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Traditionelle Musik in Usbekistan

Konservatorium_GB
Die herausragendsten Beispiele der Musikkunst wurden von zentralasiatischen Enzyklopädisten und Musikgelehrten, darunter Farabi, Ibn Sina (Avicenna), al-Choresmi und Dschami, in ihren Abhandlungen erläutert. Die Musikkultur des Volkes entwickelte sich stetig weiter, wobei ihre Besonderheiten und ihre Originalität bewahrt wurden.

Die nationale usbekische Musik weist vier große Stilrichtungen auf: die Choresmer, die Ferghana-Taschkenter, die Buchara-Samarkander und die Surchandarja-Kaschkadarjaer Musik, was auf ethnische Gemeinsamkeiten zurückzuführen ist. Die usbekische Liedkunst lässt sich in zwei Hauptkategorien unterteilen.

Zur ersten Kategorie zählen die rituellen Lieder wie „Yoryor" und „Kelin salom" (Hochzeitslieder), kalendarische Lieder wie „Nawrus" und „Sumalak" (Frühlingslieder") und Arbeitslieder wie „Maida" und „Josi", die zu einer bestimmten Zeit und aus einem bestimmten Anlass gesungen werden.

Zur zweiten Kategorie gehören Lieder, die zu jeder Zeit von allen gesungen wurden.

„Lapar" und „Jalla" singt man zu Tänzen und scherzhaften Spielen. „Aluscha" sind lyrische Gesänge, die Melodie komplex, der Rhythmus synkopisch. Die usbekische nationale Musik basiert auf der Diatonie, das heißt es gibt das Dur und Molltonleitersystem. Durchaus werden aber auch chromatische Elemente, also die Versetzung eines der sieben Grundtöne um einen Halbton nach oben oder unten, eingebaut. Stimmschwankungen und Modulationen sind in den nationalen Liedern immer wieder zu finden.
Das grundlegende klassische Element der professionellen Musik ist der „Makom", der aus Zyklen mit lokalen Besonderheiten besteht. Kennzeichnend für die historische Musikentwicklung ist, dass es kein schriftliches Notensystem gab. Die Berufsmusiker studierten traditionell bei bekannten Musikmeistern.

Das Spektrum der usbekischen Musikinstrumente ist breit. Saiten-Streichinstrumente sind Gidschak, Kobus und Sat (Setar); Saiten-Zupf-Instrumente sind Dombra, Dutar, Tanbur, Ud und Rubabi; Saiten-Schlaginstrumente ist die Tschang; Blasinstrumente sind Sibisig, Bulaman, Surnai und Kushnai; Flöteninstrumente sind Nai und Gadshir Nai; Blasinstrument mit Mundstück ist die Karnai. Doira, Nagora und Tschindaul zählen schließlich zu den Membranschlagzeugen.
Eine dynamische und intensive Entwicklung der usbekischen Musikkunst ist für Anfang des 20. Jahrhunderts zu verzeichnen. Die Genres des usbekischen Musikdramas und der Musikkomödie hatten sich auf Grundlage der überlieferten szenischen und musikalischen Kunst herausgebildet. Die Herausbildung des Musikdramas förderte die Konzeption der usbekischen Oper und anderer szenischer Genres.

Im Jahre 1918 wurde in Taschkent das nationale Konservatorium gegründet, später wurden Filialen in Samarkand, Ferghana und Buchara eröffnet. Die Dramaturgen G. Safari und Sch. Churschid führten in Zusammenarbeit mit herausragenden Kennern des usbekischen Musikerbes, die auf Volksmelodien basierenden musikalischen Bühnenstücke „Chalima" (1920), „Leili und Madschnun" und „Farchad und Schirin" (beide 1922) auf. Im Jahre 1924 gründete Muchiddin Karijakubow in Taschkent das „Ethnographische Konzertensemble".

