Beiträge

Herzlich Willkommen auf unserer Website!

BAKHSHI-Weltkulturerbe – 1. International Art Festival in Termez


BAKHSHI_Festival_2019
Das BAKHSI - 1. International Art Festival fand vom 5.-10. April in Termez statt. Am Festival nahmen mehr als 60 Vertreter aus 74 Ländern, Vertreter der UNESCO, der ISESCO sowie Ehrengäste aus Kirgisistan, Kasachstan, Tadschikistan, Turkmenistan und Afghanistan teil. Das 1. International Festival ist eine Initiative des usbekischen Präsidenten Shavkat Mizijojev, der am 1. November 2018 ein Dekret zur Durchführung der Veranstaltung unterzeichnete.

Grosses Interesse am BAKHSHI-Festival
Zum Festival waren mehr ca. 1.000 Gäste nach Usbekistan gekommen, an der parallel durchgeführten Ausstellung der 12 Provinzen Usbekistans sowie Karakalpakstan beteiligten sich mehr als 10.000 Besucher.

Gastgeber der Veranstaltung war die Stadt Termez, in der Provinz Surkhandarya. Die Stadt befindet sich im Süden des Landes, in unmittelbare Nähe zur afghanischen Grenze. Termez ist ca. 800 km von der Hauptstadt Taschkent entfernt. Ehemals wurde dieser Standort von der Deutschen Bundeswehr im Rahmen der Afghanistan Einsätze genutzt.

Internationales Publikum
Vertreter von 20 Ländern wie der Türkei, Russland, Iran, Belgien, Südkorea, China, der Mongolei, Israel, Japan, Finnland und Afghanistan demonstrierten ihr Talent als Bakhshi-Dichter, bei Volksgruppenwettbewerben im Rahmen des Festival. Internationale Jurymitglieder bekannt als herausragende Kunst- und Kulturschaffende, Wissenschaftler und qualifizierte Fachleute aus Frankreich, Südkorea, Russland, der Türkei, der Mongolei, Usbekistan und Kasachstan bewerteten die Künstler.

BAKHSHI-Weltkulturerbe
Die Kunst des BAKHSHI zählt zum Immateriellen Weltkulturerbe, besteht aus einer besonderen Erzählweise mit nationalen Instrumenten, Gesang, meist historisch poetischen Texten. Dank der Gründung der Bakhshi-Schule in Surkhandarya, eine Initiative des Staatschefs, ergaben sich vielfältige Möglichkeiten, diese Kunst zu erhalten und ihre Kontinuität zu gewährleisten.

Die Bakhshi-Erzähler spiegeln die nationale Identität der verschiedenen Völker, ihre Sprache, ihren Lebensstil, ihre Bräuche und Traditionen wieder. Seit Jahrhunderten ist diese Kunst ein fester Bestandteil der menschlichen Kultur, hat eine besondere Bedeutung durch nationale Interpretation. In den Geschichten geht es um unsterbliche Werke, zeugen von den gemeinsamen historischen Wurzeln, insbesondere in Zentralasien. Das volkstümliche Epos diente der Verherrlichung der besten menschlichen Qualitäten sowie der Entwicklung von Kultur, Aufklärung und Bildung. In der Antike, als es noch keine Post und andere heutige Möglichkeiten der Kommunikation gab, wurden Legenden über Mut, gute Taten, Tugenden, Ehrlichkeit, Patriotismus und Freundschaft durch verbale Kunst weitergegeben. Deshalb fungierten BAKHSHI-Erzähler als Botschafter des Humanismus und genossen immer Ehre. BAKHSHI darf sich nur nennen, wer nach einer mehrjähriger Ausbildung als BAKHSHI-Meister anerkannt wurde.

Willkommenskultur in Usbekistan
Die Gäste des Festivals wurden am neu erbauten Terminal des Airport TERMEZ, das wenige Tage zuvor inbetrieb genommen wurde, von einer grossen Schar freudiger Einheimischer mit Musik, traditioneller Karnaymusik sowie mit der für Usbekistan typischen Brotspeisung „herzlich Willkommen" geheissen. Überlicherweise bietet man dem Gast frisches Brot, Früchte, Köstlichkeiten (Nüsse, Rosinen) als eine besondere Geste an, ehrenvoll „grosszügig alles zu teilen". Schon zu beginn des Empfangs herrschte eine fröhliche, ansteckend heitere und festliche Stimmung. Überall konnte man die Vorfreude auf das Festival wahrnehmen. Wohin man auch schaute… bunt geschmückte Strassen mit Blumen, Plakate, farbige Straßenbeleuchtungen, internationale Fahnen der teilnehmenden Nationen. Unzählige Busse, die extra für die internationalen Gäste erstmals zum Einsatz kamen, brachten die Besucher zu den Hotels und zum Festivalplatz - Termez Palace of Arts.

