Abgeschiedenheit von Nukus gibt Sawitzkij eine carte blanche. Er sammelt die Bilder, die ihm gefallen, an die er glaubt und von denen er weiß, dass ihr Wert mit den Jahren steigen wird. Geld erhält er von den örtlichen Behörden, aber Sawitzkijs Eifer wächst mit jedem Erwerb. Irgendwann läuft das Geld aus, und er schafft es, Arbeiten auf Schulden zu bekommen.

Einige Künstler schreiben sogar Beschwerden und das Finanzministerium streicht seine Subventionen. Sawitzkij bekommt eine Depression und sorgt sich um sein Museum mehr als um alles andere in seinem Leben.

Verbotene Kunst
Die offiziell genehmigte Strömung in der sowjetischen Malerei war der Sozialistische Realismus. Der avantgardistische Stil, der noch in der vorsowjetischen Zeit entstanden war, wurde zensiert. Er wurde nicht verstanden und nicht akzeptiert. Avantgarde-KünstlerInnen gerieten in Vergessenheit und wurden manchmal sogar verfolgt. Kein großes Museum in der Sowjetunion nahm ihre Arbeiten auf.

KünstlerInnen, die nicht den von den KommunistInnen gesetzten Idealen des Sozialistischen Realismus entsprachen, waren in Gefahr. Ihnen drohte das Gefängnis oder sogar der Tod. Viele flohen aus den großen Städten und ließen sich an den Rändern der Sowjetunion nieder.

Sawitzkij suchte sie im ganzen Land. Familienmitglieder der verbotenen KünstlerInnen versteckten Bilder in Kellern und auf Dachböden. Da das Risiko mit verbotener Kunst erwischt zu werden sehr hoch war, wurden in einigen Fällen Meisterwerke für immer vernichtet. Sawitzkij bewahrte die Werke vieler russischer Meister. Ohne seine Intervention wären sie mit ziemlicher Sicherheit verloren, irreparabel beschädigt oder sogar zerstört worden.

Heute kann man die Weitsicht von Sawitzkij in seiner eigenartigen Rolle als Kunst-Dealer verstehen. Schließlich beruht die weitweite Bekanntheit des Sawitzkij-Museums auf der Sammlung russischer Avantgarde-Kunst aus den 20er bis 40er Jahren des 20. Jahrhunderts. Heute gilt diese nach der Sammlung des Russischen Museums in St. Petersburg als die zweitwichtigste der Welt.

Das Sawitzkij-Museum heute
Heute umfasst die Sammlung des Sawitzkij-Museums mehr als 90.000 verschiedene Exponate. Nach dem Zerfall der Sowjetunion trat die Avantgarde-Kunst aus dem Schatten. Heute wird sie auf der ganzen Welt geschätzt. Alle Bilder, die Sawitzkij mit manischer Leidenschaft gesammelt hat, erzielen heute Millionen US-Dollar bei den angesehensten Auktionen des Westens.

Angesichts der Bekanntheit des Museums erschienen zahlreiche Artikel darüber in der Weltpresse. Unter anderem schrieben The New York Times und Al-Jazeera über diesen erstaunlichen Ort, an dem sich Meisterwerke der Kunst konzentrieren. Im Jahr 2010 erschien der Dokumentarfilm „Die Wüste der Verbotenen Kunst" (The Desert of Forbidden Art). Der Film wurde auf vielen Filmfestivals zur Sensation.

Quelle: novastan.org: Aydana Toktarkyzy für The Open Asia; Aus dem Russischen von Robin Roth

Titelbild: Wikimedia Commons: "Samarkand Mills", 1918, by Nikolay Mikhailovich Grigoriev (1880 – 1943), Oil on canvas. I.V. Stavisky Museum of Art, Nukus, Uzbekistan

Empfohlene LINKS:
WIKIPEDIA: Igor Witaljewitsch SawizkiKunstmuseum Nukus
WIKIPEDIA COMMONS: Savitsky Museum Nukus
Uzbek Journeys - Homage to Savitsky

WIKIPEDIA COMMONS: Savitsky Museum Nukus

WIKIPEDIA COMMONS: "Minaret Kalyan", 1929, Oil on canvas. By Pavel Benkov (1879-1949)

WIKIPEDIA COMMONS: "Still-life with a cake", 1957, Oil on Canvas by Mikhail Kurzin (1888-1957) I.V. Stavisky Museum of Art, Nukus, Uzbekistan

WIKIPEDIA COMMONS: "Still-life Meat dumplings", 1956, Oil on Canvas by Mikhail Kurzin (1888-1957) I.V. Stavisky Museum of Art, Nukus, Uzbekistan

YOUTUBE: Louvre in desert (by А.Yakubov) State Museum of Arts by I.Savitsky

YOUTUBE: ΚΑΡΑΚΑΛΚΠΑΣΤΑΝ - KARAKALPAKSTAN: Nukus, The Desert of Forbidden Art

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Coronavirus in Zentralasien – zwischen Quarantäne und Ausräuchern

Coronavirus in Zentralasien – zwischen Quarantäne und Ausräuchern

Lange war Zentralasien ein weißer Fleck auf der Landkarte des Coronavirus: Offiziell gab es die gefährliche Lungenkrankheit nicht, doch Experten vermuteten anderes. Mit der weltweiten Ausbreitung von Covid-19 gibt es nun auch bestätigte Fälle in dieser Region. Beim Umgang mit der Pandemie gehen die fünf Länder sehr unterschiedlich vor.