Mit der Eröffnung des Taschkenter Staatlichen Konservatoriums in 1934 in Taschkent wurde die Hauptstadt zum Musikzentrum des Landes. 1936 wurde in Taschkent die Staatliche Philharmonie gegründet. Ihr angeschlossen waren das Philharmonische Ensemble, der Chor, das Sinfonieorchester und das Nationale Orchester der Volksinstrumente. Den sinfonischen Partituren lagen usbekische traditionelle Melodien zugrunde. Die erste Oper wurde geschrieben, die erste Operntruppe gegründet. Damit sind Namen wie M. Kariyakubow, H. Nasirowa, B. Mirsaew, K. Sakirow, später N. Haschimow, S. Khodschajewa, S. Kabulowa, S. Jaraschew und A. Asimow, als Dirigent F. Schamsutdinow, als Komponisten T. Sadikow, M. Aschrafi, M. Burhanow und S. Judakow verbunden. Geschrieben und inszeniert wurden die ersten Ballette, komponiert wurden die ersten usbekischen Kammermusikstücke.

Konservatorium Taschkent, Orgel…; Foto: G. Birkl

Die 40er Jahren sahen eine stürmische Entwicklung von Liedern, Romanzen, Musikdramen und Opern sowie der Sinfonie und Kammermusik. In diesen Jahren wurde das Netz der Musik und spezialisierten Musikschulen, der musikalischen Bildungseinrichtungen und Hochschulen ausgebaut. Die Musik nahm eine rasche Entwicklung. Es entstanden wichtige Werke von U. Akbarow, G. Muschel, R. Chamrajew, F. Janow-Janowski, S. Dschalil, M. Tadschijew und M. Machmudow. Die Komponisten griffen klassische Werke der Weltliteratur auf.

In Samarkand wurde 1962 das zweite Opernhaus eröffnet. Der größte Teil der Opern der damaligen Zeit war historischen und modernen Themen gewidmet. Babajew schrieb die Oper „Chamsa" und Hamrajew schuf „Oyjamol". Nicht vergessen werden dürfen die Opern für Kinder etwa Babaews „Yoriltosh" und Warelas „Aladdin und die Wunderlampe".
In den 60er und 70er Jahren erlebte die Film- und Theatermusik einen Aufschwung. Der usbekische Rundfunk und das Fernsehen zeichneten Konzerte der Makomistenensembles, des Orchesters der nationalen Musikinstrumente und des Nationalen Chors auf. Übertragen wurden Aufführungen der Kammermusik und des Sinfonieorchesters. Viele Estradenlieder wurden geschaffen.

In den letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts wurde die usbekische Musikkultur in ihren traditionellen Ausrichtungen wie auch in ihren modernen gesellschaftlichen und künstlerischen Erscheinungen weiterentwickelt. Usbekische Musik, das ist nicht nur das reiche Folkloreerbe, nicht nur die traditionelle klassische Musik, sondern das ist auch die Musik der Moderne in all ihren vielfältigen Formen, Genres, Stilen und Besonderheiten.

Seit Usbekistan die Unabhängigkeit erlangt hat, richtet man die Aufmerksamkeit auf Spiritualität, Aufklärung und Wiederbelebung der wahrhaftigen nationalen Traditionen. Insbesondere kann man dies während der landesweiten Feierlichkeiten zum Tag der Unabhängigkeit, zum Frühlingsfest Nawrus sowie zu bedeutsamen Jubiläen und Gedenktagen verfolgen.

Einen besonderen Platz im Musikleben Usbekistans nimmt das internationale Musikfestival „Shark Taronalari" („Melodien des Orients") ein, das seit 1997 alle zwei Jahre in Samarkand veranstaltet wird. Musiker und Musikschaffende aus vielen Ländern der Welt nehmen daran teil.

Festschrift, 1. internationales Musikfestival • SHARQ TARONALRI - Melodie des Ostens; Foto: G.Birkl

Daneben gibt es viele jährliche Musikwettbewerbe im Lande. Zum Andenken an den Musikwissenschaftler Junus Radschabi wird der Wettbewerb der Makomsänger veranstaltet. Es gibt Wettbewerbe der Pianisten, der Streicher und Bläser.

