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Taschkent im Moskau in Berlin

Moskau_Restaurant_Berlin_VN Restaurant MOSKAU in Berlin

 Taschkent im Moskau in Berlin?“, gibt es das wirklich, wird mancher Zeitgenosse ungläubig fragen. Der Berlin-Kenner wird wahrheitsgemäß mit einem klaren JA antworten. 

So löst sich die Kette „Taschkent im Moskau in Berlin“ auf: In Ostberlin wurde 1964 in der prachtvollen Karl-Marx-Allee 34, die bis kurz nach Stalins Ableben Stalinallee hieß, ein großes Spezialitätenrestaurant eröffnet. Es trug den Namen „Cafe Moskau“ und bot auf zwei Stockwerke verteilt und im Gartenbereich rund 600 Gästen Platz an. Das Restaurant servierte Speisen aus der UdSSR. Bis zur Wiedervereinigung waren ca. 160 Mitarbeiter um das Wohl der Besucher bemüht. Das Cafe Moskau galt als gastronomischer Betrieb der gehobenen Preiskategorie. An manchen Tagen unterhielten bekannte Tanzkapellen die Gäste. Bei köstlichen Speisen und Getränken, die sonst in der DDR nie oder nur sehr selten zu kaufen gewesen waren, konnte damals getafelt, getrunken, getanzt und geschunkelt werden. Nach der Wende stand das Gebäude lange Zeit leer. Im Jahre 2000 gingen nach umfangreichen Renovierungsarbeiten die Lichter endlich wieder im Cafe Moskau an. Zu DDR-Zeiten hießen die einzelnen Säle dort beispielsweise Salon Kaukasus, Salon Riga, Russischer Salon mit Nebensalon Leningrad, Ukrainischer Salon und die Natascha-Lounge. Der neue Betreiber gab einigen Bereichen im Cafe Moskau neue Namen.

So gibt es seitdem in der Location in Berlin-Mitte einen Saal, der nach der turkmenischen Hauptstadt Asgabat benannt worden ist sowie einen Saal mit dem Namen der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Nach Almaty, der kasachischen Hauptstadt bis 1997, ist ebenfalls ein Saal benannt worden.
Fehlen darf dabei natürlich nicht Usbekistan und seine Hauptstadt Taschkent. Ein Saal trägt den Namen der usbekischen Hauptstadt. Allerdings kann man weder im Saal Taschkent noch in einem anderen Saal heutzutage noch Spezialitäten aus Russland und den Ländern der Seidenstraße verzehren. Das Cafe Moskau dient heute als Tagungsgebäude. Man kann es für Kongresse, Veranstaltungen und Tagungen mieten. Ein öffentlicher und allgemeiner Zutritt ist somit nicht mehr gegeben.

Cineasten können den Saal Taschkent sowie die anderen Säle des Cafe Moskau in der 2004 gedrehten Filmkomödie „Alles auf Zucker“ bewundern. Regie führte der Schweizer Regisseur Dani Levy; die Hauptrollen spielten Henry Hübchen und Hannelore Elsner. Der teilweise im Cafe Moskau gedrehte Spielfilm gewann 2005 den Ernst-Lubitsch-Preis. Einen Preis gab es auch 2010 für die Fassade des Cafe Moskau. Die sanierte Fassade ehrte man mit dem „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ von der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ und dem „Zentralverband des Deutschen Handwerks“. Somit ist also belegt, dass einige Tagungsteilnehmer und Kongressgäste „Taschkent im Moskau in Berlin“ leibhaftig sehen können. Usbekische Spezialitäten werden aber nur serviert, wenn der Veranstalter den Caterer damit beauftragt hat.

Also haben auch die Zeitgenossen gar nicht einmal so Unrecht, die davon sprechen, so ganz stimmt die Aussage, es gäbe ein „Taschkent im Moskau in Berlin“ gar nicht. Der Schelm Nasreddin, auch als usbekischer Till Eulenspiegel bekannt, hätte sicherlich seine komödiantische Freude an diesen Gegebenheiten gehabt. Er hätte zwei Personen unterschiedliche Antworten zur Frage, ob es „Taschkent im Moskau in Berlin“ tatsächlich gibt, geben können und für viel Verwirrung gesorgt.

Text/Fotos: Volkert Neef

Beschilderung im Restaurant "MOSKAU", in Berlin; Fotos: Volkert Neef

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