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Heilende Musik aus dem Orient – Wie Musik die Seele heilen kann

Heilende_Musik Heilende Musik aus dem Orient

„Der Körper ist krank, wenn die Seele geschwächt ist, und er ist beeinträchtigt, wenn sie beeinträchtigt ist. Daher geschieht die Heilung des Körpers durch die Heilung der Seele, indem ihre Kräfte wiederhergestellt werden und ihre Substanz in die rechte Ordnung gebracht wird mit Hilfe von Klängen, die dies bewirken können und dafür geeignet sind“ (Al-Farabi, Arzt und Philosoph, 10. Jhd.).

Der arabische Anteil in der Musiktherapie ist für die Gesamtentwicklung dieser Therapieform ganz wesentlich. Daher geschieht die Heilung des Körpers durch die Heilung der Seele.

Die medizinischen Schriften des arabisch-islamischen Raumes zeigen deutlich, dass Musik im Mittelalter schon ein fester Bestandteil der arabischen Medizin war.

Ärzte, die gleichzeitig Philosophen waren, wie Ibn Sina (Avicenna), Ibn Butlan, Al-Farabi, Al-Kindi und Al-Balchi, schrieben Abhandlungen über die therapeutische Anwendung der Musik.

Im 10. Jahrhundert betonte Al-Balchi (gest. 934) in seinem Buch „Masalih Al-Abdan wa'l-Anfus" (Der Erhalt von Körper und Seele) den ganzheitlichen Nutzen der Musik. In diesem Werk wird der Mensch als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele verstanden, die harmonisch zusammenwirken. Ist jedoch diese Harmonie gestört, besteht ein Ungleichgewicht und der Mensch wird folglich krank. Bei Al-Balchis ganzheitlichem Ansatz, der auch die Psychosomatik in den Blick nimmt, werden im Falle einer Krankheit immer jene drei Ebenen des Menschen als gleichberechtigte Teile eines Ganzen betrachtet und auch behandelt. Er verfasste ein ganzes Kapitel über Sama', das Hören von Musik und Poesie, denn in der Musik sah er die Verbindung zwischen Körper und Seele. Al-Balhi wusste, dass Melodien Seele und Körper gleichermaßen berühren.

Der antike Einfluss in seinem Werk ist unverkennbar. In der Antike gehörten Philosophie und Medizin zu einer Disziplin. Musik war Bestandteil der cultura und meinte im ursprünglichen Sinn des Wortes die Pflege von Körper und Geist.

Die arabisch-islamischen Gelehrten waren für die Verbreitung des antiken Wissens sehr wichtig. Als Kulturträger des antiken Wissens vertieften und erweiterten sie die aus dem Syrischen ins Arabische übertragenen antiken Werke, welche später als Grundlage der Medizin für die folgenden 1.400 Jahre dienten. So kam es auch, dass die griechische Ethos-Lehre – darunter versteht man die Theorie von der Wirkung, die die Musik auf die menschliche Seele und den Körper mit seinen unterschiedlichen Temperamenten hat – von den arabischen Medizinern in ihre Traktate über die heilende Wirkung der Musik aufgenommen wurde. Sie wurde verfeinert und schließlich in ein System geformt – das Maqamat-System. Dieses System ist bis zur modernen Anwendung heute das Kernstück der orientalischen Musiktherapie. Anhand der Klassifizierung der menschlichen Temperamente konnte der Patient eine individuelle Musiktherapie in den damaligen Krankenhäusern erhalten.

Das Maqamat-System ist eine improvisierte Musikform, die im Vokal- oder Instrumentalstil vorgetragen wird. Der Musiker, der so zum Helfer des Arztes wurde, hatte nun die Möglichkeit, für den Patienten am Krankenbett im Spital die geeignete Musik entsprechend der Krankheit und korrespondierend zum Menschentyp zu spielen. Der Melancholiker benötigte eine andere Melodie als der Sanguiniker. 

SHARQ TARONALARIInternationales Musikfestival im Dienst der Wissenschaft, Vortrag Dagmar Kuhn
Erol Can (links), ein Anästhesist und Bingür Sönmez, Chirurg, spielen die türkische Rohrflöte Ney für einen Patienten. (Foto: Matthew Brunwasser)

Die Maqamat wurden ähnlich wie die indischen Ragas der Tageszeit entsprechend eingeteilt. Auf Humoralpathologie und Astrologie basierend wurden sie den Temperamenten des Kranken angepasst, sowie nach Elementen, Geschlecht und Tierkreiszeichen kategorisiert. Zum Beispiel wird der Rast Maqam als feuerartig, männlich, warm, trocken und gelbgallig klassifiziert, er stärkt nach Schlaganfällen und belebt und soll am besten morgens gehört werden. Sein Tierkreiszeichen ist der Widder.

Aus Texten, die von Reisenden in jener Zeit verfasst wurden, weiß man heute, dass in den Krankenhäusern diese Musik am Bett gespielt wurde. Darüber hinaus wird darin berichtet, dass es sogar Kurkonzerte und Tafelmusik gab. Auch das Geräusch von plätscherndem Wasser wurde als heilend betrachtet und für Kranke wurde eine Möglichkeit geschaffen, vom Fenster aus diesem Klangspiel zu lauschen.

Der orientalische Anteil an der Entwicklung der modernen Musiktherapie geriet dennoch immer mehr in Vergessenheit. Erst im letzten Jahrhundert begannen Orientalisten und Mediziner, sich mit dem arabischen Anteil an der Gesamtentwicklung wissenschaftlich zu befassen. Viele alte Texte wurden aus dem Arabischen übersetzt und das Interesse an Musik als Therapie nahm nicht nur bei den Philologen und Medizinern zu. In Wien gründete Gerhard Tucek 1989 das Institut für Altorientalische Musik- und Kunsttherapie, und im Herbst 1997 begann ein internationales Pilotprojekt, bei dem ein Hochschullehrgang für Altorientalische Musiktherapie von der Münchener Hochschule für Musik und Theater, in Zusammenarbeit mit der Marmara Universität Istanbul, in Schloss Rosenau in Niederösterreich, eingerichtet wurde.

In der Türkei erfuhr die Altorientalische Musiktherapie durch die Forschungen von Dr. Oruç Güvenç in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine wichtige Renaissance. Güvenç studierte an der Universität Istanbul Philosophie und klinische Psychologie und wurde wegen des Revivals der traditionellen Musiktherapie der Turkvölker weit über die Grenzen der Türkei hinaus bekannt. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter der orientalischen Musiktherapie und zentralasiatischer Volksmusik sowie türkischer Sufimusik. Er weist ausdrücklich darauf hin, wie sehr der Sufismus an der Verbreitung der Musiktherapie beteiligt war und immer noch ist. Therapeuten, die sich dieser Ausbildung unterzogen haben, praktizieren heute national und international mit der altorientalischen Musiktherapie und sollen gerade bei Wachkomapatienten und in der unterstützenden Therapie bei Krebspatienten sehr erfolgreich sein. Auch hier werden die klassischen Melodien nach dem Maqamat-System verwendet und auf traditionellen, teils selbstgebauten Instrumenten wie Ud, Ney und Rahmentrommel gespielt. Sogar das sanfte Wasserplätschern wird medizinisch und musikalisch genutzt, ganz wie in alten Zeiten.

Mehr über Mimoun Azizi erfahren Sie hier

Quelle/Foto: marokko.com; MG. DR. MED. MIMOUN AZIZI
Krankenhaus Istanbul; Foto: Matthew Brutwasser; Vortrag Dagmar Kuhn; SHARQ TARONALARI

Empfohlene LINKS:

WIKIPEDIAAvicenna (Ibn Sina)al-Fārābīal-KindīAbū Zaid al-Balchī | Ibn Butlan
Ethno-MusiktherapieMaqam (Musik)Humoralpathologie

SHARQ TARONALARIInternationales Musikfestival im Dienst der Wissenschaft - Vortrag Dagmar Kuhn
Heiliger Klang – Dr. Rahmi Oruç Güvenç
Musikgruppe - Tümata
Studium.at – Heilende Musik: Musiktherapie als vielversprechendes Zukunftskonzept
Prof. (FH) Priv.-Doz. Mag. Dr. Gerhard Tucek
Humoralpathologische Diagnostik in der Konstitutionellen Altorientalischen Musiktherapie - Michael Bachmaier-Eks ̧i (PDF-Download)

Empfohlene LITERATUR
USBEKISTAN-ONLINE • MEDIATHEKIbn Sina (Avicenna)

Heilende Musik aus dem Orient: Vom traditionellen Wissen der Schamanen und Sufis zur praktischen Anwendung altorientalischer Musiktherapie. Buch mit 60-minütiger CD.
Dr. Oruç Güvenç hat in Istanbul Philosophie und klinische Psychologie studiert. Er gilt weltweit als bedeutendster Vertreter zentralasiatischer Volksmusik und türkischer Sufimusik.
Andrea Azize Güvenç ist Ergotherapeutin und arbeitet 16 Jahre in eigener Praxis in Deutschland und in Österreich. Sie begleitete ihren Mann auf seinen Reisen, übersetzt und praktiziert die altorientalische Musiktherapie (AOM) und die Methoden des Sufitums.
ISBN-13: ‎ 978-3424152425

Zur Krankheitslehre Und Heilkunde Des Ibn Sina (980-1037);
(Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften)

ISBN: 978-3540182740


Grundlagen der Metaphysik - Avicenna
Arabisch - Lateinisch - Deutsch

ISBN: 978-3451340451


ASST. PROF. DR. RAHMI ORUC GUVENC: THE ETERNAL SHEIKH

ISBN: 978-8835420712
KINDLE: ASIN: ‎B08YWQ85TC


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Die Sultanstafeln des Astronomen Ulugh Beg

Samarkand_Observatorium_GB SAMARKAND Observatorium

Die Sultanstafeln (zij-e soltâni auf Persisch) oder Tafeln des kaiserlichen Schwiegersohns (zij-e gurgâni) sind astronomische Tafeln.