 Chemie gegen Corona: Im kasachischen Almaty werden Busse regelmäßig desinfiziert. (Foto: Othmara Glas)

Kasachstan
Ausnahmezustand, geschlossene Grenzen und Fernunterricht: Das ist derzeit die Lage in Kasachstan. Am 13. März wurden hier die ersten Corona-Fälle in Zentralasien bestätigt. Bald wurden die größten Städte Almaty und Astana unter Quarantäne gestellt. Sie sind bis heute die Hotspots der Infektionen. Quarantäne heißt vor allem: Ausgangssperre. Erlaubt sind nur noch Einkäufe und der Weg zur Arbeit, wenn unbedingt notwendig. Ein Überwachungssystem aus China verfolgt Autofahrer, um sicherzustellen, dass sie nicht die festgelegten Routen verlassen. Während der Zug- und internationale Flugverkehr eingestellt worden sind, funktioniert der öffentliche Nahverkehr aber weiterhin. Sanitärbrigaden desinfizieren die Busse an ausgewählten Haltestellen. In einer Rede zur Lage der Nation kündigte Präsident Qassym-Schomart Toqajew Hilfen für Bevölkerung und Unternehmen an. Bis zum 1. Juli haben alle Bürger das Recht auf kostenlose Gesundheitsversorgung. Für Unternehmen werden Steuern und Sozialabgaben ausgesetzt. Auch Nursultan Nasarbajew meldete sich zu Wort: Der langjährige Ex-Präsident rief die Bürger dazu auf, für in Not geratene Unternehmen zu spenden. Der Höhepunkt der Coronakrise wird im größten Land der Region für die erste Aprilhälfte erwartet. Der Gesundheitsminister geht dann von etwa 3500 Erkrankten aus.

Kirgistan
Mitten in der Krise den Gesundheitsminister feuern? In Kirgistan ging Präsident Sooronbai Dscheenbekow diesen Schritt und entließ am 1. April die stellvertretende Premierministerin gleich mit. Er warf beiden vor, nicht genug zur Eindämmung des Ausbruchs unternommen zu haben. Am 18. März wurden die ersten Corona-Fälle in Kirgistan bestätigt. Dabei handelt es sich nach Regierungsangaben um drei Männer, welche einige Tage zuvor von einer Pilgerfahrt aus Saudi-Arabien zurückgekehrt waren. Sie stammen aus dem Süden des Landes, der sich zum Zentrum der Epidemie in Kirgistan entwickelt hat. Zu Redaktionsschluss waren offiziell knapp 300 Personen mit dem Coronavirus infiziert und vier Menschen daran bereits gestorben. In allen Bezirken mit mindestens einem Covid-19-Fall wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, vorerst bis zum 15. April. Dabei wurde auch eine nächtliche Sperrstunde von 20 bis 7 Uhr festgelegt. Selbst die für April geplanten Kommunalwahlen wurden verschoben. Das Land sucht international nach Hilfe. Das Nachbarland China soll Ärzte schicken; der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Kirgistan als erstem Land eine Nothilfe in Höhe von 120,9 Millionen US-Dollar zugesagt.

Menschenleer: In Kasachstans Städten herrscht eine strikte Ausgangssperre. (Foto: Othmara Glas)

Tadschikistan
Offiziell ist Tadschikistan coronafrei. Doch an dieser Version bestehen berechtigte Zweifel. Laut Medienberichten wurden bisher mehr als 6000 Menschen unter Quarantäne gestellt, allerdings nur etwas mehr als 700 Tests durchgeführt. Neben den Quarantänemaßnahmen haben die tadschikischen Behörden Busfahrer dazu aufgefordert, Masken zu tragen. Ansonsten geht das Leben im Land seinen gewohnten Gang. Einer der wichtigsten Feiertage in Zentralasien, das Frühlingsfest Nauryz, wurde mit Massenveranstaltungen im ganzen Land gefeiert. Der Langzeit-Präsident Emomali Rachmon ließ es sich bei dieser Gelegenheit nicht entgehen, ein Bad in der Menge zu nehmen. Er schüttelte Hände, umarmte Besucher und küsste Kinder. Nach dem Ende der Frühlingsferien öffneten die Schulen wieder. Moscheen wurden desinfiziert und konnten danach ebenfalls den Betrieb wieder aufnehmen. Die Landesgrenzen bleiben zwar geschlossen, sind aber allgemein ziemlich durchlässig, da sie kaum bewacht werden. Im drittärmsten Land Asiens kam es zu Hamsterkäufen besorgter Bürger, was die Lebensmittelpreise für Grundgüter wie Kartoffeln oder Zwiebeln nach oben schnellen ließ.

Turkmenistan
Turkmenistans Präsident scheint die Lösung gegen Corona gefunden zu haben: Seit Wochen lässt er im öffentlichen Raum ein Steppenkraut verbrennen, das das Virus töten soll. Tatsächlich hat das Land noch keine Corona-Fälle gemeldet. Aber auch hier kann man davon ausgehen, dass das kaum der Wahrheit entspricht – insbesondere mit dem stark betroffenen Iran als direktem Nachbar. Schon im Februar hatte Turkmenistan die Grenzen geschlossen. Turkmenen wurde die Ausreise in Länder, wo es eine große Anzahl an Corona-Fälle gibt, untersagt. Auch die Bewegungsfreiheit innerhalb des Landes wurde stark eingeschränkt. So wird an Checkpoints die Temperatur kontrolliert, bevor man in die Hauptstadt Aschgabat fahren darf. Das Gesundheitsministerium hat eine Telefonhotline eingerichtet, bei der man sich über das Coronavirus informieren kann. Anders als eine Meldung Anfang April nahelegte, wurde das Wort „Corona" in Turkmenistan nicht verboten. Laut dem US-finanzierten Radio Free Europe/Radio Liberty sind die Lebensmittelpreise extrem gestiegen und die Grundversorgung gefährdet.