Die schöpferische Arbeit großer Musikmeister wie Turgun Alimatow, Fattohkhon Mamadaliyew, Orifkhon Hatamow, Ganijan Toschmatow, Hasan Radshabi, Muchammadjan Karimow, Kuwandik Iskandarow, Atashan Khudoishukurow, Abduhashim Ismailow und Ulmas Rasulow stehen im Mittelpunkt des Interesses. In den letzten Jahren werden ihre Werke nicht nur wiederentdeckt und neu bearbeitet, sondern auch ganz neue Werke vorgelegt. Mamadalijew beispielsweise vollendete den Zyklus „Miskin", „Munojat" und Ushshok" und verfaßte den Zyklus „Sawti Fattohkhon".

Heute gibt es in Usbekistan 306 Musik- und Kunstschulen für Kinder. Sie werden von 5.476 Musik und Kunstpädagogen betreut. Es gibt sechs spezialisierte Internatsschulen und Lyzeen. Eine musikalische höhere Ausbildung erhält man am Nationalen Konservatorium und am Staatlichen Kadiri Kulturinstitut in Taschkent.

 Traditionelle Musik Usbekistans, UNESCO Weltkulturerbe der Seidenstrasse… Fotos: G.Birkl

Beitrag: Broschüre - 25 Jahre Usbekistan, Fotos: G. Birkl


Empfohlene LINKSEnsemble SHODLIK | UZBEKMUSIC | Konzert: Klangkosmos BukharaO`zbekiston Ensembles

Empfohlene LITERATUR: WIKIPEDIA: Avicenna | Encyclopaedia Iranica: AVICENNA ix. Music

Music of Ibn Sina (Avicenna)
Verlag: White Windmill Books (1. August 2015)
Sprache: Englisch
ISBN-13: 978-0993334702

Philosophies of Music in Medieval Islam
Verlag: Brill Verlag (1. September 1995)
Sprache: Englisch
ISBN-13: 978-9004101289

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SAMARKAND begrüßte internationales Publikum zum XI. Folklorefestival "Sharq Taronalari"

SAMARKAND begrüßte internationales Publikum zum XI. Folklorefestival "Sharq Taronalari"

Usbekistan öffnete vom 25.- 30. August 2017 für die Gäste aus der ganzen Welt seine Türen – zum größten Folklorefestival in Samarkand. Unter der Leitung der Schirmherrschaft der UNESCO findet alle zwei Jahre in Samarkand das Internationale Musikfestival Sharq Taronalari (dt: „Melodien des Orients“) statt. Das XI. Festival war ein kultureller Treffpunkt, das sich seit 1991 als fester Bestandteil usbekischer Tradition etabliert hat, ist ein besonderer inter-kultureller Treffpunkt.

In diesem Jahr beteiligte sich für Deutschland erstmals eine Bayerische Musikgruppe, mit den Mitgliedern der Band von Reinhardt Reissner aus Neuburg a.d. Donau. „Es ist uns eine Ehre, am Festival teilnehmen zu können, wir präsentieren Deutsche/Bayerische Kultur auf dem Musikfestival“, so Reinhardt Reißner, Bandleader und Gründer der gleichnamigen Musikgruppe.

Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten Folklore, Musik und Kostüme aus verschiedenen Ländern der Welt in einer einmaligen Atmosphäre an dem weltberühmten Registan-Platz genießen. Samarkand liegt im Zentrum, im Herzen der legendären Seidenstraße, auf der bereits vor langer Zeit intensiver Handel aller Art zwischen China und Europa betrieben wurde und auch kulturelles Gut, Wissen ausgetauscht wurde.

Kunst und Musik basieren auf einer langen Tradition in dieser Region, haben in Zentralasien historische Wurzeln und spielten bekanntermaßen eine große Rolle in der Entwicklung der Menschheitsgeschichte. So wurden auf den Ruinen von Afrosiab Musikinstrumente aus dem 2 Jahrtausend v. Chr. bis ins 8 Jahrhundert gefunden und sind heute im Historischen Museum von Samarkand zu bewundern.