In der kurzen Vorbereitungszeit von nur fünf Monaten wurde für das Festival unglaubliches geleistet. Es wurden neue Freizeitanlagen, Parks errichtet, buchstäblich riesige Gebäude aus dem Boden gestampft, darunter auch ein neues Pressezentrum. Es war weithin sichtlich erkennbar, die ganze Stadt hat sich auf dieses Ereignis freudig und vielseitig vorbereitet. Die Freude und der Stolz über diese Leistung war in den Augen der Bewohner von Termez bei jedem Gespräch wahrnehmbar. Die Stadt, die Einwohner von Termez hatten alles denkbare getan, damit die Gäste sich komfortabel und wohlfühlen konnten, als ehrenvolle Gäste willkommen waren.

Organisatoren und beteiligte Unternehmen leisteten in wenigen Monaten aussergewöhnliches um Gästen und Besucher des Festivals ein besonderes Ambiente zu bieten. Für die internationalen Gäste waren 70 Studenten der Staatlichen Universität Termez, Fakultät für Fremdsprachen als Dolmetscher tätig. Die Studenten konnten praktische Erfahrungen sammeln und erste internationale Kontakte knüpfen. Es gab Übersetzer für Englisch, Deutsch, Russisch, Tadschikisch, Turkmenisch und Persisch. Die Begleiter standen für alle Fragen, Wünsche zur Verfügung und organisierten auch Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten.

Kultur pur – spektakuläre Eröffnung des 1. International Art Festivals
Ähnlich der Eröffnung einer Olympiade präsentierten zu der Veranstaltung Frauen in traditioneller Landestracht gekleidet die teilnehmenden Nationen mit Standarten. Es war eine lange Reihe mit prächtigen Namensschildern, eine Standarte für jedes Land. Insgesamt waren 74 Nationen auf dem Festival vertreten.

Die Arena wurde durch grosszüge Blumenanlagen, durch ein künstliches Gebirges in Szene gesetzt, war Ausgangspunkt für viele künstlerische Darstellungen. Im abendlichen schimmernden Licht, unter freiem Sternenzelt – herrschte eine unvergleichlich, beeindruckend, romantische Stimmung.

Eröffnet wurde das Festival durch Präsident Shavkat Mirziyoyev, der in der Zeremonie den Versammelten gratulierte. 

Auszug aus der Ansprache des Präsidenten:
Dem Präsidenten zufolge ist die Volkskunst die Quelle aller unschätzbaren Schätze der Kultur, die die Menschheit geschaffen hat. Die Kunst der Epen-Erzähler - Bakhshi, die die nationale Identität der verschiedenen Nationen, ihre Sprache, ihren Lebensstil, ihre Bräuche und Traditionen widerspiegeln, ist von besonderer Bedeutung wie ein untrennbarer Bestandteil der allgemeinmenschlichen Kultur.
Gleichzeitig ist darauf hinzuweisen, dass heute in der Globalisierungsära, wenn Showgeschäft und Populärkultur, die zum Handelsbereich verwandelt wurden, die auf geistige Entwicklung der Gesellschaft oft negativ einfließen. Dies schwächt leider die Aufmerksamkeit und das Interesse an der Folklorenkunst der belebenden Quelle jeder nationalen Kultur. Man kann sagen, dass Folklorenkunst das Wiegenlied der Menschheit ist, sagte Präsident.
Um die grosse geistige Werte der klassischen Kunst, die seltensten Muster der Volkskunst zu bewahren und an die zukünftigen Generationen weiterzugeben. Das ist ein edler Auftrag für uns alle, Persönlichkeiten des staatlichen und öffentlichen Lebens, kulturellen und wissenschaftlichen Intelligenz, so das Staatsoberhaupt.

Shavkat Mirziyoyev schlug insbesondere vor: …bestehende Schule und neue kreative Bakhshi-Schulen, die Traditionen des Meisterschülers auf diesem Gebiet wiederzubeleben und zu entwickeln, die kreative und wissenschaftliche Tätigkeit von Bakhshi-Dichtern, Folkloristen, Lehrern und Spezialisten allseitig zu fördern; bei den Kultureinrichtungen kreative Abteilungen von Bakhshi zu schaffen; einen breiten Weg zur Kreativität der Bakhshi-Dichter zu öffnen und ihre Teilnahme an kulturellen und feierlichen Veranstaltungen zu unterstützen. Die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich zu stärken, den gegenseitigen Erfahrungsaustausch einzusetzen; konkrete Maßnahmen für den effektiven Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, Möglichkeiten des Fernsehens und Internets sowie die Abdrücke von folkloristischen Werken zur breiten Popularisierung der Kunst von Bakhshi im Audio- und Videoformat zu entwickeln.