Fast noch wichtiger als sonst: Sauberkeit im öffentlichen Raum. (Foto: Othmara Glas)

Usbekistan
Usbekistan überrascht in der Coronakrise: Nicht nur, dass frühzeitig Maßnahmen ergriffen worden sind, um den Ausbruch einzudämmen, die Regierung übt sich auch in Transparenz. Recht bald schaltete die Regierung eine Website, die über die aktuelle Situation informiert. Nachdem am 15. März der erste Corona-Fall bestätigt worden war, schloss Usbekistan seine Grenzen und stellte den Flugverkehr komplett ein. Weder Ein- noch Ausreise sind möglich. Auch Schulen und Universitäten wurden geschlossen, Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt. Das betraf auch das Frühlingsfest Nauryz. Seit dem 24. März steht die Hauptstadt Taschkent unter Quarantäne. Der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt und Autofahrten für Privatpersonen untersagt. Außerdem müssen alle Menschen in der Öffentlichkeit Masken tragen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer erheblichen Geldstrafe rechnen. Damit es genügend Masken gibt, wurde in lokalen Unternehmen die Produktion erheblich ausgeweitet. Nach chinesischem Vorbild will Usbekistan neue Kliniken für Quarantäne- und Corona-Patienten innerhalb weniger Tage errichten. Zuvor waren bereits Ärzte aus China eingeflogen worden, um ihre usbekischen Kollegen zu beraten. Doch trotz aller Maßnahmen steigt die Zahl der Erkrankten täglich an. Zu Redaktionsschluss waren mehr als 500 Menschen betroffen und zwei Personen verstorben.

Titelbild: Zentralasien – politische Karte 2010, Wikipedia.org

Vom gewaltigen Kasachstan bis zum gebirgigen Tadschikistan: Zentralasien umfasst die ehemaligen Sowjetrepubliken zwischen dem Kaspischem Meer und China. Kasachstan und Usbekistan reagieren in der Krise mit Transparenz. USBEKISTAN bietet im Kampf gegen die Corona-Pandemie nun sogar Afghanistan humanitäre Hilfe an. -> LINK: USBEKISTAN-ONLINE

Quelle: mdz Moskauer Deutsche Zeitung; Fotos: Othmara Glas

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Coronavirus: Einreiseverbot für Reisende aus Deutschland nach Kasachstan und Kirgistan, Quarantäne in Usbekistan

corona

Die Behörden in Usbekistan haben beschlossen, alle Personen, die sich kürzlich in Deutschland aufgehalten haben, für 14 Tage unter Quarantäne zu stellen. In Kasachstan und Kirgistan wurde für diese Personen sogar ein Einreiseverbot verhängt.

Usbekistan hat beschlossen, allen Reisenden, die sich innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in Deutschland aufgehalten haben, wegen der Coronavirus-Epidemie eine obligatorische Quarantäne vorzuschreiben. Zentralasien hat trotz seiner Nähe zu China bisher keine Fälle von Infektionen mit dem Virus zu vermelden.

Die französische Botschaft in Taschkent schreibt auf ihrer Seite, dass die Quarantäne in Usbekistan 14 Tage dauert. Während dieser Zeit dürfen die eingereisten Personen ihre Häuser (Hotel, Hostel, Wohnung) nicht verlassen und werden täglich von einem Arzt besucht. Anschließend werden sie zehn Tage lang durch den täglichen Anruf eines Arztes aus der Ferne überwacht. Neben Frankreich und Deutschland sind auch die Spanien, Italien, die USA, China, Südkorea, Iran, Afghanistan, Japan, Singapur, Hongkong, Macau und Taiwan von diesen Maßnahmen betroffen.

Einreiseverbot nach Kasachstan und Kirgistan
Am 11. März hat Kasachstan seine Maßnahmen weiter verschärft. Nachdem die kasachstanischen Behörden bis dahin lediglich eine Quarantäne forderten, haben sie nun ein ab dem 12. März geltendes Einreiseverbot für Reisende aus Deutschland, Italien, Frankreich, Südkorea und dem Iran verhängt. Das Auswärtige Amt informiert darüber, dass Staatsangehörige dieser Staaten, die aus einem Drittland einreisen, nachweisen müssen, dass sie sich innerhalb der letzten 30 Tage nicht in einem der betroffenen Länder aufgehalten haben. Auch muss mit Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zu Quarantänezwecken gerechnet werden.

Laut der kasachstanischen Nachrichtenagentur Kazinform hat Lufthansa bereits auf die neuen Gegebenheiten reagiert und bis zum 24. April alle Flüge nach Kasachstan ausgesetzt. Die Deutsche Fluggesellschaft flog bis zuletzt viermal wöchentlich von Frankfurt nach Almaty und zurück sowie dreimal pro Woche auf der Strecke Frankfurt – Almaty – Nur-Sultan.

Am 13. März berichtete das Nachrichtenportal Akipress, dass auch Kirgistan nachziehen wird. Das Einreiseverbot erfolgt nach den gleichen Regeln wie in Kasachstan und tritt ab dem 14. März in Kraft.

Tadschikistan und Turkmenistan noch nicht betroffen
Tadschikistan hat bisher keine Maßnahmen in diese Richtung ergriffen. Auch in Turkmenistan werden Reisende aus Deutschland nicht kollektiv unter Quarantäne gestellt. Sie müssen jedoch einen Speicheltest durchführen, auf dessen Ergebnis mindestens sechs Stunden gewartet werden muss.

Außerdem werden Flüge in die Hauptstadt Aschgabat vorübergehend nach Türkmenabat umgeleitet, wo die Tests durchgeführt werden. Wie Radio Azatlyk berichtet, kommen allerdings zur Zeit so wenige Flüge in Turkmenistan an, dass die derzeitige Situation den Eindruck einer echten Abriegelung entstehen lässt.