Es ist aus historischen Quellen bekannt, dass bereits vor mehr als 600 Jahren – in der Epoche von Amir Timur in Samarkand – die besten Musiker und Sänger in dieser Stadt zusammenkamen und hier feierliche Veranstaltungen abhielten. Aus der historischen Überlieferung durch Sharofiddin Ali Yaydiy aus der Zeit im 14. Jahrhundert ist bekannt, dass bereits lange vor unserer Zeit Musikfestivals stattfanden. Er beschreibt: „Die Sänger mit angenehmen Stimmen sangen, Türken, Mongolen, Chinesen, Araber lasen Gedichte, spielten auf alten Musikinstrumenten“. Der spanische Gesandte Ruy Gonzáles de Clavijo berichtete, dass der zentralasiatische Herrscher große Festlichkeiten und die schönen Künste in seiner Hauptstadt Samarkand sehr liebte und förderte.

Ehrerbietung und eine besondere Gastfreundschaft für die Gäste des Festivals
Die international geladenen Gäste kamen aus allen Kontinenten und wurden mit großen Ehren am Flughafen der Hauptstadt Usbekistans in Taschkent empfangen. Mit dem modernen Schnellzug Afrosiab wurden die Gäste nach Samarkand gebracht und danach in mehreren Hotels untergebracht. Für den Transport wurden eigens 30 fabrikneue, bunt geschmückte Busse der Firma MAN eingesetzt, um die zahlreichen Gäste sicher durch die Stadt an ihr Ziel zu bringen. Wie bei uns nur für hochrangige Staatsgäste üblich, wurden die Busse auf allen Fahrten von einer Polizeieskorte begleitet, Straßenzüge für den üblichen Verkehr gesperrt. Ein beeindruckendes Erlebnis und eine hohe Ehre, die bis dahin noch keinem der Gäste in einem anderen Land zuteil wurde.

Samarkand, Perle der Welt…
Für das XI. internationale Musikfestival verwandelte sich der berühmte Registan-Platz mit seinen drei überdimensional großen timuridischen Bauwerken, UlugBek-Madrasa, Tillya-Kori-Madrasa, Shir-Dor-Madrasa zu einer unvergleichlichen beeindruckenden, bunt dekorierten Bühne und kunstvoll beleuchteten Kulisse. Die Grundfläche auf der 38 Künstlergruppen ihre volkstümliche Kunst, ihre Musikkultur einem internationalen Publikum präsentierten war mit einem überdimensionalen Teppich, der eine Landkarte von Zentralasien darstellte, ausgelegt. Die Künstler und Gäste waren gekommen, um Gedanken und Erfahrungen auszutauschen, aber auch Freundschaften zu schließen.

Das Musikfestival «Sharq Taronalari» (Melodien des Orients) wurde zum Zweck der Erhaltung und Entwicklung der großen Folklore-Traditionen und der Ausweitung der internationalen Kulturbeziehungen von Usbekistan, von dem ersten Präsidenten in der Geschichte Usbekistans nach der Unabhängigkeit 1991, Islam Karimov, in Zusammenarbeit mit der UNESCO im Jahr 1997 initiiert.

Ausgesprochen fröhlich wurde neben den offiziellen Veranstaltungen auf dem Festival auch in den Hotels ausgelassen gefeiert. Dabei spielte es keine Rolle aus welchen Teilen der Erde die Teilnehmer angereist waren. Schnell entwickelten sich Freundschaften zwischen den Nationen: Griechen, Teilnehmer aus Peru, Israel, Bayern/Deutschland und Kasachstan…USA, Russland. Es wurden heiterte Melodien und gemeinsame Rhythmen gefunden. Klassische Instrumente und moderne Musik im neuen Stil komponiert, wurden zusammen gespielt, sowie bekannte Melodien neu interpretiert. Es wurde bis spät in die Nacht hinein musiziert, gelacht, getanzt.
Es herrschte ein kunterbuntes, fröhliches Miteinander. Man konnte viele Sprachen und fremde Kulturen wahrnehmen, Menschen mit bunten Kostümen, in nationaler Kleidung, in folkloristischer Tracht sehen, darunter auch bayerische Tracht mit Lederhosen und typischem grünem Hut. Franzosen, Amerikaner…, erklärten ihre Instrumente, darunter auch exotische anmutende Instrumente aus Malaysia. Wenn keine sprachliche Übersetzung möglich war, wurden melodisch klingende Melodien gefunden. Dazu spielten Geige, Dudelsack, Tamburin, Flöte, Gitarre, Harmonika. Es fanden viele private Konzerte, spontane Auftritte in den Hotels statt, die bis spät in die Nacht…bzw. bis in den frühen Morgen andauerten.