„Wenn wir alle heute keine Schritte unternehmen, um diese wunderbare eigenartige Kunst zu bewahren, kann es morgen leider zu spät sein, und die Geschichte wird uns nicht vergeben, betonte der Staatschef“.

Shavkat Mirziyoyev

„Sibizga" eine in Usbekistan traditionelle Picolo Flöte sowie das Instrument „Temir-Chang" (Usbekische Maultrommel) spielten während der Eröffnungsveranstaltung eine besondere Rolle, sorgten für eine unverwechselbare, stimmungsvolle orientalische Athmosphäre.

Das 2 1/2 Stunden dauernde bunte Eröffnungsprogramm mit traditioneller Musik-Tanz-Präsentation, einer gelungenen Choreographie aus Theater und Show überzeugte die Teilnehmer - das 1. BAKHSHI-Festival ist etwas ganz besonderes. Ein wiederkehrender Strom von Künstlern ergoss sich auf die großzügige Bühne. Nahtlos reihten sich bezaubernde musikalische- und Tanzeinlagen, Gruppen- und Solodarbietungen auf höchsten künstlerischen Niveau aneinander. Farbenprächtige Kleider, Showeinlagen, Lichteffekte, Videeinspielungen als Ergänzung auf zwei riesigen Leinwänden… eine bühnenreife Inszenierung, ein choreografischer Zauber. Die Darbietungen der Künstler überzeugten durch grosse Leidenschaft und ausdruckstarken Gesten. Es wurden die besten Künstler des Landes für diesen Abend engagiert, darunter Mitglieder des Nationalen Tanz-Ensemble.

Die Präsentation war ein wahrer Festschmaus für Augen und Ohren, faszinierende Ablenkung und Wohltat für Körper und Seele, einer Magie der sich niemand entziehen konnte. So war es nicht verwunderlich, dass das Publikum die Leistungen der Künstler mehrfach honorierte, lautstark applaudierte, sich regelmässig von den Sitzen erhob und begeistert mittanzte. Die Eröffnungshow glänzte durch eine warmherzige Stimmung und fröhliche Ausstrahlung, die während des ganzen Festivals andauerte. Das Publikum zeigte sich begeistert von den vielfältigen Interpretationen der BAKHSHI-Meister. Krönender Abschluss der Eröffnungszermonie war ein buntes Feuerwerk. Programm und Abschluss – ein unvergesslicher Abend.

Kulturminister B. Sayfullayev war bei der Veranstaltung ebenfalls anwesend. Auf der einberaumten Pressekonferenz wurde das vielfältige kulturelle Programm Usbekistans vorgestellt und Fragen der Journalisten beantwortet. Das BAKHSHI-Festival soll künftig alle zwei Jahre durchgeführt werden.

An den daraufolgenden Veranstaltungen des Festivals präsentierten sich die teilnehmenden Nationen mit ihren nationalen Künsten den internationalen Gästen und einheimischen Publikum. Es spielte keine Rolle aus welcher Ecke der Welt bzw. aus Usbekistan die Teilnehmer kamen. Alle hatten ein gemeinsames kulturelles Interesse – die BAKHSI-Kunst der Meister kennenzulernen, zu geniessen. Musik und Kunst verbindet die Menschen bekanntlich über sprachliche, kulturelle und nationale Grenzen hinweg - verbindet freundschaftlich alle Herzen!.

Ehrenvolle Auszeichnungen
Jeden Tag fanden bis spät in die Nacht hinein Veranstaltungen und mehrere Wettbewerbe statt. Eine international anerkannte Jury beurteilte die Darbietungen der Teilnehmer, ermittelten die besten Künstler, Interpretationen.
Jüngster Teilnehmer des Festivals war der fünf Jahre junge Gˋolibjon Oripov aus Usbekistan, ältester Teilnehmer aus Tajikistan, Qodir Bakhshi mit 86 Jahren.
Zum Schluss des Festivals wurden die Gewinner des internationalen Wettbewerbs im Termez Palace of Arts mit Preisen ausgezeichnet:

Gulnara Allamberganova aus Karakalpakstan und Kim Huo Sung aus Südkorea mit Diplomen dritten Grades, Festivalstatuetten und Geldpreisen in Höhe von 2.500 USD.