Die hier angegebenen Informationen können sich schnell ändern. Das Auswärtige Amt empfiehlt daher, sich vor Reiseantritt bei der diplomatischen Vertretung des entsprechenden Landes zu informieren.

Quelle/ Bild: Die Redaktion NOVASTAN

Empfohlene LINKS:
Auswärtiges Amt
WHO Representative in Uzbekistan called for pro-active measures, not panic
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Coronavirus: Wie ist die Situation in Zentralasien?

Coronatest

Angesichts des neuen Coronavirus wurden die Länder Zentralasiens früh in Alarmbereitschaft versetzt. Bisher wurden jedoch keine Fälle in der Region gemeldet. Während die Coronavirus-Epidemie Europa erreicht hat und weltweit mehr als 100.000 Infizierte und 3.400 Todesopfer zu beklagen sind, stehen die Länder Zentralasiens an vorderster Front. Sie gehörten zu den ersten, die Anfang Februar mit Grenzschließungen und dem Aussetzen von Flugverbindungen von und nach China reagiert haben.

Bisher wurde in den zentralasiatischen Staaten kein einziger Fall einer Infektion mit Covid-19 gemeldet, aber die Regierungen verschärfen derzeit weiterhin die Maßnahmen in Bezug auf Risikogebiete. Diese sind vor allem auf den Iran ausgerichtet, der mit mindestens 1.500 Infektionen und 66 Todesfällen die schwerste Bilanz hinter China aufweist. Zudem wird auch die Lage in Aserbaidschan stärker beobachtet.

Kirgistan begrenzt die Einreise für Staatsangehörige von fünf Ländern
Ab dem 1. März hat Kirgistan seine befristete Einreisebeschränkung, die ursprünglich nur chinesische BürgerInnen betraf, auf Staatsangehörige von vier anderen Ländern (Südkorea, Japan, Iran und Italien) ausgeweitet. Das kirgisische Nachrichtenportal Kloop.kg gibt an, dass die Regierung beabsichtigt, diese Einreisebeschränkung je nach der Verbreitung des Virus auf andere Ländern auszuweiten.

Die kirgisischen Behörden haben bisher keine Infektionen gemeldet, aber das kirgisische Nachrichtenportal Kaktus berichtete, dass zwei russische Staatsangehörige, die aus Südkorea nach Kirgistan gereist waren, vorsorglich unter Quarantäne gestellt wurden. Ihre Infektion mit dem Coronavirus ist jedoch bislang nicht bestätigt worden.

Kasachstan reduziert seine Flüge nach Aserbaidschan
Nachdem Aserbaidschan drei infizierten Personen meldete, reduzierte Kasachstan ab dem 5. März die Anzahl der Flüge nach Aserbaidschan. So werden Flüge von Nur-Sultan aus komplett ausgesetzt. Flüge auf der Strecke Almaty – Baku werden von fünf Flügen auf einen Flug pro Woche und auf der Strecke Aqtau – Baku von sieben auf ebenfalls einen Flug pro Woche reduziert. Mit diesen Maßnahmen geht auch die Schließung der kasachischen Häfen Aqtau und Kuryk für aserbaidschanische und iranische Schiffe einher, die über das Kaspische Meer ankommen.

Ab dem 8. März tritt auch ein Einreiseverbot für iranische, chinesische und südkoreanische Staatsangehörige in Kraft, wie das Nachrichtenportal Informburo unter Berufung auf den stellvertretenden Minister für Industrie und Infrastrukturentwicklung Berik Kamaliev berichtete. Obwohl etwa tausend Menschen kontrolliert und 358 Menschen präventiv unter Quarantäne gestellt wurden, gibt es bislang keinen nachgewiesenen Covid-19-Infektionen in Kasachstan. Nach einer Verfügung der Regierung werden KasachInnen, die aus China oder dem Iran kommen, im Krankenhaus isoliert, während diejenigen, die aus Ländern wie Südkorea, Hongkong, Taiwan, Japan und Italien zurückkehren, für 14 Tage zu Hause unter Quarantäne gestellt werden.

Usbekistan kontrolliert präventiv
Auch Usbekistan ist durch Kontrollen ebenfalls proaktiv tätig geworden. Seit dem 15. Januar wurden 6.000 Menschen aus Ländern mit erwiesenen Covid-19-Fällen in Usbekistan getestet, ohne dass jedoch eine Infektion festgestellt wurde. Dennoch sind 600 Personen für 14 Tage unter ärztliche Aufsicht gestellt worden. Laut Sputnik sagte Bahrom Almatov, Direktor der Agentur für sanitäre und epidemiologische Wohlfahrt des usbekischen Gesundheitsministeriums, dass er mit dem staatlichen Komitee für Tourismus die Frage erörtern werde, ob der Tourismus aus den am stärksten von dem Virus betroffenen Ländern Iran, Südkorea und Italien beschränkt werde.

In Bezug auf den Iran meldete das usbekische Außenministerium die Anwesenheit von 60 usbekischen Staatsangehörigen im Land. Diese seien nicht vom Virus betroffen, sollen aber nach ihrer Rückkehr in die Hauptstadt Taschkent für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden.

Tadschikistan setzt öffentliche Gebete aus
Obwohl Tadschikistan bis zuletzt das einzige zentralasiatische Land war, das seine Grenze zu China nicht geschlossen hatte, wurde am 5.März ein Einreiseverbot für Staatsangehörige von fünf Ländern (China, Südkorea, Iran, Italien, Afghanistan) erlassen.