Ein zij (aus dem Persischen: زيج) bezeichnet in der arabischen Astronomie eine Reihe von Tabellen, die es ermöglichen, die Position der Sterne am Himmel zu einem bestimmten Datum sowohl zu kennen als auch (dank einer bestimmten Anzahl von Tipps) zu finden. Dies sind keine Abhandlungen über die theoretische Astronomie, sondern im Gegenteil Abhandlungen über die praktische Astronomie, die sich hauptsächlich an der Astrologie orientieren, die zur Zeit ihrer Abfassung von großer gesellschaftlicher Bedeutung war. Über 200 zijs wurden von den Astronomen arabischen zwischen dem entwickelten VIII - ten Jahrhundert und dem XV-ten Jahrhundert und einige wie die indische Tabelle von al-Khwarizmi haben die Jahrhunderte gekreuzt.

Abb. INTERNET ARCHIVE: Die astronomischen Tafeln des Muḥammed ibn Mūsā al-Khwārizmī

Astronomische Tafeln von al-Khwārizmī
Die astronomischen Tafeln des Muḥammed ibn Mūsā al-Khwārizmī in der Bearbeitung des Maslama ibn Aḥmed al-Madjrīṭī und der latein. Übersetzung des Athelhard von Bath auf Grund der Vorarbeiten von A. Bjørnbo und R. Besthorn in Kopenhagen.
INTERNET ARCHIV (Download PDF

Das Wort zih oder zīg leitet sich vom pehlevi (Mittelpersisch) ab, das während der Sassanidenzeit gesprochen wurde, was „Seil“ bedeutet. Der Begriff stammt aus dem Verflechten von Webfäden, um die Organisation von tabellarischen Daten in Zeilen und Spalten zu bezeichnen. Diese Tabellen werden manchmal als qānūn bezeichnet, abgeleitet vom äquivalenten griechischen Wort κανών.

Die astronomischen Tafeln von Ulugh Beg

Abb.: Ulugh Beg - Astronomische Tabellen, Übersetzung Thomas Hyde: Foto: Samarkand Observatorium; G. Birkl

Die Zīj-i-Ṣultānī, auch als Zīj-i-Gurgānī bekannt, ist eine der letzten großen islamischen Sammlungen astronomischer Tafeln. Mehr als 200 Exemplare in Persisch, Arabisch und Türkisch sind bekannt und das Werk hatte großen Einfluss auf die spätislamische Astronomie.

Laut Vorwort wurden die Tabellen von Ulugh Beg selbst mit Hilfe von Ghiyāth al-Dīn Jamshīd ibn Masʿūd al-Kāshī (gest. 1429?) und Ṣalāḥ al-Dīn Mūsā ibn Muḥammad ibn Maḥmūd Qāḍī-Rūmī (*1364 in Bursa, Ottoman Empire – †1436 in Samarqand) und nach ihrem Tod durch ʿAlā al-Dīn ʿAlī ibn Muḥammad al-Qūshjī (ca. 1402-1474/75).
Quelle: WIKIDE

Das Zīj-i-Ṣultānī enthält Folgendes:

Einführung:
• Kalender
• Sphärische Astronomie
• Sonne, Mond und Planeten
• Die Fixsterne

Tabellen:
• Chronologische Tabellen
• Trigonometrische Tabellen
• Tabellen zur sphärischen Astronomie

• Bewegungen der Sonne, des Mondes und der Planeten (von 1 AH bis 1200 AH)
• Mondparallaxe und Finsternisse
• Erste Sichtbarkeit der Mondsichel
• Geografische Positionen für 240 Standorte
• Sternenkatalog (ekliptikale Koordinaten und Magnituden für 1018 Sterne für die Epoche 1 Muḥarram 841 AH [= 4. Juli 1437])
• Astrologische Tabellen
Quelle: webspace.science.uu.nl • Ulugh Beg

Zusammenstellung und Schicksal der Tabellen
Die Tabellen wurden von einem Team von 60 bis 70 Wissenschaftlern unter der Leitung des Prinz-Astronomen Ulugh Beg zusammengestellt. Zu den Mitarbeitern des Prinzen gehörten die Mathematiker und Astronomen Qadi-zadeh Roumi, sein Lehrer, Ali Quchtchi, sein Schüler, und al-Kachi, ein bemerkenswerter Mathematiker, dessen eigene Khaqani zij (Tabellen des Großkhans) in die Sultanstafeln aufgenommen wurden. Die Sultanian Tables erschienen 1437, wurden aber bis kurz vor seinem Tod 1449 von Ulugh Beg verbessert. Das Team berechnete die Positionen von über tausend Sternen; eine gewisse Anzahl von ihnen, bisher nicht beschrieben, behält den Namen, der ihnen damals gegeben wurde. 1449 wurde Ulugh Beg, der durch den Tod seines Vaters in Nachfolgekämpfe gestürzt war, von seinem Sohn Abd ul-Latif ermordet; Fundamentalisten nutzten dies, um das Observatorium zu zerstören. Ali Quchtchi reiste mit einer Kopie der Sultanstafeln ab, zuerst nach Tabriz bei den Aq Qoyunlu, dann nach Konstantinopel bei den Osmanen; von dort gelangten sie nach Europa.

Abb.: WIKIPEDIA - Weg der „Tables sultaniennes“ von Samarkand nach Europa

So gibt es eine Spur einer um 1500 wahrscheinlich in der Nähe von Venedig angefertigten Kopie einer hebräischen Version, die wahrscheinlich im 15. Jahrhundert geschrieben wurde. Diese Schrift könnte ein Hinweis auf eine Kenntnis von Nicolas Copernicus über arabische Planetenmodelle sein. Ein Teil dieser Tabellen wurde dann 1643 von John Greaves, 1665 von Thomas Hyde ins Lateinische übersetzt. Von John Wallis transkribiert, wurden sie von ihm an Hevelius übermittelt, der große Rücksicht auf den Astronomen von Samarkand nahm. Eine vollständige Übersetzung ins Französische wurde 1839 von Louis-Pierre-Eugène Sédillot angefertigt.

Abb.: Samarkand, wissenschaftliche Meisterleistung von Ulug Beg im 14. Jahrhundert. Katalog mit 1018 Sternen; Foto: G. Birkl

Beschreibung
Die Tabellen bestehen aus 4 Büchern. Der erste stellt die alten Kalender vor (Mondkalender, persischer Sonnenkalender, chinesischer Uigurischer Kalender). Das zweite Buch befasst sich mit dem mathematischen Teil mit sphärischer Astronomie, den Tabellen von Sinus, Sinusvers, Tangens und Kotangens. Der dritte beschäftigt sich mit dem Planetensystem mit der Bewegung der Planeten und den Entfernungen von Sonne und Mond und Astrologie. Das letzte Buch stellt astronomische Berechnungen vor. Edward Stewart Kennedy fasst die Arbeit zusammen und weist auf das Vorhandensein von Tabellen mit trigonometrischen Funktionen, sphärischen astronomischen Funktionen, Aufstiegstabellen, einer Zeitgleichungstabelle, Tabellen der mittleren Bewegung der Planeten, einer Tabelle der Sonnenparallaxe, einer Tabelle der Längengrade und Breitengrade von 240 Städten.

Bibliographie
1839. L. P. E. A. Sédillot, Astronomical Tables of Oloug Beg, kommentiert und veröffentlicht mit dem nebenstehenden Text, t. I, 1 Faszikel, Paris. 1847. L. P. E. A. Sédillot, Prolégomènes des Tables astronomique d´Oloug Beg, herausgegeben mit Anmerkungen und Varianten und vorangestellter Einleitung, Paris, F. Didot. 1853. L. P. E. A. Sédillot, Prolegomena of the Astronomical Tables of Oloug Beg, Übersetzung und Kommentar. Paris, Didota 2007. Antoine Gautier, „Die Sammlung von Kalendern des Timuridenfürsten Ulug Beg (1394–1449), in Le Bulletin, Sonderausgabe „Kalender", Nationales Institut für orientalische Sprachen und Zivilisationen, Juni 2007, p. 117–123. 2008. Antoine Gautier, „Das Observatorium des Prinzen Ulugh Beg", in L'Astronomie, 2008, p. 28–29 2014. Gary D. Thompson, Der Einzug arabischer Sternnamen in Europa
Quelle: https://www.wikide.wiki/wiki/fr/Tables_sultaniennes

Empfohlene LINKS:
USBEKISTAN-GALERIE - Samarkand - Observatorium Ulug Beg

Abb. USBEKISTAN-GALERIE, Samarkand Observatorium; Foto: G.Birkl

Empfohlene Literatur:
USBEKISTAN-ONLINE • MEDIATHEKGelehrte, Denker und Forscher
ULUG BEG | Paul Kunitzsch
Verlag Müller und Schindler - Ulugh Beg: Die Astronomie des Prinzen

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Astronomische Arbeitsgruppe Laufen "Woher kommen die vielen arabisch klingenden Sternnamen in den Sternbildern?"
BAYERISCHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN PHILOSOPHISCH-HISTORISCHE KLASSE
PAUL KUNITZSCH, Peter Apian und Azophi: Arabische Sternbilder in Ingolstadt im frühen 16. Jahrhundert (Download PDF)
The Samarkand school in astronomy and mathematics (ca. 1420 CE)
The Samarqand Mathematical-Astronomical School: 3 A Basis for Ottoman Philosophy and Science - (Download PDF)
Ulugh Beg and his Contributions to Late-Islamic Astronomy
WIKIPEDIA Ulug Begs Observatorium

Manuscripts of the Zij of Ulugh Beg

Abb.: Yale University Library - Zīj-i Gūrgānī : manuscript / Ulugh Beg

UNESCO: Tables Astronomiques D'OLOUG-BEG -Sédillot's manuscript (Download PDF)

Persian original version:
Paris, Bibliothèque Nationale (B.N.), Ancien Fonds Persan 172, download {229 pages} (gallica.fr) (see Catalogue des manuscrits Persans, vol. 1, Ancien Fonds, par Francis Richard, 1989, p. 189). This is Sédillot's manuscript B.
Paris, B.M., Fonds Arabe 2534, digital version {106 pages} (gallica.fr). This is Sédillot's manuscript E.
Arabic translation Paris, B.N., Fonds Arabe 2535, Download {196 pages} (gallica.fr). This is Sédillot's manuscript F.