Entsprechend dem Ziel des Festivals, zur Stärkung der Völkerverständigung beizutragen, wurde in diesem Rahmen durch die Sharq Taronalari Organisationsleitung Treffen und Konferenzen organisiert und für die Bevölkerung Konzerte sowohl in der Stadt, als auch in den angrenzenden Bezirken Samarkands, abgehalten. Die usbekische Bevölkerung empfing die Gäste sehr herzlich mit großem Beifall und traditioneller Musik, unverkennbar durch den Klang von Karnay (Blasinstrument) und Dojra (Handtrommel). Trotz aller kulturellen Unterschiede und Sprachbarrieren gab es eine Gemeinsamkeit, die alle Teilnehmer vereinte: Musik als Verbindung, Brücke der Kulturen, Musik als gemeinsame Sprache des Herzens.

Überall präsent, auf der Eröffnungsshow wie auch im öffentlichen Raum war die Musik des usbekischen Musikers und Komponisten Sulton Ali Rahmatov zu hören. Eine Auswahl seiner Kompositionen gibt es zum Nachhören in der USBEKISTAN-ONLINE Mediathek (LINK)

Auch in diesem Jahr wurden exzellente Leistungen aus dem Bereich nationaler musikalischer Kunst auf dem XI. Festival dargeboten. Traditionen, usbekische Kultur, die Geschichte des Landes wurde in einer spektakulären Show mit Hunderten von Künstlern und Tänzern präsentiert, einem begeisterten Publikum näher gebracht. Mehr als 300 Künstler, traditionell in bunter, meist in edler Seide gehüllt, in kostbaren Kostümen gekleidet, Frauen in goldbestickten, reich und kunstvoll verzierten Kleidern in allen Farbnuancen. Männer zeigten sich in farbigen Jacken und bunten gestreiften Hosen. Ein nicht endender Strom an Künstlern beteiligte sich an der farbenprächtigen Eröffnungszeremonie, die fast drei Stunden dauerte.

Neben den zentralasiatischen Teilnehmern präsentierten auch viele westliche Länder, Europäer mit musikalischen Einlagen ihre kulturellen, musikalischen Besonderheiten und Eigenheiten. Zum ersten Festival vor 20 Jahren waren durch Einladung des 1. Präsidenten des Landes, Islam Karimov, 33 Nationen gekommen. Inzwischen beteiligen sich viele Länder regelmäßig, am diesjährigen Festival nahmen 58 Nationen teil und es werden mit jeder Veranstaltung zunehmend mehr Nationen und Teilnehmer registriert.

SHARQ TARONALARI – Melodie des Ostens …als Vorbild
Das Festival dient der Entwicklung musikalischer Kultur, Spiritualität und der Aufklärung und soll auch bürgerliche sowie freundschaftliche Beziehungen unter allen Völkern stärken. Die Fundamente des Festivals beruhen auf der Idee des Friedens, der Freundschaft, gegenseitigem Verständnis, Kultur-spirituelleren Zusammenarbeit.