Tadschikistan, das keine Coronavirus-Infektion zu beklagen hat, hat eine Reihe von Einschränkungen eingeführt, die seine Angst vor dem Auftreten des Virus veranschaulichen. Ab dem 5. März sind öffentliche Gebete vom Rat der Ulema des Islamischen Zentrums von Tadschikistan verboten und in den Moscheen ist nur das Totengebet erlaubt. Moscheebesuche wurden ebenfalls vorübergehend verboten.

Turkmenistan schließt die Grenzen zu Afghanistan und zum Iran
Turkmenistan baut die im Februar beschlossenen vorübergehenden Beschränkungen aus. Nachdem das Land alle Flüge nach China verboten und die Grenze zu Usbekistan geschlossen hatte, versuchte es, sich vor Risiken aus mehreren Ländern zu schützen. Am 26. Februar kündigte der turkmenische Dienst von Radio Free Europe Radio Azatlyk die Schließung der Grenze zu Afghanistan am Grenzübergang Turgundi an. Einige Tage zuvor war auch die Grenze zum Iran geschlossen worden, wie das oppositionelle turkmenische Nachrichtenportal Chronika Turkmenistana berichtete.

Am 2. März schloss die turkmenische Regierung den Hafen von Türkmenbaşy am Kaspischen Meer ausnahmslos für alle Schiffe. Misstrauen wird auch den gegenüber Ländern ausgedrückt, die keine Fälle des Coronavirus verzeichnen. So behauptet Turkmen News, dass die jüngst durch die Fluggesellschaft Turkish Airlines vorgenommene Annullierung von Flügen nach Aschgabat nur eine Folge dessen sei, dass die turkmenischen Behörden verboten haben, in die Türkei zu reisen.

Wie der französische Botschafter in Turkmenistan auf seiner Facebook-Seite berichtet, müssen alle in Turkmenistan ankommenden Reisende einen Speicheltest durchführen, bei dem mindestens sechs Stunden auf die Ergebnisse gewartet werden müsse. Außerdem werden Flüge in die Hauptstadt Aschgabat vorübergehend nach Türkmenabat umgeleitet, wo die Tests durchgeführt werden.

Die Medien gehen davon aus, dass die meisten dieser Maßnahmen zwar auf die Angst vor dem Coronavirus zurückzuführen, aber nicht kategorisch sind. Turkmenistan führe solche Maßnahmen regelmäßig durch, ohne dass eine grenzüberschreitende Epidemie bekämpft werden muss.

Konstante Beziehungen zu China
So wie es aussieht, betreffen die Maßnahmen, die die zentralasiatischen Staaten kürzlich ergriffen haben, eher neue Risikogebiete als China, welches das globale Epizentrum des Virus ist. Obwohl die Maßnahmen gegenüber China im Hinblick auf den Coronavirus verstärkt wurden, haben die zentralasiatischen Staaten seit den ersten Maßnahmen mehrfach ihre Unterstützung für China bekanntgegeben.

So berichtete die kasachische Website BaigeNews am 3. März über das Treffen zwischen Präsident Qassym-Jomart Toqaev und einem Mitglied des chinesischen Politbüros. Der Präsident Kasachstans nutzte das Treffen, um seine Solidarität mit dem chinesischen Volk auszudrücken und seinen Willen zu bekräftigen, die Epidemie gemeinsam zu bekämpfen. Im Rahmen des Treffens wurden die Aussichten für eine Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern erörtert.

Trotz aller Maßnahmen und Verbote scheinen die zentralasiatischen Länder China nicht als Verbündeten im Bereich Politik und Handel aufgegeben zu haben. Stattdessen wollen sie diese Beziehungen vor dem Hintergrund der mittlerweile globalen Epidemie weiterhin ausbauen.

Quelle/ Titelbild: NOVASTAN.ORG; Victor Nicolas, Redakteur für Novastan France
Aus dem Französischen von Robin Roth

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Usbekistan lud ein zum Nationalfeiertag - 28 Jahre Unabhängigkeit

Botschaft-der-Republik-Usbekistan

Am 10. September lud S.E. der usbekische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Herr Nabijon Kasimov, in die Botschaft im Berliner Ortsteil Moabit ein. Das zentralasiatische Land an der Seitenstraße konnte den 28. Jahrestag seiner Unabhängigkeit feiern. 

Dazu begrüßte der Hausherr zahlreiche geladene Gäste aus den Bereichen Diplomatie, Politik, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. So traf man aus dem Deutschen Bundestag Manfred Grund an. Der aus Thüringen stammende Volksvertreter ist Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 

Aus den Reihen des Diplomatischen Corps waren u. a. die Botschafter der Islamischen Republik Afghanistan, der Republik Armenien, der Republik Turkmenistan und der Republik Kirgisien zu Gast in der usbekischen Botschaft. Herr Botschafter Kasimov wies daraufhin, dass der noch „so junge Staat Usbekistan mittlerweile sehr viele Erfolge erzielt hat und ein vollwertiges Mitglied der Weltgemeinschaft geworden ist". Die Beziehungen zwischen Deutschland und Usbekistan sind sehr gut. Das belegen u. a. die kürzlichen beiderseitigen Staatsbesuche. Der usbekische Staatspräsident Shavkat Mirziyoyey weilte im Januar zu einem offiziellen Staatsbesuch in Deutschland. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war im Mai zu Gast in Usbekistan. 

Der usbekische Botschafter zeigte sich auch sehr erfreut darüber, dass „die Zahl der Touristen aus Deutschland um ca. 33 Prozent gestiegen ist im Vergleich des ersten Halbjahres 2019 zum Vergleich zu 2018. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Visafreiheit, die Anfang 2019 in Kraft getreten ist“.