Ilgam Baybuldin (3.500 USD) aus Russland sowie Ashik Ali und Ashik Shamira (3.500 USD) aus Aserbaidschan belegten jeweils den zweiten Platz und vergebenen Prämie in Höhe von 7.000 USD.

Der BAKHSHI aus Usbekistan, Abdunazar Poyonov und Kerven Yovbosarov aus Turkmenistan, erreichten den ersten Platz und mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 USD.

Laut der Entscheidung der Jury wurde der Grand Prix des Wettbewerbs im Rahmen des Bakhshi International Art Festival und ein Geldpreis in Höhe von 7.000 USD an Uljan Baybusinova aus Kasachstan vergeben. Die Gewinner wurden feierlich mit besonderen Diplomen und Statuetten des Festivals ausgezeichnet.

Darüber hinaus wurden im Rahmen des Wettbewerbs weitere Gewinner von mehr als zehn Nominierungen mit Diplomen und Geldpreisen in Höhe von 500 USD ausgezeichnet.

Am Ende der Veranstaltung wurde ein großes Konzertprogramm abgehalten, an dem BAKHSHI-Kunstmeister und junge Künstler teilnahmen.

Ein Erfolg der Spuren hinterlässt
Zusammenfassend kann festgestellt werden, das Land Usbekistan, Organisatoren und Teilnehmer haben von der Veranstaltung profitiert. Es hat ein enger Austausch an Kontakten zwischen internationalen Künstlern und Gästen, Einheimischen stattgefunden. Die eigens für das Festival errichteten Gebäude, Anlagen, Strassen, Wohnanlagen, Hotels etc. bleiben auch nach dem Festival der Stadt zu Steigerung für den Tourismus und Verbesserung der Infrastruktur erhalten.

Durch die Initiative des Präsidenten Shavkat Mirziyoyev hat Usbekistan wieder einmal seine internationale Bereitschaft für kulturelle, wissenschaftliche Zusammenarbeit unter Beweis gestellt. Usbekistan übernimmt somit in Zentralasien, wie einst schon in der Geschichte der alten Seidenstrasse, eine besondere Führungsposition und baut diese seit der Unabhängigkeit kontinuierlich aus. Durch die Reformen von Präsident Shavkat Mirziyoyev hat sich das Land für Wirtschaft und Tourismus erkennbar geöffnet. Usbekistan ist ein sicheres Reiseland. Das Festival hat gezeigt, internationale Gäste sind herzlich willkommen.

Ziel der Veranstalter war es, die Kunst des BAKHSHI einem grösseren Publikum bekannter zu machen, das Festival zu einem internationalen Erfolg werden zu lassen - dies ist in jeder Hinsicht gelungen. Das BAKHSHI 1. International Art Festival wird in die Geschichte Usbekistans eingehen. (Bilddoku: USBEKISTAN-GALERIE)

Die Teilnehmer waren von der positiven Atmosphäre und Ausstrahlung des Festivals sehr beeindruckt. Das Festival wird mir unvergesslich in guter Erinnerung bleiben, so dass ich dem Land Usbekistan weiterhin viele erfolgreiche Veranstaltungen dieser Art, Erfolg bei den kulturellen Bemühungen für einen friedlichen Austausch von Kunst und Kultur mit anderen Nationen wünsche.

Beitrag/Fotos: Gerhard Birkl

Empfohlene LINKS:
USBEKISTAN-GALERIE
BAKHSHI-Festival Impressionen
Termez-BAKSHI-Art
Termez-BAKSHI-Festival-Nachts
Termez-Ausstellung

YOUTUBE: Bakhshi Festival Uzbekistan

​YOUTUBE: BAKHSHI Festival Eröffnungszeremonie

Festlicher Empfang mit Karnaymusik in Termez

Ein Zeichen der usbekische Gastfreundschaft: Brot, Köstlichkeiten (Rosinen, Nüsse)

 Internationale Teilnehmer am Festival, darunter Deutschland

Delegation aus China…

Eine ausgelassen fröhliche Stimmung… bei Gästen und Betreuern

Herrliche Blumenanlage als Ambiente

Empfang der Nationen…Olympiareif!

BAKSHSI - 1. International Art Festival in Termez

Musik & Tanz - ein grossartige Genuss für Augen und Ohren!

BAKHSHI-Kunst der Meister, leidenschaftliche Darbietung, Weltkulturerbe

Jüngster Teilnehmer, fünf Jahre jung!

Termez bei Nacht, eine Stadt schmückt sich für das schönste Fest, zur Ehre der Gäste!