Abb. Paris, Bibliothèque Nationale (B.N.) - Manuscript Sédillot

 Abb.: ISLAM ANSiKLOPEDiSi, Istanbul - ZÎC-i ULUG BEY

Istanbul, Topkapi Seray, Revan 1714: excellent color facsimile edition in vol. 1 of Mustafa Kacar, Attila Bir, Ulug Bey'in Astronomi CetvelleriL Zic-i Ulug Bey, Islam ANSiKLOPEDiSi - ZÎC-i ULUG BEY

Brillonline, Leiden University Library, Or. 165: this (incomplete Persian) manuscript has been digitized by Brill, accessible via the beginning screen of Middle Eastern Manuscripts Online: Pioneer Orientalists
Oxford Bodleian Library, Greaves 5, only one leaf available in a digital version.
Yale University Library, Arabic Mss. Supp. 952, only one leaf available in a digital version.
First page of a splendid manuscript of the Zij Ulugh Beg (location unknown) 
Illustrationen aus Manuskript 5036 der Bibliothèque nationale de Franceet d'Hélène Passart, sa femme. 11 octobre 1634
webspace.science.uu.nl - The Astronomical Tables of Ulugh Beg

LIBRARY OF CONGRESS - Zīj - Alī ibn Ibrāhīm Ibn al-Shāṭir (Galerie)

Abb.: LIBRARY OF CONGRESS - Zīj - Alī ibn Ibrāhīm Ibn al-Shāṭir, Page 183-184

WIKIPEDIA Zīdsch-i Sultānī
Enzyklopädie des Islam Eslam.de Zidsch-i Sultani
Historie Antoine Gautier L'OBSERVATORIE DU prince ULUGH Beg (Download PDF)
FRWIKI Arabische Astronomie

Berühmte Gelehrte und Liste der Wissenschaftler des Goldenen Zeitalters des Islam LISTE
Ulugh Beg (* 22. März 1394 in Soltanije, Iran; † 27. Oktober 1449 in Samarkand)
ENZYKLOPÄDIE Wiki Ulugh Beg

Abb.: Wikipedia Ulugh Beigh (Mondkrater)


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Usbekistan - die Wiege des türkischen Kulturerbes

kokand_bodo_toens KOKAND - Khanspalast; Foto: Bodo Thöns

„Im Land Usbekistan gibt es viele Gebiete, die von Naturvölkern bewohnt sind, die eine große Anzahl von Höhlenmalereien bis heute erhalten haben“, bemerkte Tursunali Kuziyev, Direktor der Agentur für Kulturerbe des Ministeriums für Tourismus und Sport, in ein Artikel „Usbekistan – die Wiege des türkischen Kulturerbes“.

 „Die Mythen über Adam und Eva, die dieses paradiesische Land als ihre Heimat wählten, scheinen so wahr zu sein. Aber das Offensichtliche ist die Tatsache, dass im selben Land Usbekistan die ersten Turkstämme auftauchten und sich über die ganze Welt verbreiteten. Moderne türkische Politiker, Gelehrte und die Mehrheit des türkischen Volkes im Allgemeinen verherrlichen Usbekistan stolz als ihr „Vaterland“.

Von den frühesten Beispielen menschlicher Zivilisation auf unserem Boden hat eine Reihe von Renaissancen die ganze Welt immer wieder in Erstaunen versetzt. Die Vorfahren unseres Volkes haben mit ihrer Größe in allen Bereichen der Entwicklung und dem Fortschritt der gesamten Menschheit gedient und sie erleuchtet. All dies ist natürlich eine Matrix des Stolzes für die gesamte Turcik-Welt, eine solide Grundlage. Unsere großen Vorfahren, wie Alisher Navoi, haben die türkische Literatursprache vom Wörterbuch bis zur Form definiert.

Wir können in alten Manuskripten und Büchern sehen, wenn wir Exponate und epigraphische Baudenkmäler betrachten. Diese Schätze des Kulturerbes waren schon immer von großem Interesse für die internationale Gemeinschaft und insbesondere für die Intellektuellen des türkischen Volkes.

Auf Initiative des Präsidenten Shavkat Mirziyoyev wird der Erhaltung, dem Schutz, der wissenschaftlichen Untersuchung und der breiten Förderung unseres kulturellen Erbes im In- und Ausland große Aufmerksamkeit geschenkt. Diesbezüglich wurden eine Reihe von Dekreten und Beschlüssen des Präsidenten und des Ministerkabinetts erlassen. Natürlich ist dieses kulturelle Erbe ein unsterbliches, historisches und kulturelles Erbe, das den Stolz des usbekischen Volkes sowie aller Turkvölker und der Menschheit im weitesten Sinne zum Ausdruck bringt.

Als logische Fortsetzung dieser Bemühungen hat der Präsident auf dem Gipfel des Kooperationsrates der türkischsprachigen Staaten am 12. November in Istanbul, Türkei, Initiativen von historischer Bedeutung für die Zukunft des türkischen Volkes vorgelegt.

In seiner Rede verwies der Präsident auf die fruchtbaren Treffen der Minister für Kultur und Tourismus der türkischsprachigen Länder in den antiken Städten Chiwa und Kokand und betonte das reiche historische und kulturelle Erbe der Völker der türkischen Welt und die großartigen Perspektiven in der Entwicklung Tourismus.

„Gemeinsam eine „Roadmap“ für die Umsetzung der Tourismusprojekte „Türkischer Welttourismus“ und „Tabarruk Ziyorat“ entwickeln, Handwerksausstellungen und Ethno-Sportwettbewerbe abhalten, Erhaltung und Restaurierung von Kulturerbestätten sind von großer Bedeutung", sagte der Präsident.

Auf Initiative des Präsidenten beschloss der Gipfel auch, einen internationalen Preis zu etablieren, der nach dem großen Denker und Staatsmann Mir Alischer Navoi benannt ist, der einen bedeutenden Beitrag zur türkischen Weltgemeinschaft geleistet hat.

Es ist bekannt, dass jede Zivilisation nach den Spuren geschätzt wird, die sie in der Weltzivilisation in Wissenschaft, Kreativität, Wirtschaft, Politik und Kultur hinterlassen hat. In diesem Sinne führten in der Weltzivilisation der islamischen Zivilisation, insbesondere der Türken, die im Mittelalter mehrere Generationen von Wissenschaftlern, Theologen, Baumeistern und Handwerkern hervorbrachten, mit ihrer Macht unsterbliche Werke, Entdeckungen, Kunstwerke ist sein Platz in der Welt unvergleichlich. Die Rolle unserer Vorfahren im unschätzbaren spirituellen Erbe, das die Gelehrten dieser Zivilisation hinterlassen haben, ist ebenfalls wichtig und bedeutsam.

Insbesondere die Initiative unseres Präsidenten, dass Usbekistan etwa 200.000 einzigartige Handschriften zu unserer gemeinsamen Geschichte und Kultur besitzt und die Notwendigkeit, diese zu studieren und an zukünftige Generationen weiterzugeben, hat uns nicht nur inspiriert, sondern uns auch eine große Verantwortung auferlegt.

Um gemeinsam seltene Werke zur Geschichte und Kultur des türkischen Volkes zu studieren und zu übersetzen, um eine einzige elektronische Datenbank zu schaffen, um digitale Technologien in diesem Bereich einzuführen, präsentierte der Präsident der Republik Usbekistan auf der Konferenz zur Schaffung eines Kulturerbes Forschungszentrum der türkischsprachigen Länder.

„Ein Juwelier kennt den Wert von Gold“, sagen unsere Weisen. Unser Präsident hat ein völlig neues Format vorgeschlagen, das Navigator ist, für die Bewahrung des kulturellen Erbes für die türkische Welt. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass Usbekistan an der Schwelle zur Dritten Renaissance eines der Zentren des kulturellen Erbes der türkischen Welt bleibt.

Im neuen Usbekistan stehen dafür große Chancen für Kultur- und Kunstkritiker aus der ganzen türkischen Welt offen. Die effektive Nutzung dieser Potenziale und Chancen wird als Programm zur geistigen und kulturellen Bereicherung der gesamten türkischen Welt dienen und einen wichtigen Beitrag zu ihrer Weitergabe an die zukünftigen Generationen sowie an die ganze Welt leisten.“

Quelle: dunyo.info
Titelbild: Kokand - Khanspalast; Bodo Thöns; Chiwa - Gerhard Birkl

CHIWA - Altstadt, Kalta Minor; Foto: Gerhard Birkl

YOUTUBE - Uzbek national dance of Lazgi
UNESCOKhorazm-Tanz LAZGI – Immaterielles Weltkulturerbe

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Gedenktag 18. November - Staatssymbol Flagge Usbekistan

uz_flaggentag_18_Nov Usbekistan - 18. Nov. Flaggentag

Zu den alljährlichen Feierlichkeiten in Usbekistan zählt die Gründung der Republik Usbekistan (31. August 1991), Gedenken an die Souveränität sowie die Einführung der Staatsymbole. Laut der Verfassung der Republik Usbekistan (8. Dezember 1992, Artikel 5 ) – verfügt das Land über eigene durch Gesetz bestimmte Staatssymbole: Flagge, Wappen, Hymne.

Das Gesetz über die „Staatsflagge der Republik Usbekistan“ wurde am 18. November 1991 in der 8. Sitzung des Obersten Rates Usbekistans verabschiedet.