Herr Botschafter Michael Siebert, der Leiter der Abteilung für Zentralasien und Südkaukasus im Auswärtigen Amt, ging in seinen Ausführungen ebenfalls auf die freundschaftliche Beziehung zwischen Deutschland und Usbekistan ein. Er betonte: „Ich freue mich, dass Usbekistan immer bekannter wird. Ebenso nehme ich mit Freude zur Kenntnis, dass immer mehr deutsche Unternehmen sich für Usbekistan interessieren".

Die geladenen Gäste in der usbekischen Botschaft verwöhnte der Gastgeber Herr Botschafter Nabijon Kasimov mit Speisen und Getränken aus seiner Heimat. Eigens aus der Hauptstadt Taschkent angereiste Musiker unterhielten die Besucher mit musikalischen Weisen aus Usbekistan. (Text: Volkert Neef, Fotos: Botschaft der Republik Usbekistan, Berlin)

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Joe Weingarten: Usbekistan ist unser engster Partner in Zentralasien

Joe-Weingarten Verwaltungsleiter des Wirtschaftsministeriums des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, Joe Weingarten
In der letzten Zeit kommt der politische Dialog zwischen Usbekistan und Deutschland in Schwung. Dies basiert auf den Grundsätzen der Freundschaft und Zusammenarbeit, des gegenseitigen Vertrauens und der gemeinsamen Interessen.

Der UzA-Korrespondent interviewte den Verwaltungsleiter des Wirtschaftsministeriums des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, Joe Weingarten über neue Richtungen des politischen Dialogs und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit:

„Im Mai 2019 stattete der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Frank-Walter Steinmeier, Usbekistan einen offiziellen Besuch ab. Nach dem Besuch traf sich der Bundespräsident mit Vertretern deutscher Wirtschaftskreise aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen und forderte sie auf, in Usbekistan zu investieren und eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit usbekischen Unternehmern und Unternehmen aufzubauen. Und dies erleichterte den Besuch unserer Delegation in Usbekistan.

Die Innen- und Außenpolitik, die Präsident der Republik Usbekistan Shavkat Mirziyoyev in den letzten Jahren durchsetzt, die unter seiner Führung durchgeführten Reformen, insbesondere das besondere Augenmerk auf die Entwicklung des Wirtschaftsbereiches, ruft ein besonderes Interesse in politischen Kreisen und in der breiten Öffentlichkeit in Deutschland hervor. Infolgedessen wünschen deutsche Großunternehmer in Usbekistan Geschäfte zu machen.

Usbekistan hat auf uns einen grossen Eindruck gemacht. Im Laufe des Besuchs im Gebiet Taschkent haben wir die Verhandlungen über die Perspektiven für die Entwicklung des Weinbaus im Bezirk Parkent geführt, wo tiefe Traditionen in dieser Branche angelegt wurden.

In Usbekistan ist mir aufgefallen, dass fast alle Einwohner ein Lächeln auf den Lippen haben. Sie sind heute glücklich und sicher fürs Gedeihen auf morgen. Dies zeugt noch einmal davon, dass die Reformen im Land zeitgerecht umgesetzt werden. Wir freuen uns sehr, dass wir einen verlässlichen Partner in Zentralasien wie Usbekistan haben.

Die Gelegenheit nutzend möchte ich das usbekische Volk im Namen des Bundeslandes Rheinland-Pfalz zu dem bevorstehenden großen Feiertag - dem Unabhängigkeitstag ganz herzlich gratulieren.

Quelle/Titelbild: Gayrat Honnazarov, UzA


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SAMARKAND – Weinkellerei & Spirituosen
Weltberühmte Tropfen, „Medizin" und edle Spezialitäten!

ReiseTravel - Cognac & Wein aus Samarkand

​Historischer Weinanbau in Usbekistan seit 1868; ​Foto: G.Birkl

​Traditionelle Weinanbaugebiete Usbekistan; Foto: G.Birkl

​Samarkander Weinproduktion; Foto: G.Birkl

Edle Tropfen aus Usbekistan, weltweit begehrt und beliebt; Foto: G.Birkl

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Renault erwägt Kwid-Produktion in Usbekistan

Renault-KWID Budget Car für Zentralasien
Renault will einem Medienbericht zufolge in Usbekistan zukünftig ein Billigmodell vom Typ Kwid Stufenheck produzieren und auch ins Ausland exportieren.

Wie die AZERNEWS berichten, plant der französische Autobauer zunächst mit der Montage von Autos aus dem A-Segment zu beginnen, um sein lokales Portfolio danach auch auf andere Segmente auszudehnen. In Usbekistan gefertigte Autos sollen dabei zudem auf die Märkte in Zentralasien und Afghanistan exportiert werden. Laut dem AZERNEWS-Bericht verkaufte Renault im Jahre 2018 insgesamt 6.000 Lada-Fahrzeuge in Usbekistan, wobei die Gesamtproduktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen innerhalb der ehemaligen russischen Republik bei insgesamt 220.660 Einheiten lag. Davon entfielen rund 98 Prozent auf Fahrzeuge der Marke Chevrolet; der Rest auf Daewoo.

Usbekistan erweckt seit kurzem das Interesse globaler Autohersteller für die lokale Montage von Fahrzeugen. Berichten zufolge plant Hyundai, 300 Millionen US-Dollar in die Produktion von Elektrofahrzeugen zu investieren. Bereits im September letzten Jahres soll das belarussische Automobilwerk Minsk (MAZ) Pläne zur Errichtung eines Montagewerks in Usbekistan erwogen haben.

Quelle/Foto: automobil-produktion

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OWC Aussenwirtschaft • Renault plant Produktion in Usbekistan
Wikipedia: Renault Kwid
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LITERATUR • Usbekistan – das Herz der Seidenstraße!