Usbekische Jurte - Ausstellung

Weiterlesen
  118 Aufrufe

Bakhshi International Art Festival – 5. - 10. April Termez/ Usbekistan

BAKHSHI_Art_Festival

Zum ersten Mal findet in Termez im Süden Usbekistans das 1. Internationale Art Bakhshi-Festival statt. Bakhshi - ist die Personifikation der Volkskunst, die sich seit Jahrhunderten von Generation zu Generation zu musikalischen und folkloristischen Traditionen entwickelt hat.

Die ursprüngliche Geschichte und Kultur einer Nation äußert sich vor allem in ihrer mündlichen Arbeit - Folklore, Volksepos. Dies ist eine unschätzbare Quelle für die Erhaltung und Entwicklung nationaler Werte und Traditionen.

Das Festival dient dazu, um die Öffentlichkeit mit den einzigartigen Mustern der usbekischen nationalen Kunst der bakhshi-Erzähler vertraut zu machen, den Respekt und das Interesse der Jugend an dieser Art von Kunst zu erhöhen, die Freundschaft der brüderlichen Völker zu stärken, die Kreise der kreativen Bindungen und die kulturelle Zusammenarbeit international auszubauen.

Das Festival findet vom 5. - 10 April in Termez, in der Provinz Surkhandarya statt. Das 1. Internationale BAKHSHI Art Festival ist eine Initiative des Usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev und soll alle zwei Jahre stattfinden.

Das Festival wird eine wissenschaftliche praktische Konferenz über die Entwicklung der bakhshi-Kunst und des Geschichtenerzählens über "Die Rolle der bakhshi-Kunst in der Weltzivilisation", Konzerte ausländischer und usbekischer bakhshi-Kunstmeister sowie einen kreativen Wettbewerb umfassen. Auf diesem einzigartigen Festival der Volkskunst wird eine Präsentation von Forschungsarbeiten, Bildungsliteratur in Usbekisch, Russisch und Englisch zur Förderung der Bakhshi-Kunst stattfinden. Es wird erwartet, dass Gäste aus vielen Ländern zusammen mit Vertretern renommierter internationaler Organisationen wie der UNESCO und der ISESCO an dem Festival teilnehmen werden.

Der Auswahlausschuss überprüfte die Aktivitäten von rund 300 Teilnehmern aus mehr als 80 Ländern. Nach den Schlussfolgerungen der Kommission wird erwartet, dass 57 Künstler aus 20 Ländern, Wissenschaftler, Folkloristen, Experten aus 12 Ländern, 43 Gäste aus 41 Ländern und ausländische Medienarbeiter aus 20 Ländern an dem Festival teilnehmen werden. Der Kreativwettbewerb wird von einer renommierten Jury bewertet.

Am 5. April findet die große Eröffnungszeremonie des Bakhshi International Art Festival und ein besonderes Konzert für die Teilnehmer und Gäste des Festivals auf dem Art Palace Square statt.

Am 6. April plant die Termez Bakhshi School die Eröffnung einer wissenschaftlich-theoretischen Konferenz zum Thema "Die Rolle der Bakhshi-Kunst in der Weltkultur".

Die Abschlusszeremonie des Festivals mit der offiziellen Preisverleihung findet am 10. April auf dem Art Palace Square statt.

Es ist besonders interessant, dass das Alter der Teilnehmer sehr unterschiedlich ist. Der älteste Teilnehmer bakhshi Hotam ota Khakimov aus Tadschikistan ist 90 Jahre alt, der jüngste bakhshi Kamarul Baihaqi bin Kamarul Baisahu aus Malaysia, ist 9 Jahre alt.

Beitrag: Gerhard Birkl; Fotos/Abbildungen: Organisation Bakhshi Art Festival

Plakat 1. International Art Festival Termez 2019; Bild: BAKHSHI-Festival-Organisation 

​Immaterielles Weltkulturerbe - BAKHSHI; Foto: BAKHSHI-Festival-Organisation

Weiterlesen
  183 Aufrufe

Die neue Afghanistanpolitik unter Präsident Mirsijojew


Zentralasien-Analyse_20190226-071503_1

Usbekistans Politik gegenüber Afghanistan: Ein neuer Ansatz für ein altes Problem?