Die Flagge der Republik Usbekistan ist ein Symbol der Souveränität der Republik. Die Nationalflagge der Republik repräsentiert das Land international, beim offiziellen Besuch von Delegationen aus dem Ausland, sowie bei Konferenzen, Weltausstellungen und Sportwettkämpfen.

Die Nationalflagge der Republik ist ein rechtwinkliges farbiges Tuch aus drei horizontalen Streifen und den Farben Blau, Weiß und Grün.

Blau ist das Symbol des Himmels und des Wassers, die die Hauptquelle des Lebens sind. Blau war hauptsächlich die Farbe der Staatsflagge von Timur (eigentlich Temür ibn Taraghai Barlas, von mitteltürkisch temür ‚Eisen'; * 8. April 1336; † 19. Februar 1405).

Weiß ist das traditionelle Symbol für Frieden und Glück, wie die Usbeken "Ok yul" sagen.

Grün ist die Farbe der Natur, des neuen Lebens und der guten Ernte. Die grüne Farbe wird ebenfalls überwiegend in Ländern verwendet, in denen die Mehrheit der Bevölkerung Muslime sind.

Zwei dünne rote Streifen symbolisieren die Lebenskraft. Zur „Lebenskraft" zählen die zwei wichtigsten Zuflüsse des Landes zum Aralsees und größten Ströme Zentralasiens, der Amudarja (usbek. Amudaryo, in der Antike Oxus genannt; 2.539 km lang) und der Syrdarja (usbek. Sirdaryo; 2.212 km lang).

Es gibt einen Neumond, der die neue unabhängige Republik symbolisiert, als auch die Verbindung mit der historischen Vergangenheit der Menschen, ihren Traditionen.

Die zwölf Sterne stehen für ein geistiges Zeichen. Die Sterne bedeuten auch die historischen Traditionen des usbekischen Volkes sowie den alten Sonnenkalender. Ein besonderes Augenmerk auf zwölf Sterne in der Flagge erklärt sich noch durch einen weiteren Hinweis auf die Staaten, die zuvor auf dem Territorium des modernen Usbekistans existierten. Die Sterne geben einen Hinweis auf wissenschaftliche Gedanken, als "Astrologie" seinen Aufschwung erlebt hatte (siehe Ulugh Beg). In der usbekischen Flagge verweisen die Sterne auch auf die alten Wurzeln der lokalen Kultur, das Streben der Usbeken nach Perfektion und Loyalität.

Beitrag: G. Birkl; Staatssymbol Flagge Usbekistan - WIKIPEDIA

WIKIPEDIAFlaggen Bestimmungsschlüssel | Flagge Usbekistan
Timur | TirmuridenUlugh Beg (Timuriden-Fürst, Astronom (* 22. März 1394; † 27. Oktober 1449)
Liste der Nationalflaggen
Flaggenkunde bzw. Fahnenkunde - Vexillologie
Astronomischer Kalender

Verfassungen.netVerfassung der Republik Usbekistan
Flaggenlexikon - Mongolisches Reich des Timur
Heraldik - Flagge
Planet Wissen - Flaggen und Fahnen
Welt-Flaggen - USBEKISTAN
Animierte Flaggen - Usbekistan
Kinderweltreise - Usbekistan

USBEKISTAN-ONLINE • KALENDERJahresgedenkenJahrestage
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Usbekistan plant „humanitären Korridor“ nach Afghanistan

Treffen_Aussenminister Treffen der Aussenminister AT/UZ

Usbekistan stellt einen „humanitären Korridor“ in Aussicht, um diese Hilfe in das Nachbarland Afghanistan zu bringen, erklärte Außenminister Abdulasis Kamilow am Montag nach einem Treffen mit seinem österreichischen Amtskollegen Michael Linhart (ÖVP) in der Hauptstadt Taschkent. Dieser Korridor soll die Hilfsgüter über die Grenze bringen. „Wir wissen, dass die Lage in Afghanistan schwierig ist und wollen eine innere Eskalation vermeiden", stellte Kamilow fest. Usbekistan sei ein ganz wichtiger Partner in der Region, bekräftigte Linhart. Ziel sei der gemeinsame Kampf gegen Terrorismus, organisierte Kriminalität und Menschenhandel.

Es gebe da „Kontakte in verschiedene Richtungen und Erfahrungen, die genutzt werden können, um über die Situation mehr Informationen zu bekommen“, sagte Linhart und erinnerte daran, dass Österreich selbst bereits 20 Millionen Euro für humanitäre Hilfe gespendet und sich auch an der Gabe von einer Milliarde Euro seitens der EU beteiligt habe. Er bedankte sich aber auch dafür, dass Usbekistan bei der Evakuierung von Österreichern aus Afghanistan geholfen habe. Dies sei ein „starkes Zeichen“ der Freundschaft gewesen.

150.000 Dosen AstraZeneca für Usbekistan
Kamilow erklärte seinerseits, sein Land wisse das humanitäre Engagement Österreichs zu schätzen. Ebenso wie die 150.000 Dosen AstraZeneca-Impfstoff gegen das Coronavirus, die Linhart im Rahmen seiner Zentralasienreise für Usbekistan zumindest bildhaft im Gepäck hatte.

Usbekistan ist mit 35 Millionen Einwohnern das größte und einflussreichste Land in der Region rund um Afghanistan. Präsident Schawkat Mirsijojew wurde Ende Oktober mit 80,1 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt, wobei die Wahl keineswegs westlichen Demokratiestandards entsprach. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stellten „erhebliche Unregelmäßigkeiten“ fest und kritisierten den Ausschluss der Opposition.

Bilaterales Wirtschaftsforum als weiterer Schritt Richtung Westen
Mirsijojew hat die frühere Sowjetrepublik bereits nach dem Tod von Diktator Islam Karimow 2016 in Richtung Westen geöffnet und will ihr weitere liberale Reformen verordnen. Dies erfolgt hauptsächlich aus einem Pragmatismus, der erkennt, dass das Land sonst wirtschaftlich nicht vorankommen kann. Daher findet am Montag ein bilaterales Wirtschaftsforum statt, das aus österreichischer Sicht auch unter dem von Außenministerium und Wirtschaftskammer Österreich lancierten Corona-Wiederaufbauprogramm „ReFocus Austria“ steht.

Jetzt, wo die Corona-Pandemie „einigermaßen im Griff“ sei, gelte es den Blick nach vorne zu richten, bekräftigte Österreichs Außenminister. Die diesbezüglichen Beziehungen seien durchaus ausbaufähig, waren sich die beiden Chefdiplomaten einig und unterzeichneten auch ein Kooperationsabkommen.

Quelle: krone.at; Fotos: APA/BMEIA/MICHAEL GRUBER
Titelbild: Österreichs Außenminister Michael Linhart (links) mit seinem usbekischen Amtskollegen Abdulasis Kamilow

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Präsidentschaftswahl 2021 in Usbekistan

image001 Präsidentschaftswahlen in Usbekistan

Persönlicher Bericht zur Wahl des Präsidenten in der Republik Usbekistan am 24. Oktober 2021

Vor der Präsidentschaftswahl in der Republik Usbekistan am 24. Oktober 2021 hatte ich die Möglichkeit mich über diese im ganzen Land zu erkundigen und die Stimmung in der Bevölkerung einzufangen. Insgesamt war ich 16 Tage unterwegs, um anschließend zusätzlich für eine Woche in Taschkent als Wahlbeobachter zu fungieren.

Meine Reise ging von der im Westen von Usbekistan gelegenen Stadt Osch, an der Grenze zu Kirgistan, mit dem Auto nach Taschkent, von dort weiter mit der Bahn nach Samarkand, mit der Expressbahn „Talgo“ nach Buchara, um anschließend mit dem Auto nach Urganch und weiter nach Chiwa zu fahren. Und wiederum von dort mit dem Auto in die autonome Republik Qoraqalpogʻiston Respublikasi (Karakalpakstan) in die Hauptstadt Nukus zu fahren, bis hin nach Mo'ynak, an den leider vor Ort nicht mehr vorhandenen Aralsee.

Wahlplakat der Ökologischen Partei OEP in Mo'ynaq; Foto: Christian Grosse

Wahlplakat: „Kelajaging Uchun Ovoz Ber – Gib Deine Stimme für eine eigene Zukunft“; Foto: Christian Grosse

In dieser Zeit konnte ich mit Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen sprechen, um mich über ihre persönliche Meinung zur aktuellen Politik, Wirtschaft oder auch Sport und private Situation, zu erkundigen.

Zuallererst muss ich feststellen, dass die Grundstimmung bei den Menschen in Usbekistan sehr positiv ist. Oder besser noch, es herrscht eine Art Aufbruchsstimmung vor, die von vielen Teilen in der Bevölkerung unterstützt wird.

Dies konnte ich immer wieder in Gesprächen erfahren. Sei es vom sehr gläubigen PkW- Fahrer, der mich 420 km von Osch nach Taschkent gefahren hat. Sei es von zwei usbekischen Musikern, die mit denen ich in einem Dreierabteil mehrere Stunden in der Bahn zusammengesessen habe, sei es von einem Reiseleiter, der mich den kompletten Tag begleitet hat und mich über die Veränderungen in der Gesellschaft seit der Präsidentschaftswahl in 2016 aufgeklärt hat oder vom stellvertretenden Bankdirektor, verantwortlich für 2500 Mitarbeiter, um mich unter anderem über die Präsidentschaftswahl zu unterhalten.

Aber auch Studenten, Intellektuelle und Künstler, oft in Ihren Aussagen sehr kritisch, haben mir ebenfalls ein positives Meinungsbild, beispielsweise in Buchara, Samarkand und Taschkent in persönlichen Gesprächen vermittelt. In diesem Zusammenhang konnte ich viele Erfahrungen von den Menschen einsammeln, wie sich seit der Amtsübernahme des Reformpräsidenten, Shavkat Miromonovich Mirziyoyev am 14. Dezember 2016, die Situation im Lande zum Besseren verändert hat. Allein die Tatsache, sich wieder mit Freunden im Park zu treffen, auf nicht nur auf einer in der kompletten Grünanlage vorhandenen Parkbank, sondern auf mehreren, neu aufgestellten Parkbänken, zu sitzen und sich auszutauschen, bedeutet für viele Menschen ein großes Stück mehr an Freiheit und vor allen Dingen Unabhängigkeit.