OYBEK-OSTANOV OYBEK OSTANOV • Autor, Literaturübersetzer und Reiseexperte in Zentralasien
Usbekistan ist eines der ältesten Länder der Welt. Vor unserer Zeitrechnung wurde auf diesem Territorium das Handelsnetz «Lapislazuli-Straße» gegründet. Händler transportierten den Lasurstein, kostbare Rubine und andere Juwelen mit Karawanen über Usbekistan (damals hieß das Land «Turan») nach China und Europa. Dank der Fortentwicklung dieses Handelsnetzes entstand später die «Große Seidenstraße». Die Karawanen transportierten über Turan die berühmten chinesischen Seidenstoffe und Porzellanwaren, die samarkandischen Seidenpapiere, Adras- und Atlasstoffe und andere in Europa seltene Waren. Entlang dieser Routen befanden und befinden sich uralte, weltbekannte, historische und kulturelle Handels- und Handwerkzentren, die legendären Städte Samarkand, Buchara, Chiwa, Schachrisabz, Taschkent, Termez, Kokand und Margilan.

Die usbekische Literatur ist genauso eigenartig, bewundernswert und faszinierend wie das Land selbst!

Im Laufe von fast 3000 Jahren wurde das Land von vielen Invasoren erobert. Infolgedessen entstand eine kulturelle Vielfalt, die sich in den verschiedenen Künsten, Sitten und Gebräuchen des Landes manifestiert.

Die Literatur Usbekistans zeichnet diese historischen Epochen nach. Sie, liebe Leserin und lieber Leser, werden viel über Land, Leute, Kultur, Sitten und Gebräuche erfahren und vom Alltag der Menschen und deren einzelner Schicksalen in Gegenwart und Vergangenheit eine Vorstellung bekommen.

Das Meisterwerk der turksprachigen Literatur «Devoni lugotit turk» (Die Sammlung der turksprachigen Dialekte) von Machmud Koschgariy ist fast tausend Jahr alt. Dieses Buch ist das Kriterium des Wortes, das die Vergangenheit der Turkvölker mit ihrer Gegenwart verbindet. Bevor Machmud Koschgariy, der während der Herrschaftstzeit der Karachaniden-Dynastie Anfang des XI Jahrhunderts lebte, das Meisterwerk der Turkvölker «Devoni lugotit turk» schrieb, wanderte er 14 Jahre lang von Oberchina aus durch ganz Transoxanien, Choresm, Ferghana, Buchara und alle turksprachigen Länder bis ins heutiges Nordafghanistan, lernte die Eigenschaften der verschiedenen Dialekte und Mundarten kennen und verglich sie mit der Literatursprache. Im Jahre 1072, im Alter von 64, begann er sein Meisterwerk, den reichlichen Einblick in das Schicksal des Volkes, der Menschen, der Kultur und sozialen Gerechtigkeit gab, zu schreiben. Es umfasste das Wissen über Sprache, Literatur, Medizin, Geschichte, Geografie, Ethnografie, Handwerk und Astronomie der damaligen Epoche und beendete es im Jahre 1074.

Machmud Koschgariy betonte die Wichtigkeit der Ehrung seiner Heimat, der Vereinigung der Turkvölker und der Umsetzung der Forderungen sozialer Gerechtigkeit. Obwohl seit der Veröffentlichung dieses Werkes und dem Heute eine tausendjährige Geschichte liegt, verlor dieses unschätzbare Erbe ihre Aktualität und Relevanz nie. Deshalb hat sich die Abteilung Wissenschaft und Kultur von UNESCO entschieden, 1000 jähriges Jubiläum Machmud Koschgariys in großem Maßstab zu feiern.

Im XI Jahrhundert schaffte der große Sufi-Wissenschaftler Yusuf Chos Chojib sein philosophisch und didaktisches Epos «Kutadgu bilik» («Das zur Glückseligkeit führende Wissen»), welches von den zeitgenössischen Gelehrten als «Turksprachige Schahname» bezeichnet wurde. In dem Werk wurde über die Probleme der Vollkommenheit des Menschen, sein Platz in der Gesellschaft und im Leben, seine Pflicht und Aufgaben eigenartig beschrieben.

Die Werke unserer berühmten Vorfahren wie Al-Choresmiy, Zamachschariy, Al-Ferghaniy, Beruniy, Ibn Sino, Alisher Navoij​, Machmud Koschgariy, Yusuf Chos Chodschib dienten nicht nur dem usbekischen Volk, sondern auch allen Völkern der Welt, um von diesem Licht des Wissens und den Visionen für die Zukunft der Gesellschaft zu profitieren. Solch nützliche Bücher schärfen den Verstand und fordern zur Schönheit auf, hebt die Stimmung und tragen zur Bildung der Menschen bei. Gute Werke sind wie gute Freunde. Unbedeutende Bücher ähneln einem herzlosen Geldwechsler auf dem Basar.
Die usbekische Literatur hat eine lange Geschichte, die Volksepen wie «Alpomisch», «Kuntugmisch», «Malikai ayyor» und «Ravschan und Zulchumor» wurden in jeder Familie mit Vergnügen gelesen. Die Werke von Tschulpon, Abdulla Kodiriy, Oybek, Said Ahmad, Odil Yokubov, Pirimkul Kodirov, Utkir Hoshimov, Erkin Vohidov, Abdulla Oripov, Muhammad Yusuf und vieler anderen sind Werke weltberühmter Schriftsteller durchaus gleichgestellt.