Feierliche Zeremonie – Eröffnungsansprache durch den Präsidenten
Der Präsident der Republik Usbekistans H.E. Herr Shavkat Mirziyoyev begrüßte die Gäste und Teilnehmer mit einem herzlichen Assalom Alaykum.
Der Präsident hieß alle Teilnehmer und Gäste des Internationalen Musikfestivals „Sharq Taronalari“ willkommen und eröffnete dieses bedeutende Musikfest mit folgenden Grußworten: „Meine tiefe Dankbarkeit äußere ich für Ihre Teilnahme an der heutigen Zeremonie den Ehrengästen –dem Stellvertreter des Generalsekretärs der UNO, dem Generalsekretär der Weltreiseorganisation, Taleb Rifai, der Vorsitzenden der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Christine Muttonen, dem Generaldirektor der Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur der Organisation für Islamische Zusammenarbeit – Abdulaziz Usmon al-Tuvaidjari“.

„In der heutigen außergewöhnlich schwierigen Zeit, in der sich weltweit verschiedene Herausforderungen und Bedrohungen verstärken, Konfrontationen vertiefen, wachsen immer mehr die Rolle und Bedeutung der Kunst, die ohne Übersetzer die Millionen von Menschen verschiedener Nationen, Sprachen und Religion vereint und die Freundschaftsbande, die Zusammenarbeit und die Eintracht festigen.

In diesem Zusammenhang spielt das internationale Musikfestival „Sharq Taronalari“ eine ganz besondere Bedeutung.

Heute, an diesem feierlichen Tag, erinnern wir uns mit großer Dankbarkeit an die Menschen, die die Grundlage zu unserem Musikforum legten, die damit einen großen Beitrag zur Etablierung seines internationalen Ansehens leisteten, an ihre unvergesslichen Verdienste.

Darüber sprechend zollen wir Tribut vor allem dem Gedenken des großen Politikers und Staatsmanns, dem Ersten Präsidenten Usbekistans Islam Abduganievich Karimov. Islam Abduganievich Karimov liebte ohne Ende Samarkand, den ältesten Platz Registan – das Herz dieser Stadt. Er schätzte stets das Festival „Sharq Taronalari“.

In kurzer Zeit erwarb das Musikfestival „Sharq Taronalari“ ein hohes Ansehen und Beliebtheit dank seiner Einmaligkeit, seiner Ziele wie die Freundschaft zwischen den Völkern zu vertiefen, die Traditionen der nationalen Musikkunst zu erhalten, den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern.

Während zum ersten Musikfest nach Samarkand 57 Künstler aus 31 Ländern kamen, nahmen dieses Jahr 241 talentierte Künstler aus 58 Ländern am Wettbewerb teil. Heute ist das Festival „Sharq Taronalari“ von der UNESCO als ein internationales Forum anerkannt, und sein Name ist in der Musikwelt zu einem einzigartigen Markenzeichen geworden, was eindeutig von seinem wachsenden Ansehen und seiner Bedeutung zeugt.

Sie auf diesem schönen, einmaligen Registan-Platz willkommen heißend sind wir davon überzeugt, dass sich Samarkand, das im Laufe seiner 2.750 jährigen Geschichte der Zeuge von vielen Ereignissen war, verändert hat und noch schöner wurde, sowie sich zum Zentrum der Weltmusikkunst, im wahren Sinne zum „Schmuck des Antlitzes der Erde“ entwickelte.

Der Staatspräsident betonte: „Wir ehren Sie, unsere lieben Gäste, als Botschafter des Friedens und der Freundschaft, die durch die Musik die Schönheit der geistigen Welt verschiedener Völker, ihre gutherzigen Wünsche zeigen. Wir schätzen Ihre edlen Bestrebungen, die durch die Musik auf den Kampf gegen Unwissenheit, auf Erhaltung und Verstärkung hoher Ideale des Humanismus gerichtet sind“.

„Im Rahmen des Festivals werden Sie auch neben der Präsentation des musikalischen Erbes Ihrer Länder auch die Möglichkeit haben, sich in unseren Städten und Dörfern aufzuhalten, unsere Landsleute zu treffen, das Leben des usbekischen Volkes, seine Hoffnungen und Bestrebungen, Gastfreundschaft und Offenherzigkeit kennenzulernen. Ich bin überzeugt, dass dies alles Ihre Vorstellungen über unser Land und Volk erweitern und Ihnen als Quellen Ihrer künstlerischen Inspiration dienen wird.