Zusammenfassung
Neben umfassenden Reformen im Innern hat der Machtwechsel in Usbekistan Ende 2016 auch zu einer Revision der Außenpolitik des Landes geführt. Seitdem ist Usbekistan von seiner traditionell die Eigenständigkeit betonenden außenpolitischen Haltung zu einer proaktiven Politik übergegangen. Dieser Paradigmenwechsel ist am deutlichsten an der Politik Taschkents gegenüber seinen Nachbarn erkennbar. Das seit langem bestehende Muster usbekischer Außenpolitik, mit der Begriffe wie Skepsis, Isolationismus und Arroganz assoziiert wurden, hat sich gewandelt zu intensivem Dialog, gegenseitigem Verständnis und enger Zusammenarbeit. Dieser neue Ansatz hat auch Auswirkungen auf die Beziehungen zu Afghanistan. Usbekistans von Sicherheitsüberlegungen dominierte Politik hat sich in Richtung eines verstärkten politischen Dialogs, intensiveren Handels und humanitärer Zusammenarbeit verändert und steht damit in einem eindeutigen Kontrast zur früheren Praxis. Gleichzeitig ist die usbekische Afghanistanpolitk, deren Wurzeln bis in die frühen 1990er Jahren zurückreichen, im Kern die gleiche geblieben. Nach wie vor nimmt das Land einen äußerst wichtigen Platz auf der usbekischen außenpolitischen Agenda ein.

Die neue Afghanistanpolitik unter Mirsijojew

Die außenpolitische Praxis unter Schawkat Mirsijojew steht in klarem Kontrast zu der seines Vorgängers. Am offensichtlichsten manifestiert sich dieser Unterschied in seiner Nachbarschaftspolitik. Anstelle von Selbstisolierung, Konfrontation und Skepsis betreibt der neue Präsident eine Nachbarschaftspoltik, die auf proaktivem Engagement, intensivem Dialog und gegenseitigem Vertrauen gründet. Diesem Muster unterliegt auch seine Afghanistanpolitik, die zu einer signifikanten Intensivierung in den usbekisch-afghanischen Beziehungen geführt hat. In den letzten beiden Jahren haben sich die Präsidenten beider Staaten sechs Mal zu Gesprächen getroffen. Darüber hinaus gab es Dutzende Besuche unterschiedlicher Regierungsdelegationen in beiden Richtungen. Auch das Spektrum der Beziehungen hat sich erweitert. Jenseits der traditionell wichtigen Bereiche Sicherheit und Wirtschaft hat Usbekistan die Zusammenarbeit auch auf humanitäre Bereiche wie Bildung und Kultur ausgeweitet.

In Taschkent ist man immer noch über die Situation in Afghanistan besorgt, aber der tradionelle, von Sicherheitsüberlegungen dominierte Ansatz hat der Vereinfachung wirtschaftlicher Verbindungen und der Konnektivität den Vorrang gegeben. 2017 verabschiedeten beide Seiten eine Roadmap über Zusammenarbeit in Handel und Wirtschaft, die ein ambitioniertes Ziel beinhaltet: Das bilaterale Handelsvolumen soll in den kommenden Jahren auf über 1,5 Mrd. US-Dollar gesteigert werden (2018 hatte es ca. 601 Mio. US-Dollar betragen). Seit November 2017 gibt es eine direkte Flugverbindung zwischen Kabul und Taschkent. Darüber hinaus hat Usbekistan in Termes, einer usbekischen Stadt an der Grenze zu Afghanistan, die grenzüberschreitende Konnektivität verbessert. Afghanische Unternehmer hatten sich z. B. beschwert, dass ihre Fracht andauernd an der usbekischen Zollstation festgesetzt wurde, was zu häufigen Verspätungen führte. Seit August 2018 gibt es nun ein Abkommen, das das Transitregime vereinfachen soll. Ebenso wird über die Einrichtung einer Freihandelszone an der Grenze diskutiert. Darüber hinaus hat Afghanistan im Oktober 2018 in Termes ein Konsulat eröffnet.

Energie- und Verkehrsprojekte sind traditionelle Prioritäten der usbekischen Afghanistanpolitik. Bereits 2011 wurde die Eisenbahnstrecke Termes–Hairatan bis nach Masar-e-Sharif verlängert. Diese grenzüberschreitende Route ist zu einer strategisch wichtigen Transitstrecke in Nordafghanistan geworden, und zwar für den Handel wie für den militärischen Nachschub (für die NATO-Mission). Jetzt stehen zwei Projekte zum Ausbau dieser Verbindung auf der Tagesordnung. Das erste ist die Eisenbahnstrecke Masar-e-Scharif–Herat, über die während des Staatsbesuchs des afghanischen Präsiden- ten Aschraf Ghani in Usbekistan im Dezember 2017 ein Abkommen unterzeichnet wurde. Das zweite ist das Projekt Masar-e-Scharif–Kabul–Peschawar, das im Dezember 2018 eine vorläufige Unterstützung durch Usbekistan, Afghanistan, Pakistan, Kasachstan und Russland erfuhr.
Mit der Unterstützung dieser beiden Projekte verfolgt Usbekistan das Ziel der Schaffung von grenzüberschreitenden Korridoren, die von Termes bis in die iranischen Seehäfen Tschabahar und Bendar Abbas einerseits, und bis zum pakistanischen Hafen Karatschi andererseits reichen sollen.