Die Erfolge, die der Präsident seitdem seit der Amtsübernahme zu verzeichnen hat sind beispielsweise die Öffnung für ausländische Investoren, besonders sehr gut im Bausektor in Taschkent zu erkennen, oder verbesserte Beziehungen zu den Nachbarstaaten. Usbekistan entwickelt sich immer mehr als stabiler Anker in einer doch politisch und wirtschaftlich angespannten Region, was aktuell besonders in der Afghanistanpolitik zu erkennen ist. Ein sehr wichtiger Erfolg ist zudem die Abschaffung der Zwangsrekrutierung von Arbeitskräften, vor allen Dingen von Kindern, für die Ernte von Baumwolle – eines der wichtigsten Exportgüter Usbekistans.

Reformen erfordern viele Anstrengungen und sind auch mit Rückschlägen verbunden. In einem vorher mit strenger Hand regiertem Land ist der aktuelle Reformprozess ein längerer Weg, für den man Zeit benötigt. Insofern ist die aktuelle Präsidentenwahl ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

Dass die richtige Richtung hinsichtlich der Wahlwerbung eingeschlagen wurde, konnte ich im ganzen Land von Ost nach West beobachten. An großen Plätzen und weiträumigen Straßen, von denen es in den Städten viele gibt, wurde beispielsweise Werbung für die fünf Präsidentschaftskandidaten auf großen Bildschirmen, gut sichtbar, gemacht. Ebenso auf den großen Wochenmärkten, an viel befahrenen Kreisverkehrsplätzen oder an öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Universitäten oder anderen Institutionen, konnte ich immer wieder Plakate im DIN A4 Format erkennen, auf denen die Kandidaten mit Ihren Programmen vorgestellt wurden. Auch am Wahltag hatten die Menschen die Möglichkeit sich nochmals direkt, an den oft extra aufgestellten Plakatwänden vor den Wahllokalen, über die fünf Kandidaten zu informieren.

Kandidaten der 5 Parteien. Foto: Christian Grosse

Interessant war die Tatsache, dass im ganzen Land immer wieder, auf unterschiedlichsten Plätzen und Orten, Plakate, und sei es im DIN A4 Format, zu sehen waren, in dem die Bevölkerung dazu aufgerufen wurde, wählen zu gehen. Beispielsweise: „Biz Birga – O'zbekistonmiz – Wir sind zusammen Usbekistan“, „Tanlov Fursati Keldi – Zeit zu wählen“ oder „Kelajaging Uchun Ovoz Ber – Gib Deine Stimme für die eigene Zukunft“. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Bevölkerung dazu aufgerufen wurde die demokratisch eingeschlagene Eigenverantwortung wahrzunehmen, wählen zu gehen und politisch mitzugestalten. Dies hatte sich an der hohen Wahlbeteiligung bemerkbar gemacht.

Dass diese sehr hoch war, konnte ich an den von mir besuchten Wahllokalen in Samarkand erkennen und anhand der Wahllisten überprüfen. Was auch von den vor Ort eingesetzten verantwortlichen, sehr gut geschulten Wahlleitern und Mitarbeitern bestätigt wurde. Bereits gegen Mittag haben die Menschen in den von mir besuchten Wahllokalen 50% ihrer Stimme abgegeben. Beobachten konnte ich zudem, dass die Hygienevorschriften bezüglich der Pandemie in den Wahllokalen perfekt umgesetzt wurden. Im Übrigen wurden diese auch in Hotels und vielen öffentlichen Einrichtungen eingehalten.

Registrierung zur Wahl mit Ausweis, Wahllokal Samarkand: Foto: Christian Grosse

Wahlzettel mit Siegel, Registratur: Foto: Christian Grosse

Wahlkabinen für geheime Wahlen: Foto: Christian Grosse

Als Wahlbeobachter tätig zu sein bedeutet sehr genau auf die gesamten Wahlabläufe zu achten, mit den Verantwortlichen Wahlleitern, und auch Mitarbeitern, Gespräche zu führen, Einblick in die Wahlunterlagen zu erhalten, aus sicherer Distanz die Wahl an sich zu beobachten und mitunter auch kritische Fragen zu stellen. Jedoch immer in einer positiven, freundlichen und konstruktiven Atmosphäre.

In diesem Zusammenhang konnte ich feststellen, dass die gesamten Wahlabläufe insgesamt ordentlich abgewickelt wurden. Auch Wahlbeobachter anderer Parteien waren anwesend, die dies bestätigen konnten. Die eine oder andere Nachbesserung konnte ich in die Wege leiten. 

Registratur internationale Wahlbeobachter; Foto: Christian Grosse

Beispielsweise wurden in einem Wahllokal in die verplombten Wahlurnen von dem einen oder anderen Bürger die Wahlzettel ungefaltet in diese eingeworfen. So, dass man erkennen konnte, welche Partei die- oder derjenige Bürger gewählt hat. Somit wurde die an sich geheime Abstimmung ad absurdum geführt. Ein freundlicher Hinweis an die Wahlleiterin hatte ausgereicht, dass dies nicht einer geheimen Abstimmung entspricht. So, dass umgehend ein weißes Tuch vor die Wahlurne gespannt wurde, um das Wahlgeheimnis zu bewahren. Hier hatte ich den zusätzlichen Hinweis gegeben, dass die Mitarbeiter in den Wahllokalen den Bürgerinnen und Bürgern bei der Übergabe der Wahlunterlagen kurz mitteilen, den Wahlzettel zu falten, um den demokratisch legitimierten Wahlprozess ordentlich abzuschließen. Auch dieser Hinweis wurde sofort in die Tat umgesetzt.

Abdeckung der Wahlurne; Foto: Christian Grosse

Aufgestellte Wahlkabinen wurden mitunter mit der Öffnung in den Raum aufgestellt, so, dass man auch hier die Möglichkeit hatte einen direkten Einblick auf den Wahlzettel zu erhalten. Der von mir gemachte Vorschlag diese umzudrehen, um das Wahlgeheimnis für die Bürgerinnen und Bürger zu bewahren, wurde ebenfalls umgesetzt.

Seit 2016 ist man als Europäer täglich mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) konfrontiert. So, dass man diesbezüglich sehr sensibel reagiert, wenn persönliche Daten sichtbar oder beispielsweise ohne Zustimmung weitergeleitet werden.

Diesbezüglich besteht in Usbekistan eine andere Sichtweise, die zur nächsten Präsidentenwahl, verändert werden sollte. Denn der Name, das Geburtsdatum und die komplette Adresse konnten, für jede Person im Wahllokal sichtbar, von sämtlichen in dem entsprechenden Wahllokal aufgerufenen Wählerinnen und Wählern, auf großen Standwänden eingesehen werden. Ein ungewöhnlicher Anblick und auch Einblick seitens internationaler Wahlbeobachterstandards. Für die Wahlleiter vor Ort wurde dies als normal angesehen, ein anderer Blickwinkel hinsichtlich der Thematik Transparenz.

Aushang Wählerliste; Name, das Geburtsdatum und die komplette Adresse; Foto: Christian Grosse

Aus dem was ich von Ost nach West landesweit beobachten konnte, fand die Wahl / Wahlwerbung nach demokratischen Grundsätzen statt. In allen Teilen das Landes waren die fünf Kandidaten sehr gut sichtbar. Die Wahlprogramme, in Kurzform, und die Kandidaten waren für die Bevölkerung überall zugänglich.

Interview - die ehrliche Meinung der Delegierten war in den Medien sehr gefragt; Foto: Christian Grosse

Als Wahlbeobachter konnte ich „nur“ die Dinge beobachten, die ich wirklich sehen und aufgrund meiner Fragen / Erfahrungen beurteilen konnte. Dies bedeutet: eine sichtbare und transparente Wahlurne, verplombt. Sämtliche Wähler waren sowohl im Computer als auch in den ausgedruckten Listen sichtbar hinterlegt, mitunter auf den Aushängen. Jeder Wähler und jede Wählerin musste den Ausweis vorlegen und bekam die entsprechenden Wahlunterlagen ausgehändigt, sowohl in russischer Sprache, in usbekischer Sprache als auch in lateinischer Sprache. Wahlbeobachter sämtlicher Parteien waren anwesend. Kranke oder behinderte Menschen wurden besucht, ebenfalls mit einer verplombten Wahlurne, und konnten ihre Stimmen abgeben. Es waren mindestens zwei Personen anwesend. Denn auch diesen Menschen wollte man eine Chance geben, ihre demokratischen Rechte mit der Abgabe ihrer Stimme, auszuüben.

Interessant insgesamt, war die Tatsache, dass Wahlbeobachter aus der ganzen Welt eingeladen wurden. Beispielsweise aus Indien, aus Kuwait, aus Lettland, aus Tschechien, aus Spanien oder aus Frankreich und selbstverständlich aus der Bundesrepublik Deutschland. Im Übrigen wurden aus der Bundesrepublik Deutschland unter anderem Vertreter aus Wirtschaftsverbänden oder ehemalige Minister als Wahlbeobachter eingeladen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Republik Usbekistan auf einem sehr guten Weg ist sich weiterhin zu reformieren. Die Grundlagen dazu wurden und werden auch weiterhin vom Präsidenten Shavkat Miromonovich Mirziyoyev geschaffen. Aus dem, was ich landesweit beobachten konnte, wurde die Präsidentschaftswahl nach allgemeinen demokratischen Grundsätzen durchgeführt. Hervorzuheben ist die Transparenz, Offenheit und Professionalität der Wahlleitungen, aber auch der Bevölkerung gegenüber den internationalen Wahlbeobachtern. Die nächsten Präsidentschaftswahlen werden weiterhin optimiert werden müssen. Dieser Prozess wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen und sollte von allen Seiten maximal unterstützt werden.