Liebe Freunde, wir befinden uns auf diesem heiligen und segensreichen Boden von Samarkand, wo gute Träume in Erfüllung gehen, wünschen wir uns alle eins:
Mögen in der ganzen Welt die Harmonie vom Leben, Humanismus und Gutherzigkeit herrschen!
Mögen alle Völker auf dieser Erde in Frieden und Eintracht leben!“  Der Präsident der Republik Usbekistan – Shavkat Mirzoyoyev.

Eine einzigartige fröhliche Stimmung und Flair herrschten auf dem Festival, gepaart mit herzlicher Gastfreundschaft
38 musikalische Gruppen kamen aus so unterschiedlichen Ländern wie Afghanistan, Australien, Aserbaidschan, Belgien, China, Deutschland, Ecuador, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indien, Indonesien, Iran, Israel, Italien, Jamaika, Japan, Kasachstan, Kirgisische Republik, Kolumbien, Litauen, Malaysia, Nepal, Österreich, Peru, Polen, Russland, Slowakei, Slowenien, Spanien, Süd Korea, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, USA, Usbekistan und Vietnam.

Pina VALENTINO, Teilnehmerin der Band „Nantisia“ aus Italien sagte vertretend für viele Teilnehmer:
„Es ist ganz einfach, Usbekisch auch auf Italienisch zu verstehen, meine Eindrücke von Samarkand: Grandioso! Sehr herrlich! Es ist eine Kombination aus meinen Eindrücken von der Schönheit der Stadt, ihren Formen, der usbekischen Architektur. Sie haben eine Fülle an kulturellem Erbe, die kulturelle Intelligenz der Nation ist auf einem hohen Niveau. Es ist schwer für jemanden zu verstehen, der noch nie in Usbekistan war. Aber wenn du an diesen Ort kommst, wirst Du überrascht sein von dem, was du gesehen hast“.

Vertretung für Deutschland – Die Bayerische Band von Reinhardt Reissner
Wenn Reinhardt Reissner auf der Bühne steht, ist „Musik in der Luft“. Mit seiner Musik sorgte er beim Publikum für gute Stimmung und half dabei, Brücken zwischen Ländern und Menschen zu bauen. Seine Band kommt aus Bayern, im Süden Deutschlands, aus Neuburg a.d. Donau.

Reinhardt Reissner hat im Laufe der Jahre mit seiner Big Band schon viele Länder Europas wie Frankreich, Polen und Rumänien, Russland mit Moskau, Omsk und Nowosibirsk in Sibirien, er war jetzt zum ersten Mal mit einer 6 köpfigen Gruppe in Usbekistan.

Auf dem XI. Musikfestival in SAMARKAND begeisterte er mit bayrischer Lebensfreude sowohl das einheimisches Publikum wie auch internationale Gäste. Sein Wunsch: „Bayerische, traditionelle Musik soll die Herzen der Menschen berühren“ wurde erfüllt. Wo immer die Band auftrat, fand die Blasmusik große Aufmerksamkeit und begeisterten Beifall beim internationalem Publikum, insbesondere bei den sonst an orientalische Musik gewöhnten Usbeken.

Musikern und Gäste blieb neben den offiziellen Veranstaltungen auch Zeit, um für private Eindrücke zu sammeln, sie lernten historische Sehenswürdigkeiten, den Basar von Samarkand, Bildungseinrichtungen, u.a. das Museum für Geschichte und Kultur in Usbekistan, Bereiche der örtlichen Industrie (SAG, Teppichfabrikation, Samarkander Weinproduktion und Destillerie) kennen.

Usbekistan ist eine multikulturelle Nation, ein Islamischer Staat mit Toleranz und Religionsfreiheit
Usbekistan demonstrierte seine Offenheit, sein Interesse an friedlichen und guten freundschaftlichen Beziehungen zu den zentralasiatischen Nachbarstaaten, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan als auch zu anderen an Zentralasien östlich angrenzenden Nationen und der westlichen Welt. Der zentralasiatische Staat Usbekistan, in dem mehr als 120 Nationen friedlich miteinander zusammen leben, praktiziert diese Offenheit, Herzlichkeit, insbesondere seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991. Aus der russischen Zeit unter Katharina der Großen existiert auch eine Deutsche Minderheit.