Beitrag/Fotos: Oybek Ostanov | BIOGRAFIE​ | LITERATUR 
Autor, Literaturübersetzer
und Reiseexperte in Zentralasien
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LITERATUR OYBEK OSTANOV

Geschichten entlang der Seidenstraße – Weisheiten des Orients
Herausgeber: Oybek Ostanov

Der Titel: Geschichten entlang der Seidenstraße – Weisheiten des Orients(aktualisiert und ergänzt. Illustriert mit 16 Miniaturbildern)Orientalische Legenden und Sagen
Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Akademnashr Verlag; Auflage: 3 (2015)
Sprache: Deutsch
ISBN: (UZ) 978-9943-985-25-4
Größe: 13,2 x 1,5 x 18 cm


In dieser kleinen «Schatztruhe» entdecken Sie den Orient aus einer völlig neuen Perspektive. Die über Jahrhunderte tradierten orientalischen Geschichten erzählen spannend aus dem täglichen Leben von Menschen verschiedener Gesellschaftsklassen. Sie sind tiefsinnig und oft hintergründig moralisch. Häufig geht es um Gerechtigkeit und Ehrlichkeit von Menschen oder um die Aufforderung zu einem solchen Handeln. Der Band ist eine gelungene erweiterte Sammlung von bekannten Märchen, Sagen, Traditionen, Sitten und Gebräuchen u. a. auch Usbekistans beschreiben und insbesondere westliche Leser in die bisher verborgene Welt des geheimnisvollen Orients entführen.Die ergänzenden kunstvollen und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeiteten Grafiken und Illustrationen lassen die Geschichten noch lebendiger wirken, eröffnen eine zauberhafte Welt aus vergangenen Tagen der alten Seidenstraße und der Märchen von tausendundeiner Nacht.Der Band „Geschichten entlang der Seidenstraße – Weisheiten des Orients" stellt für den Liebhaber usbekischer Literatur ein besonderes Schmuckstück seiner Bibliothek dar.
 

Der Schelm
Autor: Gafur Gulom
Übersetzer: Oybek Ostanov und Azamat Azizov

Der Titel: Der Schelm
Originaltitel: Shum bolaNovelle
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Akademnashr Verlag (2014)
Sprache: Deutsch
ISBN: (UZ) 978-9943-4293-5-2
Größe: 14,2 x 1,8 x 21,1 cm

Taschkent, zu Beginn des Ersten Weltkrieges:Der Schelm, ein vierzehnjähriger usbekischer Junge, reißt auf Grund unglücklicher Missverständnisse von zu Hause aus. Er erfährt auf seiner ungewollten Odyssee Kameradschaft und Verrat, Prügel und Zuneigung und stolpert buchstäblich von einer Katastrophe in die nächste. Er muss in der oft ungerechten Welt der Erwachsenen lernen, wie man erfolgreich ums Überleben kämpft. Gafur Gulom schildert in dem spannenden Roman augenzwinkernd und mit viel Humor und Anteilnahme das oft harte und entbehrungsreiche Leben der einfachen Leute in Zentralasien, ihre Sitten und Gebräuche. Den Leser entführt er in eine Welt, die außerhalb dieses Kulturkreises weitgehend fremd und unbekannt ist.

Kein Himmel auf Erden
Autor: Utkir Hoshimov
Übersetzer: Oybek Ostanov

Der Titel: Kein Himmel auf Erden
Originaltitel: Dunyoning ishlari
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Akademnashr Verlag (2014)
Sprache: Deutsch
ISBN: (UZ) 978-9943-4298-6-4
Größe: 13,4 x 1,7 x 20,2 cm

Utkir Hoshimov hat dieses Buch als Hommage an seine Mutter geschrieben und erweist damit auch allen Müttern dieser Welt seine Hochachtung. Er schildert die Mutter vor allem im Umgang mit ihrer Familie, insbesondere mit dem Autor und Ich-Erzähler als Kind, Jugendlichen und später als Erwachsenem, der als bekannter Journalist die enge Bindung zu ihr immer aufrechterhalten hat.
Die an Vergleichen, Lyrismen, Sprichwörtern, Segnungen und Verwünschungen reiche Sprache erlaubt einen faszinierenden Blick auf die Mentalität des usbekischen Volkes, und so wird Utkir Hoshimov zum Zeitzeugen eines Stückes Ge­schich­­te in einem Land, in dem wie fast über­all die Moderne längst Einzug gehalten hat.

Yana she´riyat | Noch´n GedichtGedichte
Autor: Heinz Erhardt
Übersetzer: Oybek Ostanov

Der Titel: Yana she´riyat
Originaltitel: Noch´n GedichtGedichte
Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Navruz (2012)
Sprache: Deutsch – Usbekisch
ISBN: (UZ) 978-9943-381-24-8
Größe: 14,2 x 1 x 20,5 cm

Der Granatapfel
Autor: Abdulla Qahhor
Übersetzer: Oybek Ostanov

Der Titel: Der Granatapfel
Originaltitel: AnorErzählungen
Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Akademnashr Verlag (2013)
Sprache: Deutsch
ISBN: (UZ) 978-9943-4116-6-1
Größe: 13,2 x 1 x 20 cm

«Der Granatapfel» ist eine Sammlung von zwanzig Erzählungen des berühmten usbekischen Schriftstellers Abdulla Kahhor aus dem XX. Jahrhundert. Die teils mit einem «Augenzwinkern» humorvollen, teils tiefsinnigen Geschichten geben einen Einblick in das Leben der usbekischen Landbevölkerung vor dem 2. Weltkrieg und danach.Die Hauptpersonen in seinen Werken musste Abdulla Kahhor nie erfinden, er nahm alles aus dem Leben seiner Umgebung. Seinem eigenen Stil zufolge stellt er in seinen Kurzgeschichten und Romanen immer alltägliche Situationen im Umfeld von Tradition, Sitten und Gebräuchen dar. Beim Lesen seiner Geschichten und Werke reist man in die nahe Vergangenheit. In der noch ein wenig der Einfluss der «modernen» Zeit und der sowjetischen Kultur zu spüren ist.

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