Dipl. Chem. Christian Grosse
President Open International Dialogue
Президент Открытого международного диалога
Tucholskystr. 33; 10117 Berlin
Telefon: +49 30 2888 3891, Mobil: +49 174-27 26 765
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Usbekistan pflanzt jährlich 200 Millionen Setzlinge, um Grünflächen in Städten zu vergrößern

uz_stadtwald Stadtwald in Usbekistan
WELTKLIMAGIPFEL in GLASGOW

Während auf dem Klimagipfel in Glasgow um Entscheidungen und Finanzierung von Umweltprojekten zur Rettung der Umwelt und des Waldes gerungen wird, wurden in Usbekistan erste Beschlüsse umgesetzt. Der in der zweiten Amtszeit bestätigte Präsident, Shavkat Mizijojev, hat wenige Tage nach seiner Wiederwahl erste Sofort-Maßnahmen ergriffen. Anstelle vieler schöner Worte folgen durch das neu gewählte Staatsoberhaupt Taten, die unmittelbar umgesetzt werden.

Der stellvertretende Khokim (Vorstand der Stadtverwaltung) für Bau ist fortan für Ökologie, Baumpflanzung und Pflege zuständig.

Präsident Shavkat Mirziyoyev kündigte in einer Videokonferenz zur Umsetzung des nationalen Projekts „Green Space“ zur Verbesserung der Umweltsituation und sauberer Luft in Städten, Bezirkszentren und Siedlungen an, eine „tatsächliche 40-tägige“ Baumpflanzaktion an, die Aktion soll mit sofortiger Wirkung bis 10.12.2021 umgesetzt werden.


„Um die Umweltsituation und saubere Luft in Städten, Stadtteilzentren und Siedlungen zu verbessern, starten wir ein bundesweites Projekt „Green Space“.
Im Rahmen dieses Projekts ist geplant, jährlich 200 Millionen Setzlinge von Bäumen und Sträuchern zu pflanzen und damit die Grünflächen in Städten von derzeit 8 % auf 30 % zu erhöhen. Gleichzeitig werden die notwendigen organisatorischen Maßnahmen, die Ausrüstung, die Bewässerung und andere Infrastruktur, die Baumpflege und die finanziellen Mittel für das Projekt angegangen“, zitierte der Kun.uz-Korrespondent den Präsidenten.

Zur Durchführung dieses bundesweiten Projekts wird ein neues Organisationssystem eingeführt.
„Jede Organisation, jeder Bürger muss zu diesem Projekt beitragen. Um diese Bepflanzungsarbeiten richtig zu organisieren, wird zunächst der Eigentümer der bestehenden und neu angelegten Grünflächen durch die Entscheidung des Bezirks bzw. Stadt der Khokim (Vorstand einer Stadtverwaltung) bestimmt.
Angeordnete Beamte sind nicht nur für die Pflege vorhandener Bäume verantwortlich, sondern auch für die Erhaltung des Gebiets in gutem Zustand.
Zu diesem Zweck wird von heute bis zum 10. Dezember eine Baumpflanzaktion angekündigt, sagte das Staatsoberhaupt.

Beitrag: G. Birkl, Interview/Foto: KUN.uz

Initiative - UNDP SPENDENAKTION ARAL SEA
UNDP Uzbekistan | GREENARALSEE.org

Fakten zum ARALSEE
•"Aralsee" bedeutet übersetzt "Meer der Inseln" (von denen es einmal über tausend gab!)
• In seiner größten Ausdehnung war der Aralsee nur geringfügig kleiner als Irland, gespeist von den Flüssen Amudarya und Syrdarya
• Das Meer hat in einem halben Jahrhundert 60.000 km2 oder 90 % seiner Größe verloren
• Zusammen mit den Gewässern des Aralsees sind auch die Sümpfe und Feuchtgebietsökosysteme der Flussdeltas Amudarya und Syrdarya verschwunden
• 50 % der Flora und Fauna des Aralsees sind verloren gegangen, darunter 11 Fischarten, 11 Pflanzenarten, 26 Vogelarten und 12 Säugetiere
• Der Aralsee war einst das Zentrum einer Fischerei, die jährlich 40.000 Tonnen Fisch fing – dieser Wohlstand ist nun vorbei
• Durch häufige Dürren und Staubstürme werden jedes Jahr 75 Millionen Tonnen giftige Salze und Sand vom Meeresboden verbreitet
• Die Krebs- und Tuberkuloseraten (TB) sind rund um den Aralsee um 50 % höher als in anderen Regionen
• Nur 50 % der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser
• Die Armutsquote ist die höchste in der Region
• (Zum Glück für uns) Saxaul ist eine im Westen Usbekistans heimische Pflanzenart, die in rauen, salzhaltigen Bedingungen mit wenig Wasser wachsen kann und eine Nische für eine vielfältige Fauna bietet
• Die Aralsee-Katastrophe ist nicht rückgängig zu machen, aber dennoch ist die Lage nicht hoffnungslos!.

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Zentralasiatische Länder bündeln ihre Bemühungen im Kampf gegen Diabetes

uz_diabetesforum Central Asia Diabetes Forum - Taschkent

Jährliches Zentralasiatisches Diabetesforum in Taschkent 

Am 1. November fand in Taschkent das Zentralasiatische Diabetesforum statt, das sich den globalen Problemen des Diabetes und den Möglichkeiten zu ihrer Lösung widmete.

Das Zentralasiatische Diabetesforum fand unter dem Motto: "From Monitoring to Management" statt, das sich der Diskussion der globalen Probleme des Diabetes und der Lösungsmöglichkeiten in den Ländern Zentralasiens widmete. Die Veranstaltung wurde von der Nationalen Vereinigung der Endokrinologen Usbekistans mit Unterstützung von Sanofi in Usbekistan organisiert. An dem Forum nahmen das Gesundheitsministerium von Usbekistan und das Gesundheitsministerium von Kasachstan sowie führende Experten aus Russland, Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan, Tadschikistan, Albanien, Japan und Polen teil.
Das Forum wurde zu einer wichtigen Veranstaltung im Bereich des Gesundheitswesens in Zentralasien. Seine Hauptziele sind die Entwicklung eines gemeinsamen Ansatzes in der Behandlung und Diagnose der Erkrankung, der modernen Anforderungen entspricht, sowie der Erfahrungsaustausch zwischen führenden Experten und Spezialisten aus verschiedenen Ländern und die Schaffung einer einzigen professionellen Diabetes-Community, die wird Patienten und Ärzten künftig helfen, die Therapieziele zu erreichen und die Belastungen und Kosten der Gesundheitssysteme in der Region zu reduzieren.

„Es ist bekannt, dass eine rechtzeitige Diagnose, angemessene Behandlung endokriner Erkrankungen und Prävention die Folgen von Komplikationen bei Patienten und die Behandlungskosten des Staates reduzieren können. Leider ist Diabetes mellitus ein soziales Problem, das Risikofaktoren wie ungesunde Ernährung, inaktive Lebensweise, Stress, Fettleibigkeit (die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung Usbekistans zwischen 16 und 54 Jahren ist übergewichtig) und andere einschließt. Und unsere Aufgabe ist es, die Krankheit nicht nur zu behandeln, sondern auch zu verhindern.
Das Ministerium und der endokrinologische Dienst haben in Usbekistan viel Arbeit in Bezug auf Diabetes mellitus geleistet. Wir werden jedoch nicht beim Erreichten stehen bleiben, es ist noch viel gemeinsame Arbeit zu leisten“, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Usbekistans, Doktor der medizinischen Wissenschaften, Professor Ulugbek Sabirov in seiner Begrüßungsrede an die Delegierten der Forum.

„Ich freue mich sehr, dass Usbekistan beschlossen hat, sein nationales Programm zur Verbesserung der endokrinologischen Versorgung in den nächsten fünf Jahren auszuweiten und sich dabei auf Diabetespatienten zu konzentrieren. Ich bin überzeugt, dass ein solches Forum, das führende Spezialisten und Experten aus vielen Ländern zusammenbringt, dazu beitragen wird, die Behandlung und Prävention dieser Krankheit zu verbessern. Ich glaube, dass wir Zeugen der Entstehung eines „neuen Ansatzes“ bei der Behandlung von Patienten mit Diabetes werden werden, der ihren Bedürfnissen entspricht, die Einhaltung des vorgeschriebenen Behandlungsverlaufs stärkt und ihre Lebensqualität verbessert“, sagte die außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin Frankreichs in Usbekistan Orelia Bouchez.

„Diabetes mellitus ist nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein soziales Problem, zu dessen Lösung es notwendig ist, die Bevölkerung für die Bedeutung eines gesunden Lebensstils, der richtigen Ernährung, maßvoller körperlicher Aktivität und regelmäßiger Prävention zu sensibilisieren Prüfungen.

Ebenso wichtig ist die Versorgung der Patienten mit den notwendigen Medikamenten für die Therapie und die Bereitstellung von Möglichkeiten zur Diagnose der Krankheit. Es ist wirklich wichtig, das Thema Diabetes mellitus und all seine Aspekte mit Vertretern verschiedener Organisationen und verschiedener Länder zu diskutieren. Durch gemeinsame Anstrengungen werden wir in der Lage sein, die Bedingungen sowohl für Patienten als auch für die medizinische Gemeinschaft in Zentralasien zu verbessern“, sagte Feruza Khaidarova, kommissarische Direktorin des RSNPMC für Endokrinologie, Chefärztin, Doktorin der medizinischen Wissenschaften, Professorin und Ärztin der höchsten Kategorie.

Im Rahmen des Forums fanden drei Sitzungen statt, in denen Aufgaben zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Diabetes mellitus sowie zur Erhöhung der Wirksamkeit der medizinischen Versorgung im Kampf gegen diese Krankheit diskutiert wurden. Als Ergebnis des Forums wurde eine Resolution unterzeichnet, die weitere Schritte zur Verbesserung der Situation mit Diabetes in Zentralasien festlegt.