Ebenso beabsichtigt Usbekistan, seine Stromexporte nach Afghanistan zu erhöhen. Die Präsidenten beider Staaten haben ein Abkommen über den Bau der Stromtrasse Surchan–Puli-Chumri unterzeichnet, mit der die Stromlieferungen um 70 % auf bis zu 6 Mrd. kWh erhöht werden können. Zusätzlich reduzierte Usbekistan den Preis für Stromlieferungen nach Afghanistan von 7,6 auf 5 US-Cent pro kWh. Darüber hinaus verkündeten usbekische Offizielle, dass die neue Stromtrasse Afghanistan in das zentralasiatische Energiesystem integrieren und Teil des »Zentralasien-Südasien-Stromprojektes« (CASA-1000) sein werde. Usbekistans Unterstützung für CASA- 1000 erscheint logisch, da Mirsijojew die Wasserkraftprojekte Rogun (Tadschikistan) und Kambar-Ata (Kirgistan) bereits akzeptiert und eine Wiederherstellung des einheitlichen zentralasiatischen Energiesystems befürwortet hat.

Auch die jüngste Kooperation Usbekistans mit Afghanistan im humanitären Bereich kann als Neuerung in Taschkents Afghanistanpolitik betrachtet werden. Ende Januar 2018 wurde in Termes ein Bildungszentrum für afghanische Studierende eröffnet. Bis Anfang 2019 hat das Zentrum rund 130 afghanische Studierende aufgenommen, die in einem zweijährigen Programm usbekische Sprache und Literatur sowie technische Fächer mit Bezug zur Eisenbahnindustrie studieren. Eine andere neue Institution ist die »Usbekisch-afghanische Freundschaftsgesellschaft«, die Mitte September 2018 in Taschkent gegründet wurde. Die Gesellschaft plant für das Jahr 2019 Kulturveranstaltungen, die den »100 Jahren usbekisch-afghanischer Freundschaft« gewidmet sein sollen.

Diplomatische Aktivitäten, die sich auf den Friedensprozess konzentrieren, bilden aber nach wie vor das Hauptmerkmal der usbekischen Afghanistanpolitik. Die internationale Afghanistan-Konferenz, die im März 2018 in Taschkent stattfand, erinnerte in vielem an die früheren Bemühungen Usbekistans, in den Friedensverhandlungen zu Afghanistan seine Vermittlung anzubieten. Gleichzeitig sind aber auch neue Nuancen in der usbekischen Diplomatie zu erkennen. Erstens war diese Konferenz verglichen mit den 6 + 2-Verhandlungen sehr viel breiter angelegt, sowohl hinsichtlich der Tagesordnung wie auch der Anzahl der teilnehmenden Länder. Neben Afghanistan waren dessen unmittelbare Nachbarn sowie die USA und Russland und eine Reihe anderer wichtiger Akteure vertreten, u. a. Indien, Saudi-Arabien, die VAE, Katar, Japan, die Türkei und die EU. Zweitens verkündete die Abschlusserklärung der Konferenz u. a. die Unterstützung einer Integration Afghanistans in das regionale Netz der Wirtschaftsbeziehungen in Süd- und Zentralasien. Dies ist mit Blick auf Usbekistan deshalb besonders bemerkenswert, weil sich das Land nun, im Gegensatz zu früher, aktiv für eine bessere Konnektivität der Region einsetzt. Diese neue Tendenz wird auch in anderen Aktivitäten Taschkents sichtbar, etwa in dem jährlichen Ministertreffen unter dem Titel »Indien–Zentralasien–Afghanistan– Dialog«, das im Januar 2019 in Samarkand gestartet wurde, oder auch bei der 8. Afghanistan-Konferenz für regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit (RECCA- VIII), die in der zweiten Jahreshälfte 2019 erstmals in Taschkent stattfinden soll. Drittens besteht die Taschkenter Plattform diesmal nicht auf Exklusivität. Zuvor war das Scheitern des 6 + 3-Formats als eine Art persönliche Beleidigung wahrgenommen worden. Als Reaktion hat Usbekistan andere, alternative Plattformen wie den »Istanbul-Prozess« ignoriert. Jetzt treibt Taschkent nicht nur die eigene Verhandlungsplattform voran, sondern unterstützt auch andere Formate wie den »Kabul- Prozess«, den »Istanbul-Prozess«, das »Moskau-Format« sowie die Kontaktgruppe »SCO – Afghanistan«, die von 2005 bis 2009 tätig war und 2017 reaktiviert wurde.