In Usbekistan gibt es 16 registrierte Religionsgruppen, neben der Staatsreligion des Islam darunter Hinduisten, Baptisten, Christen (Katholiken, Protestanten, Orthodoxe), Juden. Die Gäste konnten sich von der praktizierten religiösen Toleranz überzeugen, eine Katholische- und Orthodoxe Kirche sowie einer jüdischen Synagoge besuchen und deren Vertretern sprechen.

Konferenz mit namhaften Wissenschaftlern
Am 26. August fand im Rahmen des Festivals die Konferenz „Die Entstehung und Entwicklung nationaler Sitten und Bräuche, Traditionen der musikalischen Kultur der Völker des Ostens“ statt. Führende ausländische Wissenschaftler und bekannte Musikexperten aus Usbekistan, die sich mit der Geschichte, der Theorie und der Aufführung im Bereich der musikalischen Kultur der Völker des Ostens Beschäftigten, berichteten über ihre Ergebnisse. Die Referenten kamen u.a. aus Deutschland, Georgien, Großbritannien, Indonesien, Iran, Kanada, Lettland, Litauen, Ungarn, Ukraine, Vietnam, …sowie aus verschiedenen Ländern Zentralasiens; insgesamt waren 20 Länder an der Konferenz beteiligt.

Das Musikfestival war ein großartiger Erfolg!
Die Veranstalter leisteten einen bedeutenden Beitrag zur Bereicherung des geistigen Lebens einer Gesellschaft und sogar der ganzen Weltgemeinschaft, demonstrierten gerade jetzt, nach den Ereignissen der letzten Monate, dass ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen möglich ist, multikulturelle Veranstaltungen dieser Art – internationale, kulturelle Beziehungen auch unter schwierigen Umständen um den globalen Herausforderungen unserer Zeit – möglich sind.

Musik ist auch ohne Worte verständlich, berührt die Seelen der Menschen unabhängig von Herkunft und Religion, weltanschaulichen Ansichten und ist eine Quelle der Bereicherung für das Leben in vielfältiger Weise.

Alles in Allem war das XI. Festival SHARQ TAROLANALI 2017 eine erfolgreiche spektakuläre multikulturelle Veranstaltung ohne gleichen, die es in dieser Form nur in Usbekistan, in SAMARKAND gibt. Wer dieses grandiose Ereignis einmal selbst geniessen möchte, kann dies wieder in zwei Jahren erleben, wenn es wieder heißt: Das XII. Festival SHARQ TARONALARI wird eröffnet, im August 2019. Es lohnt(e) sich…dabei zu sein!

Beitrag/ Titelbild: GERHARD BIRKL

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Samarkand - Registan; Foto: SHARQ TARONALARI

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Teilnehmer BAYERN Reinhardt Reissner; Foto: SHARQ TARONALARI

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Teilnehmer IRAN; Foto: SHARQ TARONALARI

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Teilnehmer ISRAEL; Foto: SHARQ TARONALARI

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Teilnehmer ITALIEN; Foto: SHARQ TARONALARI

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Teilnehmer JAPAN; Foto: SHARQ TARONALARI

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Teilnehmer TAILAND; Foto: SHARQ TARONALARI

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Teilnehmer USBEKISTAN; Foto: SHARQ TARONALARI

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Teilnehmer USBEKISTAN; Foto: SHARQ TARONALARI

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Pressekonferenz; Foto: SHARQ TARONALARI

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Preisverleihung; Foto: SHARQ TARONALARI

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Gewinner Aserbaidschan; Foto: SHARQ TARONALARI

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Gewinner USBEKISTAN; Foto: SHARQ TARONALARI

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Gewinner KIRGISISCHE REPUBLIK; Foto: SHARQ TARONALARI

 

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