Quelle/Fotos: gazeta.uz

Abbildung: Diabetes Entwicklung weltweit, Angaben in Mio. 
Quelle: diabinfo/Internationale Diabetes Föderation: IDF Diabetes Atlas 2019


Empfohlene LINKS:
WIKIPEDIA - Diabetes mellitus
Deutsche Diabetes Gesellschaft
Deutsche Diabetes Hilfe
Diabetes-Online
Diabetesnetz.info
Diabinfo - Das Diabetesinformationsportal
Diabetes-Portal

International Diabetes Federation idf.org
IDF Diabetes Atlas
WHO - Uzbekistan - Diabetes (PDF)
World Diabetes Foundation - Uzbekistan
WORLD HEALTH RANKINGS - Uzbekistan - Diabetes Mellitus
Epidemiology of Diabetes and Prediabetes in Uzbekistan: Screening Results
Health Science Journal ISSN 1791-809X - (PDF)
Uzbekistan - SANOFI
Sanofi ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit einem primären Fokus auf die menschliche Gesundheit. Mit globaler Präsenz verwandelt das Unternehmen wissenschaftliche Innovationen in eine breite Palette therapeutischer Lösungen im Gesundheitswesen.

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Usbekistan ist der International Union for Conservation of Nature beigetreten

UZ_Gebirge_West_Tian_Shan_GB Gebirge West Tian Shan; Foto: G. Birkl

IUCN begrüßt Usbekistan als neuen Mitgliedstaat. Usbekistan wurde das 92. Mitglied der Internationalen Union für Naturschutz und das erste Land, das der Union in Zentralasien beigetreten ist. Die Union wurde 1948 auf Initiative der UNESCO gegründet.


Die IUCN heißt Usbekistan herzlich willkommen, das offiziell seine Entscheidung bekannt gegeben hat, IUCN-Mitgliedstaat zu werden, indem es die IUCN-Charta genehmigt. Das Staatliche Komitee für Ökologie und Umweltschutz wurde vom Land als verantwortliche Stelle für die Verbindung mit dem IUCN-Sekretariat benannt.

Dorf Birchmulla, Region Taschkent, Usbekistan Foto: Ernest Kurtveliev ... vom Komitee der Republik Usbekistan für Ökologie und Umweltschutz

„Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine unserer nationalen Prioritäten, und wir setzen uns voll und ganz dafür ein, neue Schutzgebiete zu schaffen, das Management zu verbessern, die Umweltüberwachung zu verbessern, Konflikte zwischen Mensch und Tier zu verhindern und den illegalen Handel mit Flora und Fauna zu bekämpfen. In dieser Richtung sind wir überzeugt, dass wir in Person der IUCN einen starken Verbündeten haben, mit dem die Partnerschaft dank unseres Beitritts jetzt offiziell geworden ist ", sagte Zh. Kazbekov, stellvertretender Vorsitzender des Staatskomitees der Republik Usbekistan am Ökologie und Umweltschutz... „Wir freuen uns darauf, neue Möglichkeiten zur Unterstützung der Initiativen von Präsident Sh.M. Mirziyoyev zu diskutieren, die auf den Tagungen der UN-Generalversammlung (75. und 76.) zur Verbesserung der Umweltsituation in der Aralsee-Region vorgeschlagen wurden."

Die Vielfalt der natürlichen Bedingungen in Usbekistan umfasst weite Ebenen, die von verschiedenen Arten von Wüsten, Bergsteppen, Wiesen und Wäldern, Tugai-Dickichten und Stauseen besetzt sind. Sie bilden eigentümliche Ökosysteme, in denen eine reiche Flora und Fauna lebt.

Der größte Teil Usbekistans liegt zwischen den beiden größten Flüssen Zentralasiens - Amu Darya und Syr Darya. Weniger als 10 % seines Territoriums werden von bewässertem Land in Flusstälern und Oasen eingenommen. Da die Wirtschaft stark von der Landwirtschaft abhängt, hängt das Wohlergehen und die nachhaltige Entwicklung eines Landes stark vom Zustand seiner natürlichen Ressourcen ab. Daher ist die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt in Usbekistan eine der Prioritäten der staatlichen Umweltpolitik, die durch verschiedene Mechanismen wie die Nationale Strategie und den Aktionsplan zum Schutz der biologischen Vielfalt umgesetzt wird ; Nationales Rotes Buchgefährdete Arten, deren aktualisierte Version für 2019 314 seltene und gefährdete Pflanzen, 30 Säugetierarten und 52 Vogelarten umfasste, darunter Schneeleoparden und Bucharahirsche; und die Proklamation und das Management von Schutzgebieten , während das nationale Netzwerk 33 Stätten umfasst, und auf internationaler Ebene - fünf - das staatliche Biosphärenreservat Chatkal, das Weltnaturerbe Western Tien Shan, das staatliche Biosphärenreservat Nizhne-Amudarya, das Gebiet von das UNESCO-Weltnetzwerk der Biosphärenreservate und drei Ramsar-Stätten. Zur Orientierung der Umweltaktivitäten in Usbekistan wurden eine Reihe strategischer Schlüsseldokumente verabschiedet, wie das Konzept des Umweltschutzes bis 2030 und Strategie zum Erhalt der Biodiversität 2028 .

Letzte Woche besuchte eine Delegation Usbekistans unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden des Staatskomitees für Ökologie, Zhusipbek Kazbekov, die IUCN-Zentrale in Gland (Schweiz), wo sie sich mit dem globalen Direktor der IUCN-Entwicklungsgruppe, Enrique Lamann, traf. Die Parteien diskutierten unter anderem über zukünftige gemeinsame Förderprojekte.
IUCN wurde 1948 auf Initiative der UNESCO gegründet. Die Gewerkschaft umfasst 120 staatliche Organisationen und (mit dem Beitritt Usbekistans) 92 Länder. Die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft wird es Usbekistan ermöglichen, Fördermittel für Umweltprojekte von der Global Environment Facility (GEF) und dem Green Climate Fund (GCF) (die IUCN ist eine akkreditierte Agentur dieser Organisationen) zu gewinnen und bei der Entwicklung internationale IUCN-Standards anzuwenden strategische Dokumente im Bereich Naturschutz.
Quelle: Gazeta.uz

In den letzten Jahren hat das IUCN-Regionalbüro für Osteuropa und Zentralasien (IUCN EECA) die Zusammenarbeit mit Usbekistan deutlich verstärkt. Dies führte letztes Jahr zu einer Aktualisierung der World Database on Protected Areas im Rahmen der Globalen Partnerschaft für Aichi Target 11 in Osteuropa und Zentralasien; Förderung produktiver sektorübergreifender Dialoge NEXUS Zentralasien und Stärkung der Zusammenarbeit in Fragen im Zusammenhang mit Wasser, Energie und Ernährung; Beteiligung an der Identifizierung potenzieller Weltnaturerbestätten in Zentralasien, um nur einige zu nennen.

„Wir freuen uns, den Beitritt Usbekistans zur IUCN zu feiern und freuen uns darauf, die Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Komitee für Ökologie und Umweltschutz und anderen Partnern des Landes bei einer Reihe von Prioritäten auszubauen", sagte Boris Erzh, Direktor des IUCN-Regionalbüros für Ost Europa und Zentralasien . „Zu den möglichen Kooperationsfeldern, die wir gemeinsam ausloten, zählen unter anderem Umweltpolitik, Ausbau und Qualitätssicherung des nationalen Schutzgebietsnetzes, Entwicklung von Roten-Listen-Indizes, integriertes Landmanagement und Ökosystemrestaurierung, um nur einige zu nennen.

Die IUCN hofft, Usbekistan weiterhin bei der nachhaltigen Nutzung seiner natürlichen Ressourcen zu unterstützen, einschließlich der Erhaltung seiner biologischen Vielfalt und der Wiederherstellung von Ökosystemen, was dazu beitragen wird, nationale Umweltziele zu erreichen und gleichzeitig zur Eindämmung und Anpassung an den Klimawandel beizutragen.

Quelle: iucn.org; Foto: Ernest Kurtveliev ... vom Komitee der Republik Usbekistan für Ökologie und Umweltschutz
Titelbild: West Tian Shan; Foto: G. Birkl

Empfohlene LINKS:
USBEKISTAN-ONLINE • MEDIATHEK | Natur, Flora und Fauna
USBEKISTAN-GALERIE

WIKIPEDIA - IUCN (International Union for Conservation of Nature)
International Union for Conservation of Nature - IUCN.org | IUCN - DE

UZBEKISTAN.TRAVEL - Naturschutzzonen und Nationalparks
• NATIONALPARK "UGAM CHATKAL"
• BIOSPHÄRENRESERVAT "CHATKAL"
• NATURSCHUTZGEBIET "BAGADAY-TUGAY"
• NATURSCHUTZGEBIET "NURATA"
• NATURSCHUTZGEBIET "ZARAFSCHAN"
NATURSCHUTZGEBIET "SURKHAN" (KOYTENDAG)
• GEOLOGISCHES NATURSCHUTZGEBIET «KITAB» UND NATURSCHUTZGEBIET «HISSAR»

Uzbekistan Convention on Biological Diversity (CDB)
Red Book - Nationales Rotes Buch gefährdete Arten Usbekistan
Usbekistan - Schutzgebiete

Dekret des Präsidenten
GENEHMIGUNG DES UMWELTSCHUTZKONZEPTS DER REPUBLIK USBEKISTAN BIS 2030 (RU)
VERABSCHIEDUNG DER STRATEGIE ZUR ERHALTUNG DER BIOLOGISCHEN VIELFALT IN DER REPUBLIK USBEKISTAN FÜR DEN ZEITRAUM 2019-2028 (RU)


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Wahlen in Usbekistan - Präsident Shavkat Mirziyoyev zur zweiten Amtszeit mit grosser Mehrheit wieder gewählt

Usbekistan_offene_Tueren USBEKISTAN - offene Türen - Foto: russland.NEWS

„Auf jeden Fall wählen!“ Am 24. Oktober 2021 wählte Usbekistan seinen Präsidenten.

Taschkent, 11 Uhr am Sonntag, den 24. Oktober. Die Sonne strahlt wie an 246 übrigen Tagen im Jahr. An der Sekundarschule Nummer 110 ist heute kein einziger Parkplatz zu finden. Männer in schicken Anzügen und Frauen in schönen Kleidern und hochhackigen Schuhen laufen in einem scheinbar endlosen Strom zum Schulgebäude, das mit den Nationalflaggen Usbekistans geschmückt ist. Die Gesichter der Menschen sind voller Freude. Wenn man nicht wüste, was hier vor sich geht, könnte man meinen, die Leute würden zu einer großen Hochzeit gehen. In Wirklichkeit befindet sich hier das Wahllokal Nummer 105. 

Am 24. Oktober wählte Usbekistan seinen Präsidenten. An der Tür wird die Temperatur eines jeden kontrolliert. Für diejenigen, die ohne Maske kommen, liegen sie frei aus. Vor den Anmeldetischen bildet sich eine Schlange. Links von den Wahlkabinen steht ein langer Tisch, an dem Wahlbeobachter sitzen. Auch sie haben sehr ernste und gleichzeitig fröhliche Gesichter, soweit man das hinter Nasenmundschutzmasken erkennen kann. Mehrere Fernsehteams, Fotografen und Journalisten warten nur darauf, noch einen ausländischen Wahlbeobachter zu interviewen oder ein schönes Foto zu machen. Eine feierliche Atmosphäre liegt in der Luft.

Vielleicht handelt es sich aber auch um ein so genanntes Vorzeigewahllokal. Denn die Schule liegt in einer angesehenen Gegend. Wir fahren zu einem anderen Wahllokal. Der Wahllokal 354 befindet sich auch in einer Schule, obwohl die Gegend etwas weniger schick ist. Das Bild hier aber ist dasselbe – viele Menschen, alle in festlicher Stimmung. Auffallend ist, dass viele junge Familien mit Kindern kommen. Fast alle Frauen tragen Kopftücher. Die Menschen hier scheinen etwas konservativer zu sein. Der alten usbekischen Tradition der Gastfreundschaft folgend, lädt die Leiterin des Wahllokals, Feruza Rachimowa, uns als Gäste zum grünen Tee ein. „Dieses Jahr wurden die Wahllokale erst um acht Uhr morgens geöffnet, was viele Menschen nicht wussten, da die letzten Wahlen um sechs Uhr morgens begannen. Deswegen hat sich um acht Uhr eine riesige Schlange vor der dem Eingang gebildet“, sagt sie nicht ohne Stolz. „Wir haben bereits über 500 Menschen hier, die abgestimmt habe. Wenn es so weitergeht, werden wir eine Wahlbeteiligung von 90 Prozent erreichen!“

Usbekischer Basar, Foto: russland.NEWS

Nach Artikel 33 des usbekischen Wahlgesetzes ist es Medienvertretern untersagt, „die Wähler zu fragen, für wen sie gestimmt haben, oder ihnen beim Ausfüllen des Stimmzettels zu helfen“. Wir verzichten daher darauf, Fragen zu stellen. Eines ist klar: Das Interesse an den Präsidentschaftswahlen ist enorm. Bereits um drei Uhr nachmittags hatten fast 53 Prozent der knapp 21 Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben. Nach dem Gesetz müssen 33 Prozent der registrierten Wähler ihre Stimme abgeben, damit die Wahl als gültig anerkannt wird. Die Wahllokale wurden um 20 Uhr geschlossen. Die Zentrale Wahlkommission erklärte die Präsidentschaftswahlen in Usbekistan jedoch bereits um 13 Uhr Ortszeit für gültig (die Wahlbeteiligung lag zu dieser Stunde bei über 33 Prozent). Das sagte der stellvertretende Vorsitzende der Wahlkommission (CEC), Bakhrom Kuchkarov, vor Journalisten.

Usbekischer Basar – das berühmte usbekische Brot "NON"; Foto: russland.NEWS

Fünf Kandidaten aus allen fünf Parteien – Umweltpartei, Milliy Tiklanish (Nationale Wiedergeburt), Liberal-Demokratische Partei (UzLyDeP), Demokratische Volkspartei (PDPU) und Adolat (Gerechtigkeit) – kandidierten für das Amt des Präsidenten.

Insgesamt wurden die Wahlen von 971 internationalen Beobachtern beobachtet, darunter 631 von internationalen Organisationen und 340 aus dem Ausland. Allein aus den GUS-Staaten haben 162 Beobachter die Wahlen überwacht. Viele internationale Beobachter, Menschenrechtsaktivisten und Experten bezeichnen die Wahlen in Usbekistan allerdings als nicht konkurrenzfähig.

Wahllokal, Registratur; Foto: russland.NEWS

Aber wie dem auch sei, wenn man mit Leuten spricht, spürt man die allgemeine Begeisterung. Die Menschen gehen zu den Urnen, als würden sie einen wichtigeт Feiertag feiern. Im Gegensatz zum weltweiten Trend, dass junge Menschen weniger an Wahlen teilnehmen als die ältere Generation, scheinen junge Usbeken ihr Wahlrecht mit großem Interesse wahrzunehmen. Auf jeden Fall gibt es in den Wahllokalen, die wir nicht nur in Taschkent, sondern auch in anderen Städten besuchen konnten, viele junge Gesichter.

„Ich werde auf jeden Fall zur Wahl gehen“, sagte mir Yulduz, eine Studentin der philologischen Fakultät der Universität Samarkand, am Vortag der Wahlen. Meine Frage, warum, kam ihr seltsam vor. Es scheint ihr so selbstverständlich wie eine fundierte Ausbildung zu bekommen oder die Älteren zu respektieren. Das gehört einfach dazu.

Stimmabgabe, versiegelte Wahlurne; Foto: russland.NEWS

Um 20 Uhr örtlicher Zeit waren die Wahllokale geschlossen. Laut der Zahlen der Zentralen Wahlkommission um 17:00 lag die Wahlbeteiligung bei den Präsidentschaftswahlen bei 71,8 Prozent. Am nächsten Tag lagen genauere Zahlen vor: Die Präsidentschaftswahlen in Usbekistan am 24. Oktober wurden nach vorläufigen Angaben vom amtierenden Staatschef Shavkat Mirziyoyev mit 80,1 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Wahlbeteiligung lag bei über 80,8 Prozent.

Sein Sieg kam nicht überraschend, viele Analysten haben ihn vorhergesagt. Mirziyoyev ist in der Öffentlichkeit beliebt, und seine liberale Politik und seine Reformen in allen Lebensbereichen werden von der größten Teil Bevölkerung anerkannt und begrüßt. Diejenigen, mit denen wir vor der Wahl sprechen konnten, sagten, sie seien stolz auf ihren Präsidenten. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die Veränderungen im Land sind mit bloßem Auge zu erkennen. Der Bau neuer Straßen, die Schaffung einer modernen Infrastruktur, die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen – all die Ergebnisse der Reformpolitik von Mirziyoyev sind bereits nach fünf Jahren seiner ersten Amtszeit gut sichtbar.

Wahlkabinen; Foto: russland.NEWS 

Mirziyoyev war am Ende der Amtszeit des ersten Präsidenten Usbekistans, Islam Karimov, Premierminister. Karimov regierte das Land 25 Jahre lang bis zu seinem Tod im September 2016. Der Machtantritt von Mirziyoyev markierte eine bedeutende Liberalisierung und Modernisierung des politischen und wirtschaftlichen Lebens im Lande. Eine ganze Reihe radikaler politischer Reformen sollte das Land in jeder Hinsicht nach vorne bringen. Die meisten Experten gehen davon aus, dass der politische Kurs von Mirziyoyev nach seiner Wiederwahl weitere Wirtschaftsreformen und eine tiefere Liberalisierung aller Lebensbereiche in Usbekistan implizieren wird.

Teil des Wahlprogramms von Shavkat Mirziyoyev war die „Strategie des neuen Usbekistan“. Es sieht vor, die Armut bis 2027 um mindestens die Hälfte zu reduzieren, die Inflation bis 2023 auf 5 Prozent zu senken, die digitale Wirtschaft zu entwickeln, die Justiz- und Rechtsreformen zu vertiefen, die Lebenserwartung zu erhöhen, mehr ausländische Investitionen anzuziehen, die Qualität der Bildung zu erhöhen und die öffentliche Verwaltung zu verbessern.

Das Programm ist also sehr ehrgeizig, und der neue alte Präsident muss nun den hohen Erwartungen gerecht werden, die in ihn gesetzt werden.

Quelle: Daria Boll-Palievskaya/russland.NEWS
Alle Fotos: © russland.NEWS

Laut dem Vorsitzenden der CEC, Zayniddin Nizamkhodjaev, sind die Ergebnisse wie folgt:

- 5,48 Prozent der Wähler (888.515 Personen) stimmten für Alischer Kadyrow ("Demokratische Partei der Nationalen Wiedergeburt" Usbekistans);

- 80,12 Prozent (12.988.964 Personen) stimmten für Shavkat Mirziyoyev (UzLiDeP);

- 6,63 Prozent (1.075.516 Personen) stimmten für Maksuda Vorisova (Demokratische Volkspartei Usbekistans);

- 3,39 Prozent (549.766 Personen) stimmten für Bakhrom Abdukhalimov („Gerechtigkeit" der Sozialdemokratischen Partei Usbekistans);

- 4,14 Prozent (670.641 Personen) stimmten für Narzulla Oblomurodov (Ökologische Partei Usbekistans).

Insgesamt waren mehr als 21 Millionen Bürger:innen zur Wahl aufgerufen.

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