Entgegen allen Erwartungen nahmen die Taliban nicht an der internationalen Afghanistan-Konferenz in Taschkent teil. Gleichwohl haben Vertreter der usbekischen Diplomatie (in erster Linie Außenminister Abdulasis Kamilow und der Sonderbeauftragte des Präsidenten für Afghanistan, Ismatulla Irgaschew) Gespräche mit den Taliban geführt. Im Juni 2018 fanden in Doha und im August 2018 in Taschkent bilaterale Unterredungen statt. Neben den Taliban unterhält die usbekische Seite auch zu anderen wichtigen afghanischen Politikern Kontakte. Offensichtlich möchte Usbekistan, dass seine Vermittlerrolle von allen interessierten Seiten – sowohl innerhalb, wie auch außerhalb Afghanistans – akzeptiert wird, um die Taschkenter Plattform als passender und stärker auf Konsens basierend darzustellen.

Fazit
Sicherheitsfragen, wirtschaftliche Interessen und Diplomatie sind die traditionellen Komponenten der usbekischen Afghanistanpolitik. Seit dem Machtwechsel 2016 hat die usbekische Außenpolitik einen Wechsel weg von ihrem seit langem vorherrschenden isolationistischen und restriktiven Ansatz hin zu einem Vorgehen vollzogen, das stärker auf proaktivem Engagement und intensivem Dialog gründet. Dieser neue Ansatz leitet auch die usbekische Afghanistanpolitik. Usbekistan setzt nun stärkere Akzente auf wirtschaftliche Zusammenarbeit und regionale Konnektivität. Darüber hinaus markiert die Kooperation in den Bereichen Bildung und Kultur den Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte der usbekisch-afghanischen Beziehungen nach 1991. Letztlich steht aber der Friedensprozess in Afghanistan auf der Prioritätenliste der usbekischen Diplomatie nach wie vor ganz oben. Das Fortbestehen dieser neuen Dynamik in der Afghanistanpolitik Usbekistans kann die Stabilität im südlichen Nachbarn begünstigen und die Chancen der praktischen Realisierung der transregionalen Verbindungen deutlich erhöhen.

Aus dem Englischen von Hartmut Schröder
Auszug aus dem Beitrag von Azam Isabaev, Hamburg; (Zentralasien-Analysen 133 vom 22.2.2019)
Mit freundlicher Genehmigung durch Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH


Über den Autor:
Azam Isabaev ist Fellow am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) in Hamburg und forscht zur Außen- und Sicherheitspolitik der Staaten Zentralasiens. Er promovierte im November 2018 an der Universität Hamburg mit einer vergleichenden Analyse der Afghanistanpolitiken Tadschikistans und Usbekistans.

Lesetipps:
• For Uzbekistan, teaching spells prosperity in Afghanistan. A teacher's college in Termez is the first fruit of Uzbekistan's pledge to assist Afghan development through education, in: Eurasianet, 25.10.2018,
= https://eurasianet. org/for-uzbekistan-teaching-spells-prosperity-in-afghanistan. 

• Ramani, Samuel, Can Uzbekistan help mediate the Afghan conflict? In: The Diplomat, 13.7.2018,
= https:// thediplomat.com/2018/07/can-uzbekistan-help-mediate-the-afghan-conflict/. 

• Teles Fazendeiro, Bernardo, Soft power under Mirziyoyev: Change and continuity in Uzbekistan's foreign policy, in: openDemocracy, 9. 7. 2018,
= https://www.opendemocracy.net/od-russia/bernardo-teles-fazendeiro/ soft-power-under-mirziyoyev. 

• The Permanent Mission of the Republic of Uzbekistan to the United Nations: Declaration of the Tashkent Conference on Afghanistan: Peace Process, Security Cooperation & Regional Connectivity, 30. 3. 2018,
= https://www. un.int/uzbekistan/news/declaration-tashkent-conference-afghanistan-peace-process-security-cooperation-regional.

Kontakt:
Die Redaktion der Zentralasien-Analysen
Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH
Mohrenstraße 60 • 10117 Berlin
beate.eschment(at)zois-berlin.de
https://www.zois-berlin.de/
https://www.laender-analysen.de/zentralasien/

Weiterlesen
  156 Aufrufe

Blogskalender

Wait a minute, while we are rendering the calendar
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok